Krankenhaus ÜBERLEBT Teil (IV) oder wie man sich als Patient nicht verhalten sollte…

Ohne meine übliche Dröhnung an Hammermedikamenten blieb mir nachts nur eins übrig: Umherwandern…
Es gibt fast nichts schöneres als nachts in einem Krankenhaus hin und her zu laufen. Trotz meiner sehr starken Depression (Ironiemodus an) lief ich auch gefühlte 100x die Treppe hoch und runter…(Ehrlich gesagt ziehe ich mich Treppen eher hoch und schwanke sie runter, aber dieses Detail ist ja nun unwichtig)
Alles ist jedenfalls besser als dieses verdammte Gefühl der Ganzkörperverbrennung erleiden zu müssen…Sich bis zum umkippen müde zu laufen ist aber leider nicht so effektiv wie 300mg Tillidin und 800mg Katadolon S…Jedes Mal wenn ich mich versucht habe wieder hinzulegen kam dieses scheußliche Fegefeuer Gefühl wieder und ich stand erneut auf…
Die Nachtschwester empfahl mir doch meine eigenen Tabletten zu schlucken. Der ging mein hin und her laufen sicherlich irgendwann auch auf den Nerv…
Nach unsagbaren 2,5 Stunden Schlaf war ich am morgen noch besser gelaunt als am Abend davor…
Toll, wenn dann schon wieder die Visite vor dir steht, so als lebende Inquisition in Form von Stationsärztin und Oberärztin mit ca. 10 Student/Innen, die auf dich herabsehen als seiest du ihr ureigenstes Forschungsobjekt.
Morgens um 8 Uhr bin ich jedenfalls nicht gewillt Fragen zu meinem Befinden zu beantworten bzw. schaffe ich das nur in meiner verqueren Ironie, sodass alle Ärzte wieder an meinem geistigen Zustand zweifeln müssen…
Oberärztin: „Na, wie geht es Ihnen so heute morgen?“
Ich: „Nicht anders als gestern.“
OÄ: „Ja, gestern konnten Sie mir ja nicht so richtig erklären was ihr Problem ist…Wie war die Nacht?“
Ich. „Ätzend?“ (Die Oberärztin fühlte sich nun wirklich provoziert. Die Stationsärztin stand wie so ein besserwissender Geier in der Runde mit dem Blick: Ich sag es ja, die Frau hat Sie nicht alle und die Student/Innen sahen verlegen unter sich…)
OÄ: „Wie funktioniert das mit den Medikamenten?“
Ich: „Habe keine genommen…Merke noch keine Entzugssymptome…“
OÄ: „Na, wenn Sie die nicht brauchen, dann kann ich Sie ja mitnehmen.“ (Nimmt demonstrativ die Medikamente an sich) An die Stationsärztin: „Dann machen wir erstmal das übliche EEG, EMG..Wie besprochen…“
Ich: „?“
Bettnachbarin (als das Kampfgeschwader abgezogen war): „So solltest du echt nicht mit denen reden. So verhälst du dich doch sonst nicht“
Ich: „Das weiß ich auch, aber ich konnte gerade nicht anders…Außerdem kann ich wirklich nicht beschreiben wo mir was weh tut und das war gerade der kürzeste Weg out…“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s