Das Wirbelsäulenzentrum und die Uniklinik

oder die Frage:
WO lasse ich mich besser operieren bei einem Bandscheibenvorfall

Als Patient habe ich hier vor Ort die Wahl zwischen dem Uniklinikum und dem Wirbelsäulenzentrum. Man frage sich: Wo liegt der Unterschied…Die Qual der Wahl ist, sich im Uniklinikum von einem halben Amateur operieren zu lassen, der noch ein bißerl übt, denn Bandscheiben auskratzen ist ja nicht ganz so anspruchsvoll…Das muss nicht gerade vom Oberarzt durchgeführt werden..Der Vorteil des Patienten ist, dass er ein paar Tage im Klinikum verweilen darf und mit seinem banalen Wundschmerz nicht zu hause vorm Fernseher sitzt. Und klar können die Ärzte auch ein bisschen drauf achten, dass Patient nicht ab Tag 1 sich zu viel oder zu wenig bewegt und evtl. leicht steuernd eingreifen.. So zu mindestens in der Theorie, denn die Realität ist: Jeder Tag ein neuer Assistenzarzt, denn du bist ja kein Privatpatient und hast keine CHEFARZT Betreuung(Gut, für mich ist diese Vorstellung persönlich ein Alptraum, aber die meisten Menschen haben keine Kliniksphobie und finden es bestimmt nicht besonders toll nach einer OP zu hause vollendet hilflos rumzuliegen, vollgedröhnt mit Medikamenten, die nicht richtig wirken…)

Im Wirbelsäulenzentrum hingegen wirst du ambulant operiert..Das Ganze ist laut Eigenwerbung schnell, effektiv…und den Patienten geht es durch die ultimative Kompetenz der Götter in weiß 22 Stunden nach der OP so brillant gut, dass sie gerne entlassen werden..Geschehen durch die Superiorität der ‚Operateure‘ , die so viel besser sind als all die Kollegen im Uniklinikum, die nix drauf haben und auch nix können…Verschwiegen wird hier natürlich, dass es hier nur um den schnöden Mammon geht..Das Wirbelsäulenzentrum hat Verträge mit der AOK und diese bezahlt den teuren Neurochirurg nur, weil durch die geringe Verweildauer (1 Nacht im Krankenhaus) hier tatsächlich Kosten gespart werden können. Als Patient unterschreibt man dann diesen interessanten Wisch, dass man ab Tag 2 eine Zuzahlung von 105 Euro pro Nacht zahlt, wenn es aus medizinischen Gründen notwendig wird doch länger zu liegen. Im Krankenhaus zu liegen macht für dich als Patient auch sowieso keinen großartigen Sinn, denn die Neurochirurgen sind nur Belegärzte, (d.h. Sie sind nicht im Krankenhaus angestellt, sondern haben einige Betten ‚gemietet‘. Im Krankenhaus sind sie 1) wenn sie operieren oder 2) mal ne Runde drehen.. Deswegen unterschreibst du dann gleich noch als Patient, dass du keinen Arzt des Klinikums belästigen darfst, es sei denn es kommt zu einer Reanimation—–wie vertrauenerweckend.

Also was schließen wir daraus: Die Qual der Wahl ist ein bißchen Lotto:

Bei Modell A) Muss man mit dem Operateur Glück haben und hat anschließend eine halbwegs adäquate Versorgung.

Bei Modell B) Muss man mit seinem Körper Glück haben und hoffen, dass es hier nicht zu einer der Komplikationen kommt…, denn allein zuhause ist es echt nicht schön mit sagen wir DAUERERBRECHEN…und WUNDSCHMERZ—

Also was würden Sie wählen A oder doch lieber B (?)

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