Das alte Jahr in Bildern…

…Man schreibt das Jahr März 2009. Ca. 7 Monate nach meinem Sportunfall…Orthopäden rieten mir immer dazu: weniger Sport zu machen, wenn ich ihnen erklärte, dass irgendwie meine Motorik bei Dreh-Sprung-Kicks nicht mehr dieselbe sei wie zuvor und ich so ein komisches Vibrationsempfinden im Bein habe…+ es mir ganz weg knickt teilweise…Medizin interessierte mich da ja noch nicht und woher soll ich wissen, dass das eine Kribbel-Parästhesie ist (?)..Ein genervter Orthopäde verwies mich schließlich an einen Neurologen und der meinte es könnte ein Gleitwirbel sein..Zu dieser Zeit machte ich sogar noch Sport, aber nichts wollte mir so Recht gelingen…Keine Drehungen, kein Kick…etc..Komischerweise hatte ich zu der Zeit kaum Schmerzen…:

So ab September 2009 fand ich ja die Schmerzen recht unerträglich…Ich argumentierte bei meinem Hausarzt allerdings immer noch vehement für eine ISG Blockade…Nachdem ich das spannende Buch „der enge Spinalkanal“ gelesen hatte,war ich nämlich eigentlich gegen OP’s …Mein Hausarzt fand das irgendwie bei den Bildern nicht ganz so logisch und überwies mich an einen Neurologen. Dieser attestierte mir ne Teilwurzelläsion an S1 und stach mich für Wochen bei so einem tollen EMG blau(Juhu) Man schrieb Januar 2010…Neurochirurg I fand trotz dieses Ergebnis: man kann noch warten und versuchte es mit Schmerzmedis: Opiaten und co…Würzburger Cocktail (Novalgin,Tramal, Cortison): Kann ich nur empfehlen…Empfindliche Menschen bekommen darauf Dauererbrechen… Half auch irgendwie gar nicht…Mein Bein fing ständig an nachts zu zucken und ich hatte schließlich beidseitig Beschwerden…Neurochirurg II meinte daraufhin, dass man doch evtl in den nächsten Monaten mal operieren sollte…(Wobei er die Notiz des Neurologen übersah und mir keine eindeutige OP-Indikation erteilte. Das wurde wiederum von der Kollegin korrigiert..(Ich habe diese geniale Akte vor der OP gelesen…) Ich gab dem NeurochirurgII ja noch den Tipp, dass meine Bilder nun fast ein 1 jähriges Jubiläum feiern..Daraufhin meinte er, dass sei für ne OP zu alt und machte mir einen neuen MRT Termin mit nur phänomenalen 8 Tagen Wartezeit. Mittlerweile starb ich ja fast vor Schmerzen und es wurde auf einmal beidseitig…Ich hatte das vorher nur links gehabt, dermatomtechnisch abgrenzbar…Ausstrahlungen in beide Beine fand ich dann noch toller…Mein Schmerz kam tatsächlich eher von L4/L5…und nicht wie man hier vermuten könnte S1/L5…Es entwickelten sich auch seltsame motorische Defizite,die mein ganzes Umfeld in Besorgnis versetzte und zu der Frage: Wann kommt jetzt endlich die OP??? Na ja, die waren irgendwie in der Praxis unterbesetzt und warteten noch 3 weitere Wochen ab…
Die ambulante OP lief komplikationslos, außer das mein Bein während der OP unwillkürlich zu zucken anfing…Und so wurde ich 21 Stunden später nach gezogener Wunddrainage wieder in die Freiheit entlassen…Nachts war ich ja auch nur leicht kollabiert…, aber morgens ging es mir schon herrvoragend. So gut, dass man mir bei der Entlassung vergaß etwas zur Thromboseprophylaxe mitzugeben…Ich wurde entlassen mit 2x400mg Ibuflam…Die nächsten Tage dachte ich..,sterben wäre jetzt schöner…Aber man überlebt ja alles…

