Kliniksaufenhalt ÜBERLEBT (!) Teil I

Aus der Serie: Schlimmer geht immer oder meinem zweiten Standard-Lieblingssatz: „Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor“ (Mit diesen beiden Aussagen könnte ich die Geschichte meines 4-tägigen Kliniksaufenthaltes auch schon wieder beenden, aber nun der Reihe nach)

Diesmal war ich also im anderem Standort unseres wunderschönen privatisierten Klinikums. Dieses hat man ganz schick mal eben neu gebaut und von 105 Standorten auf einen Riesenklotz zusammengelegt. In diesem Riesenklotz ist nun alles neu organisiert worden, was eigentlich heißt , dass bis lang wohl noch gar nichts organisiert ist…
Meine 2. Bettnachbarin hat jedenfalls (mit akutem Schwindel) 24 Stunden in der zentralen Notaufnahme -ohne Überwachung- in einem Arztzimmer liegend verbracht und in der Zeit hat wohl nur der Arzt mal nach ihr gesehen, wenn er zufällig auch an seinen PC musste…Einen Monitor etc. hatte sie nicht, da das Pflegepersonal meinte, dass man sowieso nicht merken würde, wenn das Ding angeht…
Gut, die Frau ist nicht gestorben und hatte keinen akuten Schlaganfall, aber dennoch…: Grob fahrlässig…

Nun, aber zu meiner Geschichte: Seit 11 Monaten habe ich erfolgreich Krankenhäuser gemieden…Leider hatte mich ein Neurologe -der meinen Fall und die 27000 Arztberichte zu komplex fand- mal wieder eingewiesen, um ein Liquorunterdrucksyndrom auszuschließen…Übrigens hatte ich auch 10 Monate KEINEN Neurologen bescucht…

Ich hatte ja schon diesen Arzt Patientenkontakt als äußerst unangenehm empfunden, aber die Stationsärztin der Neurologie konnte dies noch toppen…

Tatsächlich war schon die Aufnahme eine einzige Katastrophe. Zunächst musste man Nummern ziehen und dann sich in einen Glaskasten begeben, wo man dann alle Unterlagen ausfüllen durfte und weiter auf Station geschickt wurde. Soweit – so gut-, aber auf der Station angekommen, wurde mir mitgeteilt, dass es leider noch kein Zimmer für mich gäbe, da man zu wenig Reinigungspersonal hat und ich noch 20-30 min warten sollte…(Wie man vermuten kann, wurde aus diesen 30 min ca. 3-4 Stunden…) Da ich ja ständig Kopfschmerzen habe, wenn ich stehe, lag ich während der Zeit weitgehend auf nem Sofa vor der Station…Mein Bruder hat während der Zeit chinesisch gelernt oder wir haben uns über nonsense unterhalten…Zwischendurch bekam ich auch mal Blut abgenommen, was meinen Bruder fast zum umkippen brachte…, obwohl er nicht mal dabei war. (Er hat da ein Trauma…Als Kind einen Autounfall überlebt)

Als ich nach Stunden endlich dieses sehr hellhörige Zweibettzimmer beziehen durfte, erwartete mich Schrecken Nr. II in Form einer etwas seltsamen älteren Dame, die man wohl kurzfristig von der Straße aufgegriffen hatte und 4 Tage verwahrt…Eine Diagnose hatte sie wohl auch nicht bekommen…Sie saß jedenfalls im Rohlstuhl, aber war gerade dabei entlassen zu werden. Man wollte sie noch einmal kurz durch das CT jagen…Mir war nicht klar, ob die Frau dement war oder eben nicht sehr gebildet. Jedenfalls ließ man sie 6-7 Stunden im Rollstuhl im Flur warten…

Schrecken Nr. III ereilte mich in Form von der Stationsärztin. (In allen Klinika -die ich bisher besucht habe- sind das irgendwie Vollidioten.)
Wobei ich es in diesem Fall eigentlich noch schlimmer finde -wie die mich behandelt hat-, denn die Frau möchte Psychiaterin werden und macht eben ihr praktisches Jahr in der Neurologie…Ich wünsche aber keinem —-ABSOLUT GAR KEINEM—- psychisch erkrankten Menschen jemals mit dieser Frau konfrontiert zu werden, denn ihr fehlt jegliches Feingespür und noch dazu bildet sie sich ein deine psychische Gesundheit nach 23sek. beurteilen zu können ohne wirklich Ahnung über die Hintergründe oder die Art deiner Erkrankung zu haben…(Außerdem sollte es ja hier um die neurologische Problematik gehen)

Ich bin immer recht freizügig, was meine psychiatrischen Diagnosen angeht (Essstörung, die mehr an eine Zwangsstörung erinnert) und trage das im Anamnesebogen ein…

Das Erstgespräch drehte sich dann auch im Wesentlichen um meine psychiatrischen Komorbiditäten, aber in einem absolut konfrontativen Stil…
Stationsärztin: „Wie ist denn ihre Symptomatik?“
Ich: „Tagsüber habe ich vorwiegend starke Kopfschmerzen. Aber ich habe auch Probleme beim Treppen steigen…Nachts habe ich starke neuropathische Schmerzen. Alles brennt. Selbst in den Händen. Und ich bekomme Muskelzuckungen“
S: „Sind Sie vielleicht zu depressiv eine Treppe zu steigen?“
Bruder: „Nee, wir arbeiten zusammen. Und es ist echt unschön zu sehen, wie sie sich Treppen hoch ziehen muss.“
S: „Ist der Arbeitsplatz ebenerdig?“ (In meinem Kopf ein großes Fragezeichen????)
B: „Nein, vier Stockwerke…Sie macht ja auch Führungen von einer Stunde und da muss sie hoch und runter…“
S: „Sind sie sexuell mißbraucht worden?“ (Das fragte Sie mich BEI OFFENER TÜR. Draußen war die ältere Frau im Gespräch mit zwei Männern und mein Bruder war anwesend. In dem Moment sah ich wohl zu meinem Bruder herüber…Einfach weil ich fand, dass es „out of line“ war und ich seinerseits Bestätigung haben wollte…, dass es zu weit geht)
Ich: „Ehh, J…ich meine Nein…Nein..“
S: „Das klingt nicht nach einem Nein.“
Ich: „Nein, wirklich Nein.“ (Also ich bin wirklich NICHT sexuell mißbraucht worden, aber ich habe in meiner Jugend Gewalterfahrungen gemacht…)
S: „Und was studieren Sie beide?“
(Wir beide haben ungefähr die selben Fächer)
S: „Ach, dann haben sie fast ein Zwillingsähnliches Verhältnis. Leben sie auch miteinander.“
Bruder: „Ich bin viel älter als meine Schwester…Wir haben fast nie Seminare gemeinsam besucht und wir leben auch nicht zusammen.“
S: „Beruhigend zu hören. Man könnte fast denken…“ (Jedenfalls beschloss das den ersten Auftritt der Dame und sie kündigte an mich später untersuchen zu wollen)
Mein Bruder versetzte dieser Satz auf 180..Sprich: Er war unglaublich sauer, dass man ihm so etwas unterstellt…Und er überlegte, ob er mich jetzt so alleine lassen könnte oder nochmal die Sache klarstellen sollte…Ich überzeugte ihn davon, dass es alles nur verschlimmern würde und er fuhr nach hause…

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