Ein hin und her geschobener Patient…Teil II

Nun ja, ich saß also mal wieder einem Neurologen gegenüber…(Okay, das ist übertrieben. Es ist eigentlich erst der dritte Neurologe, den ich ambulant jemals aufgesucht habe) Mein Ex-Neurologe (denn ich höchstens 4x aufgesucht habe) ist schließlich in seiner wohl verdienten Rente und die Ex-Oberärztin…(Worüber man nicht reden kann, darüber soll man schweigen)
Also zurück zum Thema…Dieser neue Neurologe ist so ein Dynastie Produkt…Ein Junior…Ich würde ihn nur 5 Jahre älter als mich selbst schätzen…Er muss schon am Mutterbusen gewusste haben, dass er mal Neurologe wird…Ob er das gerne ist, weiß ich nicht, aber das er fachlich kompetent ist , konnte man sehen…Auf der psychologischen Ebene fühlt ihm aber erheblich das Feingespür. Prinzipiell war ihm leider sehr schnell klar, dass er mich NICHT als Patienten haben will…
Nachdem ich also ansatzweise erklärt hatte wie kompliziert die Geschichte meines Krankheitsverlaufs ist, sah er wohl einen frühen Feierabend dahin schwinden bzw. kämpfte er mit dem Gedanken mich rauszuwerfen oder eben doch zu behandeln:
N: „Wie Sie konnten das Problem in 3 Jahren nicht lösen und ich soll es jetzt in 10 Minuten richten? Dazu habe ich weder Zeit noch Lust…Das überfordert mich hier.“
I: „Danke, für die Ehrlichkeit aber ich werde momentan immer weiter verschoben. Ich war schon in der Neurologie in XY, in der Neurochirurgie und beide habe exakt nach 4min mich wieder vor die Tür gesetzt. Wobei die Neurochirurgen Bilder wollten. Ich habe keine Lust mich re-re-re-re- operieren zu lassen, wenn es vielleicht das “
N: „Ja, Neurochirurgen…Die, ehhh sind da nicht so…Ehh, so etwas gehört auch auf eine neurologische Station.“
I: Da war ich auch schon. In Z. Die sagen, es sei teilweise psychogen und zervikogener Kopfschmerz. Die andere ambulante Neurologin ich hätte Spannungskopfschmerz…“
N: Was erwarten sie denn von so einer Wald- und Wiesen Rehaklinik in Hintertupfingen. Das ist doch keine Uni-Klinik???? Aber sie haben schon etwas stark psychogenes an sich…Wie sie von den Ereignissen berichten könnte man annehmen sie würden einen fröhlichen Sparziergang in der Sonne machen. Und dieses rumgehampel bei der Untersuchung…“
I: „Ja, genau mein Affekt ist schon immer gestört…Mein Ex-Neurologe schrieb so etwas wie affektiv nur bedingt schwingungsfähig.“ (Ich sah ihn immer noch lächelnd an…Irgendwie verstehen Neurologen meine Ironie kein Stück…Momentan bin ich psychisch def. in keiner Krise, aber ich fange sicher nicht an zu weinen über mein Schicksal…Wenn ich mich nicht davon abgrenzen würde, dann wäre ich schon längst schwer depressiv…“
N: „Es ist schon auffällig, dass Sie immer zu spät handeln. Man hätte ihnen viele früher helfen können. Ich sehe ihre Symptome eindeutig als Liquorunterdruck an…“
I: „Was kann ich dafür, dass ich 2,5 Monate auf einen Termin bei der ambulanten Neurologin bekomme und diese mir 5 Kopfschmerzsyndrome aufzählt und ich sage es passt keins und dann mit der Diagnose Spannungskopfschmerz entlassen werde und gar nichts zu haben. Nicht mal nee Fußheberschwäche…????“
N: „Na ja, das emg zeigt eindeutig, dass da eine Schädigung ist…Aber insgesamt kann ich das schwer beurteilen. Dazu bräcuhte ich die Bilder…“
I: „Die können Sie sich ja ansehen…“
N: „Dazu habe ich keine Zeit. Wissen Sie wie viel Zeit ich ihnen schon gewidmet habe? Normalerweise kann ich mich nur max. 15min um einen Patienten kümmern. Sie hatten Glück der letzte Patient zu sein…Ich werde Sie mal in die Neurologie der Uni überweisen…“
I: „Und die machen dann genau dasselbe wie Sie und lesen auch die Akte nicht durch und verwahren mich und setzen mich auf noch höhere Schmerzmittel.“
N: „Wir machen vorher mal ein MRT der LWS…Wenn die da was sehen, dann sind sie auch motivierter“
I: „Und wenn nicht? Sie sagen doch die Cauda Symptomatik ist ein Alt-Schaden“
N. „Schulter zucken.Dauerts halt länger…Aber die machen schon was“
(Na, ja ich bin mir da nicht so sicher…Aber immerhin nur 14 tage Wartezeit…Irgendwie habe ich das Gefühl mein Leben findet statt, aber ohne mich…)

Habe ich eigentlich schon erwähnt wie ätzend ich Krankenhäuser finde…Na ja, mein letzter Aufenthalt ist 11 Monate her…Trotzdem habe ich ätzende Flashbacks…Zum Beispiel träume ich vom extubiert werden…Das ist ein VOLL ekliges Gefühl…

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2 Kommentare zu “Ein hin und her geschobener Patient…Teil II

  1. *umärmel und festhalt*
    Flashbacks sind scheiße… Und so Träume erst recht, geben sie einem doch das Gefühl, nirgendwo mehr sicher zu sein….
    Ich hoffe, beim nächsten Termin findet sich ein Arzt, der nicht nur Arzt ist, sondern auch Mensch…

    • Eine Umarmung könnte ich gerade ganz gut gebrauchen. Danke Dir für die virtuelle…Ist immer gut, wenn man spürt, dass auch andere Menschen da draußen sind , die es irgendwie verstehen…

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