10 tage nach der OP fing ich die ambulante Reha an und hatte im Verlauf 5 unterschiedliche Physiotherapeuten mit 12 unterschiedlichen Ansichten was ich tun und lassen sollte. Im Allgemeinen ging es mir nicht viel besser also vor der OP. Vielleicht so 3-4 Wochen…, wenn man mal den Wundschmerz und Operationsstress beiseite schiebt…Gut, ich konnte wieder sitzen..Also schmerzgelindert im S1 Dermatom…., aber die beidseitige Symptomatik blieb…L4/L5 ließ grüßen…Denn man hatte mir in der tollen ambulanten OP zwar den Massenvorfall an S1/L5 entfernt, aber den mittigen Bandscheibenvorfall, der schon in 09 die Cauda quetschte, mir belassen… Meine arme bedrängte Wurzel wurde einfach nur durch ein schönes interlaminäres Fenster ein wenig entlastet..Bei einer hochgradigen Stenose und einem mittigen Bandscheibenvorfall etwas wenig vielleicht…
Da ich zwischenzeitlich dann das Gefühl hatte,mein Nervensystem spinnt und ich plötzlich auch kribbeln in den Händen hatte…, schickte man mich in eine GENIALE Ausschlussdiagnostik und machte hübsche Bilder meines Hirns und meiner Halswirbelsäule…Die absolut langweiligen cranialen und zervikalen Aufnahmen erspare ich mir an dieser Stelle…auch die negativen Tests für Borreliose, Lues und HIV werde ich hier nicht posten…Ich konnte mich auch nicht entsinnen, nach der OP einen Zeckenbiss gehabt zu haben oder wilde Sexorgien mit Männern aus dem Drogen Milieu zu feiern: wobei mein Hausarzt ja bemerkte, dass Lues bei homosexuellen Männern in Großstädten im Kommen sei…Aber wenn man schon Lues ausschließt, dann kann man ja auch gleich die Aorta auf Dysfunktionalität testen…Genetisch bedingt, habe ich da ja auch Risikofaktoren…Der Aorta ging es aber auch soweit ganz gut…, dann blieb ja eigentlich nur übrig sich mal wieder meine LWS anzugucken…So 5 Monate später…Das fanden dann gleich zwei Neurochirurgien wieder operationswürdig…,wobei es Mal wieder 2 unterschiedliche Ansichten gab, was man operieren könnte: privatisierte Klinik I: Nur L4/L5 und gleich ne komplette Laminektomie…Fand ich jetzt so aus Stabilitätsgründen nicht ganz so toll…Außerdem fand ich ja, dass an S1 auch irgendwas nicht stimmte…
Klinik II: Neurolyse der S1 Wurzel + Operation (weitestgehend) über vorhandenes interlaminäres Fenster von links an L4/L5 in undercutting Technik…Der Neurochirurg und Oberarzt von Klinik II liebte mich von der ersten Minute an und ich ihn…Er hatte glaube ich das Gefühl ich betreibe Kliniks Hopping und empfand mich als leibhafte Inquisition, aber immerhin erklärte er sich bereit mich zu operieren, denn „kein Neurochirug würde so etwas nicht gerne operieren wollen…“ Auch wenn wir uns menschlich wohl kein Stück sympathisch waren…Ihm lieferte ich mich ans Messer und das gleich 2x…Beim ersten Mal fand er eine beidseitige Foramenstenose an L5 und auch an S1 hatte ich eine Radikulopathie durch eine Synovialzyste—Noch nie vorher gehört—

Nach Operation Nr II wurde ich sofort in stationäre Reha geschickt…Danke an die AOK…! Es gefiel mir dort ausgesprochen gut,insbesondere weil der Schwerpunkt auf Hüft und Endoprothetik lag und ich mir da nochmal so richtig jung vorkommen konnte, wie so ein Küken das einem Ei entschlüpft…Schließlich waren alle anderen so um die 80 Jahre…Mir kam es etwas merkwürdig vor,dass die Schmerzen nicht wirklich besser wurden, auch wenn initial die Lähmung weg ging…Komisch fand ich auch, die Gehörverluste auf der rechten Seite meines Ohres und das ich nicht mehr in helle Lichtquellen gucken konnte,ohne das Gefühl zu haben mich übergeben zu müssen…Der geniale Orthopäde versicherte mir aber , dass dies nicht von einer Bandscheiben-OP kommen kann, sondern vielleicht psychisch sei…
Ich hatte das ja mittlerweile selbst gegoogelt und schwankte nun auch zwischen dem Gedanken: Entweder du hast eine somatoforme Störung oder ein Liquorleck…Leider brauchte ich noch ein paar Wochen, um diese konträren Thesen mal zu prüfen, denn ich tendierte bis zum Blasenverhalt doch zur Psyche…Einfach weil ich auch Neurochirurgen nicht mehr sehen konnte…Von meinem schicken Liquorleck gibt es leider keine Bilder, denn diese wurden ja notfallmäßig gemacht und mir nicht feierlich überreicht…Und die Geschichte nach OP Nr III erörtere ich ja immer noch auf dieser Seite…

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