(zu lange ) Arbeiten im Museum macht krank…

Nein, das ist keine neue ärztliche Studie und wissenschaftlich auch nicht verifiziert…Zu  dieser Erkenntnis bin ich nur  nach 8 Jahren Aushilfstätigkeit im Museum gekommen (Meine Ganze, jetzt wesentlich zu lange Studentenzeit)
Aber wozu will ich überhaupt aufhören zu studieren…??? Diese Version von LEBEN knapp über Hartz IV (mit Semesterticket bis nach Heidelberg) hat auch was für sich…
Vor allem hat man ja dann auch eine GENIALE Wochenendverplannung…Es ist quasi Leben verkehrt herum..Die arbeitende Bevölkerung hat unter der Woche frei und ich arbeite an Wochenenden…Das ist schon super…
Und 2 Tage die Woche hält man psychisch und mental auch aus, ohne die ganzen Ticks des wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Personals zu entwickeln oder schwer zu erkranken und vorzeitlich das Zeitliche zu segnen…
Irgendwie haben wir schon eine hohen Mitarbeiterverschleiß…Sei es durch Tod, vorzeitigen Ruhestand durch Mobbing oder die ganzen Studenten , die nur kurz bleiben, weil sie im Gegensatz zu mir-ihr Studium im Zeitrahmen managen…Ich persönlich finde die Charaktere dort viel zu interessant, um aufhören zu wollen….Hier mal meine persönliche TOP TEN Statistik:

Meine Museumserkrankungs- und Todesstatistik
1) Verstorbene

Herr B )Da wäre B. ein zu seiner Lebzeit fesch gekleideter, jung wirkender Herr, so Mitte 40, Chef der Verwaltung. Sein oberstes Ziel war: Wie spare ich möglichst viel Geld? Seine Vision: Feuern aller eigener Museums-Aufsichtskräfte und engagieren einer Sicherheitsfirma (LEIHARBEIT).Die Vorstufen Idee dazu war, dass er alle Studenten dazu zwingen wollte sich SELBSTÄNDIG zu machen und einen Gewerbebetrieb als Kulturdienstleister zu gründen (Scheinselbstständigkeit), weil ihm das verwaltungstechnisch Kosten sparen würde…Leider konnte er seine genialen Pläne nie durchsetzen, da er unvermittelt nach einem Routineeingriff an einer Lungenembolie verstarb.

Dann gäbe es Herrn Q) Herr Qs Tod kam nicht ganz so überraschend. Er war schon über 70, arbeitete auch nur am Wochenende als Aufsicht und unser Museum lieferte ihm quasi ein Scheinalibi, um mal von seiner Frau wegzukommen…Immer gekleidet wie ein stolzer Pfau oder zu eitler Gockel, hob er sich mit adretter Krawatte und bunt-freudiger Weste vom sonstigen Museumspersonal in seinem Kleidungsstil positiv ab.Am liebsten wies er Leuten den Weg und fand es ganz toll an der Tür zu stehen, den ganzen Tag…Geldtechnisch hätte er es beim besten Willen nicht nötig gehabt überhaupt arbeiten zu müssen, denn er hatte ein eigenes kleines Versailler Schlößchen, ne gute Rente und das dementsprechende Auto. Sein eigentliches Hauptanliegen im Museum zu arbeiten, war wohl eher seiner spät entdeckten Homosexualität geschuldet, die er hier das erste Mal ausleben konnte…Vermittelt durch unseren anderen schwulen Mitarbeiter (nennen wir ihn K), der ihm die entsprechenden Männer vorbeischickte…Das weiß und wusste natürlich keiner ‚hüstel‘..
Nach Außen war jedenfalls Herr Q die lebende Sittenpolizei…Kritisierte zu kurze Kleider…(Asiatinnen in zu kurzen Röcken, Schwangere mit betontem Bauch…Alles BÄH…) Ausländer mochte er gar nicht und redete 10 Minuten auf völlig verwirrte Japaner auf DEUTSCH ein…“Wenn die hier sind, dann sollen die auch gefälligst deutsch können“
Herr Q hat bis 3 Wochen vor seinem Tod im Museum gearbeitet…, verstarb durch Krebs, der erst 2 Monate vorher festgestellt wurde..

