Neurologenbesuch…

Nachdem sich mein Neurologe an einen aktienträchtigen Klinikskonzern verkauft hat und nur noch Privatpatienten behandelt, stand ich jetzt nun vor der Wahl, gehe ich jetzt in dieses neue ‚MVZ‘ oder zu dem einzigen freien Neurologen im Umkreis von 50km, der aber so stark überlaufen ist, dass er Leute nur durch winkt…
Im MVZ durfte ich dann 2 Monate auf einen Termin warten…Und wow, hat sich das aber gelohnt…(Ironiemodus an)…

Also:
Begrüßung
Ärztin: „Hallo, ich bin Frau Dr. XY und auch schon lange am Klinikum als Oberärztin, ehhh… ich meine ich war lange als Oberärztin tätig und habe mich nun entschieden in den ambulanten Bereich zu gehen. Ihr Neurologe praktiziert ja nun nicht mehr und ich habe Sie daher als Patientin übernommen…Was kann ich für Sie tun?“
Ich: „Na ja, ich hatte 3 Bandscheiben-Op’s im letzten Jahr und immer noch massive Kopfschmerzen…und ausstrahlende Schmerzen…“
Ärztin:“ Hier auf der Überweisung steht chronisches Schmerzsyndrom. Es geht dabei wohl nur um eine medikamentöse Behandlung.“
Ich: „Nee, ich würde eher schon gerne wissen, ob alles in Ordnung ist. Denn ich finde manche Sachen schon recht komisch. Außerdem finde ich die Schmerzen unnormal“
Ärztin: „Sie sehen gar nicht aus als hätten Sie irgendwelche Schmerzen. Sie Lächeln so. Ihnen fehlt der Leidensdruck. Würden Sie wirklich sagen, dass sie momentan überhaupt Schmerzen haben. Auf welcher Skala befinden Sie sich denn..Wenn es von 1-10 geht??“
(Ich hatte an dem morgen so massive Kopfschmerzen, dass ich gegen ein Black-Out kämpfte…)
Ich: „Ja, ich finde die Schmerzen massiv…So 5 von 10..“ (Gefühlt eher 8, aber ich wollte dann mal untertreiben)
Ärztin: „Ja, ihr Hausarzt schreibt ja auch chronisches Schmerzsyndrom. Ich kann zwar bei Ihnen eine kurze fokal-neurologische Untersuchung durchführen, aber das wird ja dann wohl eh nichts ergeben. (HELLSEHERISCHE FÄHIGKEITEN HAT DIE FRAU) Nun, erklären Sie doch erstmal ihre Krankengeschichte.“
Ich: „Haben Sie das nicht in ihren Akten?“
Ärztin: „Ich habe nur 1! Arztbrief aus dem November. Der ist auch kaum aufschlußreich…(GANZ TOLL)
Ich: „Nun, ich wurde 3x operiert…Hatte u.a. ein Liquorleck..(Bla, Bla, Bla) und immer noch Kopfschmerzen“ (Ärztin unterbricht mich immer wieder…Notiert sich sowas wie Ach benigne Myoklonien, dagegen kann man GAR NICHTS medikamentös machen) Zum Kopfschmerz:
Ärztin: „. Das klingt nicht nach an einem Liquorleck. Wenn der Schmerz erst 1-2 Stunden auftritt nach dem aufstehen. Sie haben Spannungskopfschmerz. Da sollte man was zur Prophylaxe geben…Amineurin“ (JA, SUPER..Mein LIEBLINGSMEDIKAMENT)
Ich: „Einen Schmerztherapeut habe ich doch schon. DR Z. Und ich habe keinen Spannungskopfschmerz…und Amineurin wirkt nicht…Außerdem übergebe ich mich ständig.“
Ärztin: „Ja, Schmerzen am ganzen Kopf…Sie erwähnten doch eine Essstörung. Und was sie mir beschreiben ist eindeutig Spannungskopfschmerz“
Ich: „Ja, aber ich übergebe mich -glaube ich- eher wegen dem Kopfschmerz. Und es ist nicht der ganze Kopf…Es sind punktuell Ohren, Stirn und Nacken, Hinterkopf“
Ärztin: „Das ist der ganze Kopf. Man sollte Sie auf TOPIMARAT einstellen…Das hilft auch gegen Essstörungen“ (Als NEBENWIRKUNG soll es den Appetitt hemmen…Da ich aber eh eher phasenweise überhaupt nix esse, für mich wohl eher nicht geeignet.) Ich schreibe das mal ihrem Schmerztherapeuten“
(Nach kurzer neurologischer Untersuchung..)
Ärztin:“ Sehen Sie: Außer einer leichten, nicht mal echten Fußheberschwäche links, ist da gar nichts…“
Ich: „Ich hinke aber rechts…Ich falle grundsätzlich über den rechten Fuß“
Ärztin: „Ich habe das untersucht…Da ist nix und ich mache jetzt auch nicht notfallmäßig irgendwelche elektrophysiologischen Zusatzuntersuchungen… Sie hinken kompensatorisch. Die Schwäche ist links…Seien Sie doch froh, dass Sie keine vollständige Fußheberparese haben (Ja, ich bin SOO DANKBAR) Aber wir sollten mal nachsehen, woher das kribbeln in den Armen kommt. Das könnte ein sulcus Ulinaris sein. Arbeiten Sie oft am Computer mit der Hand angelehnt.?
Ich: „Nein…Da ist nix geklemmt. Ich habe nur ne Gefühlsstörung…Da können sie eh nix messen….Und wozu das jetzt?“
Ärztin: „Wollen Sie die Untersuchung oder nicht?“
Ich: „Ja, da wird man NICHTS feststellen…Wenn ich das mit den Beinen vergleiche.“
Ärztin: „Dann trage ich aber hier ein, dass der Patient eine notwendige Untersuchung VERWEIGERT hat. Uns wird immer nachgesagt, dass wir nichts machen und Dinge übersehen.“ (VERMUTLICH ZU RECHT…)

Ach, und mein lieber Nerv: Der sulcus ulinaris ist natürlich SUPER ableitbar gewesen…Das wusste ich auch schon vorher…(Stöhn)

Leider hinke ich aber immer NOCH RECHTS und nein NICHT kompensatorisch…Außerdem WIE will man das jetzt bitte nach 3m laufen SEHEN…?????

Nach diesem Termin bin ich dann auch leider im Buss wirklich umgekippt. Man könnte auch sagen, ziemlich unglücklich gestürzt und seitdem weiß ich echt überhaupt nicht mehr, ob noch alles okay ist…Na ja, prinzipiell habe ich seitdem WENIGER Schmerzen, aber ob das ein gutes Zeichen ist, bezweifel ich…Kommt mir eher vor wie ne Anästhesie…Aber wie erkläre ich das jetzt wieder einem Arzt??? Schließlich kribbelt meine gesamte Wirbelsäule jetzt mal…(Fehlwahrnehmung)…Ich frage erst mal den Physiotherapeuten, was der dazu meint…Die sind meistens ja die ersten, die merken, wenn etwas gar nicht geht…

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Ein Kommentar zu “Neurologenbesuch…

  1. Stimmt, gewisse Parallelen sind nicht zu leugnen.
    Ich kann dir eigentlich nur Hartnäckigkeit wünschen.
    Und Glück – auch wenn das vor DEM Hintergrund auf den ersten Blick vielleicht bissl blöd klingt. Aber du weißt wahrscheinlich, wovon ich rede und wie ich das meine 😉
    Grüßle – Biene

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