Beim Neurologen—-Oder wie sich Neurochirurgen im Wesen von Neurologen unterscheiden…Teil I

Um Mal zum ‚hier und jetzt‘ zu wechseln…und die Krankenhausepisode zu unterbrechen…

Also ich fand und finde es ja schon irgendwie nicht ganz so toll, ‚immer noch‘ 4 Wochen nach einer OP mehr oder minder die gleichen Symptome wie vor der OP zu haben, aber eben ’nur‘ nicht ganz so stark…Müsste ja irgendeine spannende Ursache haben…(chronisch oder eben nicht ist hier meine Frage…??? Bzw. ist da irgendwas nervenwurzeltechnisch geschädigt?)

Da ich irgendwie den Fehler gemacht habe nach OP Nr.2 ‚zu lange zu Warten‘ bevor ich einen (qualifizierten) Arzt aufgesucht habe… , aber Neurochirurgen momentan nicht mehr sehen kann (und ich es mir wie eine Satirenummer vorstelle, schon wieder in dieser Klinik aufzutauchen und mich vom netten Oberarzt anschreien zu lassen), viel meine Zweitwahl auf die andere Berufsgruppe mit ‚Neuro‘ im Namen…
Also dem Neurologen…(Die Ärzte mit den netten Reflexhämmern im Schlepptau)…und die auch was von Nerven, Nervenschädigungen etc. verstehen, aber zumeist in anderen Kategorien denken…

Neurochirurgen gehen ja in der Regel von etwas einfachem aus…Da ist irgendwas raumforderndes, mechanisches, was das Problem verursacht…Etwas was man wegschneiden und bekämpfen kann…Interessant ist es ja auch nur, wenn man da irgendwas operieren kann…Ansonsten ist das ganz klar etwas für den anderen Doc. mit Neuro im Namen…und langweilig…Ach, diese Kortisonärzte….

Neurologen -nun ja- denken eher an skurrile entzündliche Prozesse und co…Schwer bis gar nicht behandelbare Erkrankungen des zentralen oder peripheren Nervensystems, die mit eindeutig bestimmbaren Symptomen (Reflexausfälle u.co.) einhergehen, die sie (fast sicher) schon in einer kurzen neurologischen Eingangs-Untersuchung feststellen können…Das Verkabeln an schicken Geräten ist dann (oft) Schritt Nr. II…Bildgebung Schritt III…

Beide Ärztegruppen sind auch völlig anders im Umgang mit ihren Patienten…

Typus Homunculus: Neurochirurg…
Ist in der Regel ein völlig überarbeiteter, unausgeglichener Mensch, der seine Bestimmung in seinem Beruf finden muss, denn er hat ja keine Freizeit und steht dem Krankenhaus auch mitunter rund um die Uhr zur Verfügung…Patienten sieht er außerhalb des OP Saales eher ungerne, da sie eine Neigung haben sich bei ihm zu beschweren und das obwohl er ja sich Stunden aufopferungsvoll echte und harte Filigran-Arbeit unter Mikroskop geleistet hat…Die Ursache des Problems ist doch weg…Die Nervenwurzel frei…Was soll das Gemecker des Patienten(?) Ach, Wundschmerz…Das ist doch heute alles minimal-invasiv…Psychologische Faktoren in die Verhaltensweise eines Patienten zu integrieren fällt ihm schwer…Er versteht seine Patienten nicht…MRT Bilder und neuronale Strukturen, wenn sie sich auf dem OP Tisch offenbaren sind ihm nix fremdes, aber emotionale Regungen des Patienten findet er eher nicht-einordbar und störend…Er denkt häufig laut und beschreibt dem Patienten das ‚Operations-Gebiet‘ en Detail…Er hält seine Patienten grundsätzlich für genuin doof und beweist Ihnen das auch, indem er längere Phrasen auf Latein zitiert..Wenn alles nicht hilft und der Patient immer noch nicht ruhig ist, beglückt er ihn mit einem cholerischen Wutausbruch …Der Neurochirurg ist sauer, wenn der Patient ein konfuses Schmerzbild hat oder nicht wirklich sagen kann, wo er jetzt genau Schmerzen hat, denn nach seiner (Dermatom) Tabelle müsste sich das doch dann auch so und so verteilen…Abweichungen sieht er gar nicht gerne…Denn dann ist der Operationserfolg nicht sicher und dann ist der Neurochirurg sich seiner selbst nicht sicher…