RR) ist ein Student (25), der auf der Autobahn tödlich verunglückte…

Frau Y) Sie hat es echt blöd erwischt, denn sie ist direkt gestorben als sie in wohl verdiente Rente gegangen ist im Alter von 65 Jahren…( Auch das nicht ganz überraschend: Der Krebs hatte sie schon 2 Jahre zuvor ereilt, aber zwischenzeitlich war sie in kompletter Remission und just geht sie in Rente: Rückfall und Tod) Frau Y. war ein kindliches, dauernaives Persönchen, leicht übergewichtig mit blondgefärbten Haaren und extrem viel Make-Up..Studenten nannte sie grundsätzlich nicht beim Namen. Mich sprach sie immer mit „OCH, Kindchen..“ an…Ihr Lieblingsthema waren die beiden altersschwachen Katzen, die wohl die klügsten Tiere des gesamten menschlichen Planetens darstellten.
Sie machte mir gerne vor was unterschiedlich ausgeprägtes Pfötchenheben für eine Wortbedeutung hat und wie ihre Katzen auch telepathisch mit ihr kommunizieren konnten. Vorzugsweise wurden die lieben Tierchen handgefüttert vom Küchentisch. Raus gingen sie gar nicht mehr, dazu waren sie ja auch zu alt und zu fett…Ihre Museumstätigkeit liebte sie..Die Bilder sprachen manchmal zu ihr..Natürlich nur wenn sie alleine mit ihnen war in vertrauter Zweisamkeit…Die Fischköpfe (Asiaten ) und Muselmänner (alles was irgendwie türkisch, arabisch aussah) fand sie eher furchtbar..Gegen Engländer, Franzosen, Italiener und Spanier (das alte Europa) hatte sie hingegen nix einzuwenden…Die haben ja auch eine Kultur.

Das dauerkranke Personal:
Physisch-psychisch

Herrn XY)Wir haben ihn immer nur den UNDERDOC genannt, da er trotz Promotion und zeitweiliger Stelle an leitender Position, nun zur Museumsaushilfe degradiert war…Obwohl er nur die Größe eines Gartenzwerg-Gnoms hatte, besaß er die Fähigkeit Studenten durch bloße Präsenz stark einzuschüchtern.Wenn Herr XY neben einem stand mit strafendem, völlig gequälten Blick, wusste man wieder wie ‚tief enttäuscht‘ er von unserem Wissen und unserer Kompetenz war.Der Vortrag über die Zitatfehler in der Führung folgten…..
Er selbst war ein wandelndes Lexikon…Nicht nur schien er seitenweise Zitate zu beherrschen. Er konnte auch französisch, italienisch, spanisch fließend sprechen..Englisch fand er unter seiner Würde, aber wenn er gezwungen wurde, machte er auch mal ne englische Führung..Schwierig war es, wenn man irgendetwas kritisches zur gefeierten Dichterikone sagte..Denn diese war für ihn unantastbar und Gott gleich…Mittlerweile ist er in Zwangsrente (zwischenzeitlich Job gewechselt, gefeuert worden, dann Buch angefangen zu schreiben) —Führt ihn also zurück in unser Haus, seine Heimat…Er macht weiterhin unentgeltlich fremdsprachige Führungen, ist aber inzwischen schwer Parkinson krank und leidet an einem Dauertremor…

Frau AAA ) Sie leidet an MS…und ist aber am körperlich anstrengendsten Dienstplatzes des Hauses untergebracht, nämlich der Kasse…Eigentlich ein REINER multitastking Renn- und Laufjob, der bei fortgeschrittener MS eher ungünstig ist.Hier gibt es eindeutig eine Diskrepanz zwischen können und wollen, was zu ständigen Konflikten mit dem anderen Kassenpersonal führt…Zwar hat sie mittlerweile einen eigenen Computerarbeitsplatz, aber möchte trotzdem immer super gerne helfen und greift dann doch mal in die Kasse ein…, was mitunter zu 17 fehlgebuchten Regenschirmen führt…

