Klinikchaos II -Imaginäres Blasenproblem Teil II

In normalen Klinikas ist die Aufenthaltsdauer nach einer Bandscheiben-Op ca. 4-5 Tage…, diese hatte ich mittlerweile schon abgelegen: soweit ging es mir ja auch eigentlich ganz gut, wenn ich nicht immer noch dieses mentale Blasenproblem gehabt hätte. Wundheilung etc. verlief äußerlich jedenfalls mustergültig und ich fragte mich echt langsam, ob ich jetzt  total verrückt  bin, dass ich immer noch nicht auf Toilette gehen kann, denn ich hatte Blasendruck und NOCH NIE in meinem Leben Probleme damit gehabt…

Also These Nr II Kommt es jetzt doch von der OP? Schließlich habe ich eine linksseitige Taubheit vom Steißbein bis zum Schambein (fühlt sich genial an)

Stationsarzt fragte mich verwundert: Wie sie hatten eine Taubheit im Genitalbereich schon vor der OP???? Sind sie sich sicher???

(Ja, das hatte ich mehrfach versucht anzusprechen und man hörte nicht zu…, deshalb wollte de Uniklinik ja sofort operieren und ich habe noch 7 Tage länger gewartet… Jedenfalls meinte der Oberarzt, dass kann nicht von der OP etc. kommen, also sollte man jetzt mal ein Konsil mit der Urologie machen…Schließlich gäbe es die ja auch im hause…Fällt ihnen nach 6 Tagen ein–)

Ich war  in dieser Klinik eh für 7 Tage eingeplant, denn die Kasse zahlt  für eine Stenose Op auch 7-10 Tage und diese Spezialklinik hat eine sehr konservative Sichtweise auf Bandscheiben OP’s und außerdem war es ja meine 2 Op nach wenigen Monaten .Allerdings fingen die Leute an zu zweifeln, ob man mich nach 7 Tage wirklich entlassen kann, denn in der Urologie gab es gerade keinen freien Termin…Ich wollte aber eigentlich entlassen werden, denn ich hatte den starken Verdacht, dass mit Privatsphäre und ohne Institutionalisierung sich auch meine Blasenblockade lösen wurde…(Das sahen die Krankenschwestern allerdings anders und nahmen mich beiseite und meinten sie müssten mir jetzt Selbstkatheterisierung beibringen….und dass sie so einen Fall wie mich noch nie gehabt hätten…) Ich war nun endgültig genervt und fertig und schon echt dabei zu resignieren…

Unlogisch wie es war- hatte ich  in den letzten Tagen meine Trinkmenge auf ein Minimum reduziert: ANSTATT den guten Rat des Personals zu befolgen und MÖGLICHST viel zu trinken…und somit sah mein Urin mittlerweile irgendwie dunkelgelb aus, was mich weniger beunruhigte als die Tatsache noch immer katheterisiert zu werden und um das auf 2x täglich zu reduzieren, habe ich eben fast nix getrunken: TOLLE IDEE nach einer Bandscheiben OP.—Irgendwie hatte ich auch zunehmend undefinierbare Unterleibsschmerzen, aber absolut keinen Blasendruck..(war ja auch nix in der Blase)…

Jedenfalls ergab die eingeschickte Urin-Probe an die Urologie das Ergebnis: SCHWERE Blaseninfektion(en) , was für allgemeine Erleichterung sorgte: mein Problem war also evtl. urologischer Natur und lösbar…Man setzte mich auf ein TOLLES Antibiotikum und ich wurde mal wieder angewiesen viel zu trinken…und mich mal zu bewegen, sodass ich Blasendruck bekomme…

Gut, Patient ist diesmal (halbwegs) vernünftig und kippt sich literweise Flüssigkeit in den Magen..Ich fühlte mich nach 4 Litern schwanger mit Wasser und mein Magen hatte eine tolle Form angenommen…und na ja, nach mehreren Stunden und mit viel: Ich boxe mir gegen den Unterleib und erzwinge mal eine Blasenfunktion ging es AUCH…ENDLICH…Brachiale Gewalt gegen den Unterleib nach Bandscheiben Op sei aber keinem ans Herzen gelegt…(Letztendlich weiß ich nicht, ob ich blaue Flecken von den Thrombosespritzen oder ich drücke hart gegen meine Bauchdecke erhalten habe..Jedenfalls bin ich immer noch blau..okay, mittlerweile Regenbogenfarben) Außerdem habe ich ein cooles ziehen vom Steißbein bis zum Schambein..yippieh….

Die Krankenschwestern waren hoch erfreut zu hören, dass ich endlich mal ne Blasenfunktion hatte…Meinten aber dennoch sie müssten mal katheterisieren..Ich so, och ne wieso das denn jetzt:….: RESTHARN Bestimmung für die Urologie…Ist doch schon 30min her…und ich will nicht…Na, gut…500ml Restharn…ist doch jetzt nicht viel, wenn man 4 Liter Trinkmenge berücksichtigt…und die Tatsache, dass ich tagelang gar keine Blasenfunktion hatte…

Jedenfalls fanden die Krankenschwestern die Sache wieder mal nicht für ganz so normal, denn ich hatte weder ein brennen, ziehen, noch eine typische Blaseninfektionssymptomatik (aber wann ist bei mir schon etwas typisch, also vielleicht einfach eine Sache von GESTÖRTEM Schmerzempfinden)…Diesmal wurde ich angewiesen JETZT NICHT MEHR zu trinken, allerdings hatte ich 3 Stunden später wieder Blasendruck und wieder PASSIERTE NICHTS…Also was macht man dann: Trinkmenge erhöhen…2 Liter Wasser tun es doch auch…Danach war ich völlig fertig und meine linke Niere fand die Sache wohl auch nicht so prima…Von Null auf 100 zu gehen, aber mit 6 Liter an einem Tag funktionierte auch meine Blase wieder und mein Urin sah dementsprechend klar aus…So schnell kann man Sachen lösen (oder teil-lösen)…(Wurde dann nochmal zum Urologen geschickt, der von größeren invasiven Untersuchungen zu meiner Erleichterung absah)

Musste dann trotzdem noch das Wochenende dableiben…Genial…und mich drei  weitere Tage im Zweibettzimmer (eigentlich absoluter Luxus) ehmm langweilen…, aber ich muss sagen, dass ich selten in meinem Leben mich ‚ERLEICHTERTER ‚ gefühlt habe, denn trotz aller bleibenden Schmerzen, zuckender Nerven, brennen, kribbeln und Taubheit ist sowas banales wie eine Blasenfunktion doch verdammt wichtig und ich war jetzt auch nicht mehr in der ultimativen Krisenstimmung, sondern dachte OKAY schlimmer Start nach OP Nr.2. , aber ja vielleicht besser als der einigermaßen gute Start nach OP Nr.1…

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