Eingebildet krank Teil III -Intensivstation

Tja, wenn man eben so doof ist Freitag abends und vor dem Wochenende operiert zu werden, ist es klar, dass man zur Vorsicht nachts erst mal auf die Intensivstation abgeschoben wird, was für einen halbwegs wachen Patienten ziemlich nervig ist und ihn eher um jegliche Form des Schlafes bringt…

Das Ganze zeigt, dass ich mich nach diesem OP Eingriff an echt ziemlich viel erinnere…und kein so großes Black Out hatte wie nach OP Nr. II…(die ja gerade mal 8 Wochen her war)

Besonders witzig fand ich die Situation in dem Op Vorbeitungssaal…, wo diese netten Menschen in grün dich verkabeln und ins Nirvana schicken:

So ein netter Typ in grün, meinte da zu mir: „Ach; Sie kenne ich doch schon…“

Ich gucke ihn skeptisch an…2er Typ in grün: „Daran wird sie sich wohl kaum erinnern.“

1 Typ in grün: „Nee, da war sie auch noch wach. Und hat mit mir diskutiert, wo ich ihr den Zugang lege“ (Nun, ja daran erinnere ich mich wirklich nicht, aber das zweite Mal habe ich nix dazu gesagt…, den Zugang hat er mir ziemlich problemlos in den Handrücken geschoben. (Respekt, die meisten Leute können das nicht und stechen mich blau)

Danach ist mein nächstes Erinnerungsmoment tatsächlich das extubieren, was ich als äußerst unangenehm in Erinnerung habe, irgendwie hatte ich im ersten Moment das Gefühl überhaupt keine Luft zu bekommen und habe vage irgendwelche Wortzfetzen in meinem Hirn, dass ich mal atmen oder Luft holen oder was auch immer …

Jedenfalls bekam ich eine Sauerstoffsonde in die Nase geschoben (zu dem Zeitpunkt hatte ich aber den Eindruck perfekt atmen zu können, vielleicht einfach eine ITS Vorschrift) Das Ding nervte mich jedenfalls gewaltig..Es ist kalt und fühlt sich an als würdest du irgendwie einen Windzug abbekommen…Daneben fand ich auch diese tolle Verkabelung enorm störend…Na ja, die Nasensonde habe ich mir dann irgendwann einfach gezogen, aber die Blutdruckmanschette, der Zugang etc.und so weiter blieben natürlich. Dank meiner Überempfindlichkeit stört mich es schon, wenn Elektrolyt-Lösung in mich hinein gepumpt wird…Mein zweites großes Problem war, dass ich zwar völlig klar war, aber meine Augen nicht wirklich lange offen halten konnte, weil mich irgendwas störte…Ich habe dann fest behauptet irgendwas im Auge zu haben, ein Haar oder so und das Pflegepersonal genervt, ob man mir mal einen Spiegel geben könnte, die mir wiederum erwiderten sie würden da nix in meinem Auge erkennen können…Ob ich denn mal was gegen die Schmerzen haben will…Ich erwiderte keine Schmerzen zu haben , außer das ich was im Auge hätte und na ja, mir wurde dann trotzdem was gespritzt was mich für vielleicht 1-2 Stunden ausgeknockt hat…

Dann wurde ich wieder geweckt und jemand kam auf die tolle Idee mich jetzt mal zu waschen…Ich hatte nicht so den Eindruck, dass da eine extreme Notwendigkeit bestand, aber nun gut…Das Licht störte mich weiterhin enorm und ich war immer noch nicht von der Idee abgekommen was in meinen Augen zu haben (Also klar gesprochen, hatte ich ne Lichtempfindlichkeit (Photophobie) aufrgrund dieses tollen nun geflickten Liquorlecks) Aber logisch denkt man nach so einer OP und im halben Delirium nicht…, aber da man mir nun mal keinen Spiegel gab, und nicht schon wieder irgendwie zugedröhnt werden wollte, gab ich es auf mich darüber zu beschweren Mittlerweile nahm ich dann auch so etwas wie Wundschmerz wahr und hätte mich gerne mal auf die Seite gedreht, um irgendwie diesen tollen Druck zu vermeiden, sollte ich aber natürlich nicht und konnte ich auch gar nicht, dazu fehlte mir irgendwie die Kraft…Zum klingeln hatte ich auch keine Lust, da ich mehr Schmerzmedikamente in dem Moment auch nicht wollte…Also beobachtete ich mal mein Umfeld im halbdunkeln…, sah zwei andere Patienten in dem Raum liegen, die auch wie Intensivpatienten aussahen und wohl gar nix mitbekamen und wurde dann wieder vom netten Pflegepersonal gestört, dass mich durch Betätigung des Lichtschalters an meinem neuen gefundenen Zen Beobachtungs Zustand hinderte..Jedenfalls bekam ich -ohne danach zu fragen- mal wieder irgendwas gespritzt, was mich erneut kurz ausknockte…Gefühlte 5 Sekunden später, fragte mich jemand, ob ich denn Blasendruck hätte..Ich hatte keinen und wollte  weiter schlafen…, jetzt wo ich gerade mal 5 Minuten nicht wach gewesen war…Die Schwester fand das wohl eher ungewöhnlich und meinte 1-2 Stunden später, würde sie trotzdem katheterisieren…(TOLL!) Ich war jedenfalls wieder wach und lag so da und fragte mich, was mich nun gerade am meisten störte, Wundschmerz, Verkabelung, Elektrolytlösung, brennende (neuropathische)  Schmerzen in den Beinen(?) Ich beschloß jedenfalls mal so etwas wie Blasendruck zu haben, obwohl ich nun eigentlich nicht wirklich etwas merkte, aber da ich  wach war und selbst gesehen hatte wieviel Flüssigkeit schon in mich geflossen war, betätigte ich mal die tolle Klingel..Die Schwester meinte bei 1000ml wurde es ja auch langsam Mal Zeit…Schlafen konnte ich trotzdem nicht, da die anderen beiden Patienten auch mit irgendwas versorgt wurden und mich mal wieder das Licht blendete…

Komischerweise habe ich dann doch einen Filmriss und kann mich nicht erinnern, wie ich entkabelt und von der Intensivstation zur Normalstation kam…Nächstes Erinnerungsmoment ist dann das normale Zweibettzimmer auf dem ich lag, wo eine Schwester bemerkte: Wie die haben sie um 0 Uhr gewaschen…? Dann brauchen wird das ja jetzt nicht nochmal….(Es war so 8 Uhr morgens) Viel Schlaf hatten sie dann wohl nicht…? Na ja, das können sie jetzt ja nachholen…

Hmmh, also ich hing ja immer noch an dieser TOLLEN Elektrolytlösung…Zu meiner Frage, ob das wirklich noch sein müsste…? bekam ich nur die Kurzantwort: JA…Geschlafen habe ich aber den ganzen Tag eigentlich auch nicht…

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