Herr BBB) War zwischenzeitlich mal eine ganze Zeit im Krankenhaus und fehlt auch so immer mal wieder . Er hat eine Laissez-Faire Haltung zu seiner Arbeit und sitzt seine Zeit bis zur Rente nur noch ab. Sein Motto ist: Ich bin dann mal weg und den Rest des Tages ward er dann tatsächlich nicht mehr gesehen..Er fühlt sich da wohl, wo er schlafen kann und das kann vom Keller bis zum Abstellraum des Museums jeder Raum im Haus sein. Oft sperrt er sich auch mal 2 Stunden im Sanitätsraum ein, wo er auf der Notfallliege sein Mittagsnickerchen hält…
Die zweite Freizeitbeschäftigung von Herrn ZZZ, ist sein tragbares Fernsehgerät..Bücherlesen, Handys und Essen sind strengstens verboten…Aber wo steht etwas von tragbaren Fernsehgeräten in der Dienstordnung..? Na, nirgends…also macht er ja auch nix verbotenes und sitzt im obersten Stock und starrt gebannt auf den Bildschirm…

Herr TTT) ist ähnlich träge wie Herr ZZZ, stark übergewichtig und von der Statur eines kleinen Braunbärs. Er hat das Schlafen perfektioniert und beherrscht das noch besser als ZZZ und braucht gar keinen geheimen Ort dazu. Er kann stehend, im Türrahmen, an Wänden, die er dann langsam runterrutscht oder auch auf dem Stuhl einschlafen…70% seiner Aufsichtszeit schläft er…und jede 2te Woche meldet er sich außerdem krank. Eine Zeit lang hat er auch seine literarischen Ambitionen ausgelebt und während der Dienstzeit an seinem persönlichen Journal gearbeitet, was er immer so aufgeschlagen hinterlassen hat, dass jeder es lesen SOLLTE…. Heimat und Arztromane waren gegen seine schnulzigen Ergüße nichts…..Unglücklicherweise hat sein literarisches Werk dann mal die Direktorin zu Gesicht bekommen und diese hat ihm das dichten in der Dienstzeit STRENGSTENS untersagt, sodass TTT nun noch öfter krank ist als jemals zuvor..Neuerdings hat er jetzt auch Wahnvorstellungen und schafft es zeitweilig nicht mehr aus dem Haus, in der Angst Leute zocken ihn ab…

Die reinen Psychos:

Herr YYY) ist eigentlich ein gemütlich Pfeiffe rauchender Typ, der meistens seinen Dienst mehr oder minder pflichtgemäß erfüllt und nicht so wirkt, als ob ihn viel aus der Ruhe bringt…Weit gefehlt, wenn man öfter mit ihm arbeitet, kennt man seine Angst- und Panikstörung , die insbesondere dann auftritt, wenn Menschenmassen und viele Gruppe durch das Haus laufen und Lärm produzieren…Herr YYY fängt dann recht willkürlich an Besucher anzuschreien…Wird leichenblass, beißt sich in die Hände und schwitzt so stark, dass er aussieht als wäre er mal eben mit einem Schlauch geduscht worden. Außerhalb dieser Attacken ist er für eine Museumsaufsicht aber erstaunlich normal geblieben..

Frau XXX) Wissenschaftliches Personal, mittlerweile pensioniert und wohl so einsam, dass sie auch gerne an Wochenenden ihre Zeit in der Bibliothek verbringt…Das Kassenpersonal quittiert das immer mit dem Kommentar ‚Hat die denn kein zuhause?‘ Aber Frau XXX forscht ja und das kann man immer zu jeder Tages- und Nachtzeit…Frau XXX hat nicht die Attitüde so manch anderen wissenschaftlichen Personals mit dem niederen Dienstvolk gar nicht zu reden …Nein, im Gegenteil fängt sie völlig unvermittelt mit dir zu reden an, selbst wenn du gerade mit 7 Regenschirmen an der Kasse kämpfst oder 7  Japanern versuchst den Weg zu weisen…Frau XXX hört nicht mit ihrem Monolog auf… Die Kommunikation mit XXX ist aber völlig unanstrengend, denn sie will eh nicht, dass man antwortet…Sie kann dir 20min lang etwas erzählen und auf dich einreden, aber weiß beim nächsten Mal nicht mehr wer du bist und das du überhaupt im Haus arbeitest…Diese hochgradige Amnesie betrifft aber nur Sozialkontakte…Ihr Wissen- und Zusammenhangswissen über ihr Forschungsthema ist phenomenal und sie schreibt die einzigen lesbaren wissenschaftlichen  Artikel des Hauses, die  sogar ein Mini- Fünkchen Humor haben..Sie lebt ja quasi in diesem Jahrhundert.., Mehr zumindestens als in unserer Welt und Zeit.