Typus Homunculus: Neurologe:
Auch er ist überarbeitet und zuweilen etwas wortkarg, aber da er nicht Stunden im Op steht, lässt er sich seine Hektik nicht ganz so anmerken…Außerdem braucht ne neurologische Untersuchung auch etwas Zeit. Er ist nicht immer auf dem Sprung und gehetzt…
Der Neurologe ist in Sachen Psychologie etwas geschulter, da sein vorwiegender Job ja Untersuchen + Kommunikation mit dem Patienten ist…(und es gibt ja noch die älteren Modelle, die auch den Facharzt für Psychiatrie haben, daher das auch wirklich etwas länger in ihrer Ausbildung hatten)

Da Neurologen selten ein Operationsziel bei ihrer Untersuchung haben und sich der eigenen ‚Könnensgrenzen‘ bewusst sind, ist es für sie auch nicht so wichtig, wie logisch ein Patient seine Symptome beschreiben kann… Ob somatoform gestört (der Patient bildet sich z.B. Sensibiliätsstörungen, Hörausfälle nur ein) oder hier liegt wirklich eine Erkrankung zugrunde , kann dem Neurologen erstmal egal sein, denn er möchte das Ganze ja nur diagnostizieren..
Daher gehen Neurologen (in der Regel) gar nicht wirklich davon aus, dass Patienten auch (ganz genau) wissen wo sie Schmerzen haben, bzw. dass sie es immer in Worte fassen können, was sie denn wirklich gerade fühlen…Sie vertrauen lieber ihren eigenen Untersuchungsmethoden und unterziehen dem Patienten einige skurrile Tests, in denen sie dann ihre eigene Hypothese entweder verifizieren oder falsifizieren können…
Ihre Eitelkeit merkt man ihnen nicht wirklich an…Sie brauchen ihre medizinische Überlegenheit nicht dauernd durch verbale Gesten dem Patienten darzulegen oder werden sauer, wenn der Patient sich zwischenzeitlich bei Wikipedia viel halb wahres Wissen angelesen hat…
Sie wissen, dass sie mehr wissen und das reicht ihnen…Cholerische Anfälle kennen sie nicht…Sie stören den Patienten höchstens mit totaler Ruhe und super unkonkreten Aussagen…In Details oder Spekulationen gehen sie lieber nicht und erklären auch nicht en Detail was sie jetzt genau befundet haben. Sie untertreiben lieber als das sie übertreiben und versuchen den Patienten jetzt im Gespräch nicht noch mehr zu verunsichern…Das schaffen sie erst durch Befundberichte…: sehr gewissenhaft verfassen Neurologe -nämlich- ihre Berichte, die sie auch recht schnell an behandelnde Ärzte weiter übermitteln (Die sie eh nicht lesen.) Als uninformierter Patient erfährt man meistens auch erst im Befundbericht was nun eigentlich hier untersucht wurde oder was das Verdachtsmoment war…Die Befundberichte klingen dann lyrisch, verunsichernd und kurios für den Patienten und können ihn dann doch in Panik versetzen, denn was heißt eigentlich “keine Pyramidenbahnzeichen’…??? Ist das jetzt gut oder schlecht?? Ausbaden muss das dann der Hausarzt…
Experte sind Neurologen auch in Sachen Medikamenteneinstellung (neben den Schmerzärzten (Anästhesisten)) . —obwohl Neurologen oft auch selbst nicht so genau wissen, wie und warum ein medikament jetzt wirkt.., wissen sie häufig was bei einem Patienten garantiert nicht (mehr) wirken kann…

Die Quintessenz für mich aus diesen Charakterportraits ist:

Der Neurologe ist mir persönlich zu unkonkret und undurchschaubar, der Neurochirurg zu cholerisch und ad-hoc handelnd…Dennoch würde ich sagen, dass man insgesamt besser mit Neurologen als Neurochirurgen reden kann…

Für beide Neuro-Berufsgruppen bin ich als Patient eher verwirrend und nicht so beglückend, da man bei mir lange Zeit nicht unbedingt Ergebnisse hatte, wo Bildgebung (MRT) + elektrophysiologische Zusatz-Untersuchung + klinische Eingangsuntersuchung zueinander gepasst haben…, was eben zu Fehlinterpretationen führte…

Aber na ja, nach OP Nr. III… bin ich eindeutiger geworden…mindestens etwas…

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