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4 Kommentare zu “(zu lange ) Arbeiten im Museum macht krank…

  1. Wow, tags im Museum 3… Das ist ja ein sagenhaftes Panoptikum bei Dir. Was für eine Mannschaft, die Geister inclusive. Dieser Übergang von den Toten zu den Abgedrehten erinnert mich intensiv ans Krankenhaus und scheint Deine Affinität zur Medizin zu illustrieren. Hoffentlich bekommst Du den Absprung ins Reale leben hin, denn dieses Wachsfigurenkabinett hat etwas zeitlos Klebriges an sich. Dem Landarsch hatte ich geschrieben, dass ich die Idee mit dem Bürgergeld für daneben halte. Diese Welt dort im Museum hat so etwas Abgehobenes wie ein Dasein mit Leibrente ohne Leistungsrückkopplung. Kommt man sich da nicht wie auf Watte vor?

    • Zum Thema Leistungskopplung und Leistungsrückkopplung: Es kommt stark darauf an, wo man im Museum arbeitet und welche Funktion man hat…Es gibt ja von Restaurateuren, Bibliothekaren, der Verwaltung, wissenschaftlichen Mitarbeitern der Forschungsstelle bis eben zu dem ‚Aufsichtspersonal‘ (mit und ohne Führungskompetenzen) alles…Wir haben eine ausgeprägte Hierarchie, die man selbst in modernen Klinikas so ausgeprägt vermutlich nur teilweise vorfindet…Bei uns kann das Hochziehen einer Gardine zu einem Streitthema werden und zu einer Verordnung führen…
      Persönlich arbeite ich an der Kasse, als Aufsicht im Museum und im Haus. Außerdem mache ich auch Führungen…Wenn man das nur an Wochenenden macht, finde ich es völlig okay und es macht mir nach wie vor spaß, aber wir haben auch ‚Hauptamtliche‘, die das 5-6x die Woche machen müssen, nicht führen dürfen, nicht an der Kasse arbeiten und somit jeden Tag 8 Stunden Wände anstarren + von der Museumsführung ständig ‚getreten‘ werden…Die bekommen dann gar keine Bestätigung und driften etwas ab…Ebenso kann man das bei wissenschaftlichen Mitarbeitern oder Personen beobachten, die keine anderen Interessen außer eben ‚ihrer Arbeit‘ haben und zu sehr in ihrer Bücherwelt leben…Ob man das realitätsfern nennen sollte(?) Ein Museum als Kultur und Begegnungsstätte hat jedenfalls für mich einen enormen Wert und ich könnte mir durchaus vorstellen in einem anderen Bereich (z.B. als Kurator) zu arbeiten…Mein problem ist aber, dass ich mich für viel zu viel interessiere und mich nicht entscheiden kann…

      Ich denke -die menschliche, hoch diffizile Arbeitsteilung- führt eben zu Jobs, die keine unmittelbaren Bestätigung mehr erzeugen…(Entfremdung)
      Das gibt es auch im medizinischen Bereich : z.B. als MTA im Labor arbeiten…Auch hier ist die Bestätigung gering…Natürlich könnte man argumentieren, dass das Ergebnis der Tests und Messungen einen großen Wert haben, aber das kommt ja auch nicht bei den Mitarbeitern an…
      Außerdem inwiefern spiegelt denn ein Krankenhaus eine ‚reale Welt‘ wider…? Im Prinzip erlebt man als Mitarbeiter ja eigentlich immer nur menschliche Extremsituationen: Krankheit, Tod, Geburt…Das verursacht ebenso bei vielen Mitarbeitern Exzentritäten, Pathologien, die sich sehr unterschiedlich äußern können…: Von völliger Abgestumpftheit bis zur totalen Identifikation mit der Arbeit und dem Patienten als einzige Lebenserfüllung..Die gesunde Balance zu halten ist hier ein Kunststück…(somit stimmt die gezogene Parallelle zum Museum…Beides sind ‚eigene Welten mit eigenen Regeln‘ in einem Gesellschaftssystem und das finde ich sehr spannend…)
      Meine Affinität zur Medizin liegt übrigens auf 3 Ebenen: 1) (soziologisch) Die Frage wie funktioniert ein soziales System: Krankenhaus…
      2) Welche politischen Rahmenbedingungen erschweren oder helfen einem Staat ein funktionierendes Gesundheitssystem aufzubauen/aufrechtzuerhalten 3) Wissenschaftstheorie und Kritik: Wie sind medizinische Studien aufgebaut, wer finanziert sie und wie kommt die Medizin eigentlich zu ihren Ergebnissen..???(Dazu muss man sich natürlich auch inhaltlich Sachkenntnisse erwerben und bei speziellen Fragestellungen ein paar Handbücher (Anatomie etc) zu Gemüte führen..Die Forschungshypothesen zu verstehen, fällt einem allerdings zumeist nicht besonderlich schwer…) Alle neuronalen Strukturen des menschlichen Körpers auswendig zu lernen, läge mir jedoch fern…

  2. Bekommst Du da nicht Entertainerqualitäten? Das meine ich positiv, denn im Umgang mit Besuchern eine Führung so zu gestalten, dass es alle bei der Stnge hält ist nicht einfach. Mit solchen Fähigkeiten könntest du doch dann mal in Krankenhäusern themenbezogene Satellitenführunenmachen. also Themen (mit Fotos und Kopien weil die Originale zu kostbar sind) an den kuturell ausgetrockneten Kundne bringen. Das ist ein Markt. Glaub mir. Es braucht halt einen Entertainer. In den Kliniken herrscht eine derart dröge Unterhaltungskultur, es ist schauderhaft. Nur TV (geteilt durch 3 Patienten) und nie ändernde Langweilbilder an der Wand. Das Interessante in der Struktur der potentiellen Museums-oder Kulturkunden ist die Stichprobe. Absolut randomisiert. Zweifellos wird jeder mal krank.
    Zu Deinem Thema 1 u 2 werd ich demnächst was Absonderliches ausspucken. Überschrift „Fahrlässigkeit“. Bin noch am Schreiben.

    • Nun…Es wäre sicherlich eine interessante Idee, aber ich wüsste nicht genau WIE und WO man so etwas in einem Krankenhaus realisieren könnte, denn es gibt ja oftmals keinen Treffpunkt und durch alle Patientenzimmer zu gehen(?) Hier in der Klinik gibt es Zwei- und Dreibettzimmer + Einbettzimmer für akute Rückenmarksfälle, fortgeschrittene Wirbelsäulenerkrankungen und Schwerstverletzte …Die Situation ist tatsächlich mehr als dröge..Insbesondere für die Langzeitpatienten, aber wie sollte man quasi da ein Kulturangebot schaffen…? Es gibt hier Patienten, die ans Bett gefesselt sind und einmal am Tag auf den Balkon geschoben werden…Man hat ja auch keinen Punkt, wo man alle versammeln könnte…Ist aber schon eine interessante Idee, aber wäre mehr eine EHRENAMTLICHE Sache, da sich Krankenhäuser ja oftmals nicht mal das Pflegepersonal leisten können..Wie dann ein KULTURELLES Angebot…(?) Aber sowohl in medizinischer als auch in kultureller Hinsicht sollten Patienten besser aufgeklärt werden. Ärzte haben jedenfalls oft null GEDULD…und Kultur ist der Fernseher auf dem Zimmer…Ich fände auch Patienten gerechte Aufklärung zu WIRBELSÄULENERKRANKUNGEN am Modell und notfalls mit 10x Wiederholung angebracht…Die Leute hier wissen oft NICHT einmal was sie haben…, wer sie operiert hat/werden wird und vergessen auch sofort wieder was der Physiotherapeut ihnen erklärt hat…Man nimmt sich einfach nicht die Zeit…

      Und zur Zimmersituation:
      Meine Bettnachbarin guckt Fußball und das Musikantenstadl…DA ich ja jetzt ziemlich mobil bin, steh ich seitdem (ungesunderweise ) häufig im FLURBEREICH an einem Stehtisch und versuche mich anderweitig zu amüsieren…, aber richtig toll ist das natürlich nicht…Mir haben 10 Tage Krankenhaus genügt…, da konnte ich durchaus einige SOzialstudien zu Hierarchien, Kompetenzen etc machen (werde später mehr dazu bloggen)..War logischerweise in den letzten Tagen zu krank und unmobil…

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