Im MRT again and again and again…

Mein Hausarzt hatte nur den Kopf darüber geschüttelt, dass die nun das 4te MRT der LWS (Lendenwirbelsäule) machen wollen…H: „Wenn die sich eine andere Ebene ansehen würden oder eine CT-Myelographie…Das würde ich trotz der Strahlenbelastung in ihrem Fall noch einsehen…Aber schon wieder ein MRT der LWS??? Na ja, es kann Ihnen nichts schaden…Bei einem CT hätte ich gesagt: Lassen Sie es bleiben, aber bei einem MRT??? Was das Neues ergeben soll, verstehe ich allerdings nicht…Man könnte natürlich hoffen, dass sich ein Radiologe mal für ihren Fall interessiert und danach noch etwas sinnvolles in die Wege leitet. Lassen Sie es doch evtl. mal machen“

Da MRT’s schon fast zu einer Zweitwohnung für mich geworden sind, hab ich den Termin in der ‚Röhre‘ dann auch wahrgenommen. Dies ist nun die 5te(!) Radiologie, die ich kennenlernen durfte. (Ich bin nicht nur Medikamententester. Anscheinend teste ich auch die Komfortabilität enger Röhren)

Der Besuch dieses tollen Luxusgeräts hat mich mal wieder einen ganzen Tag meiner Lebenszeit gekostet, denn einbestellt war ich zunächst am frühen Nachmittag…
Die Frau an der Rezeption teilte mir auch mit, dass man bei den MRT’s im Zeitplan liege und es vermutlich nicht mehr solange dauert…Ich solle immer das Namensboard im Auge behalten und wenn mein Name auf diesem rot blinkt( mit einer Nummer darunter), soll ich rüber zum MRT gehen. Die Nummer würde der Kabinennummer entsprechen und ich sollte dann in diese Kabine rein gehen… Komischerweise schien in meiner gesamten Wartezeit dieses Board gar nicht genutzt zu werden, denn die Patienten wurden eigentlich immer von Pflegern/Krankenschwestern/MTA’s aufgerufen und mitgenommen. Am Board blinkten nur 2 Patientennamen, die offenbar nicht erschienen waren…(Ich frage mich, ob das System zu kompliziert ist oder die Ärzte es offen boykottieren??? Ist schon sehr amerikanisch…)
Zunächst wartete ich also 15 min und starrte gelegentlich mal auf das Board, welches sich kein Stück änderte. Dann kam ein Pfleger und meinte, dass ich nochmal 45 min etwas anderes machen könne, denn die Untersuchung würde sich voraussichtlich solange verzögern.
Was macht man 45 min in einer Klinik??? Ich beschloß also raus zu gehen und kam in eine tolle Regen-Naß-Welle…, sodass ich mich wie ein gewaschener Pudel fühlte und auch so aussah…Aber ich hatte ja noch viel Zeit – wie sich heraus stellen sollte…Die nächsten 2 Stunden tat sich nämlich auch nix und ich saß oder lag über drei Stühle ausgebreitet in dem Wartebereich…
Zwischendurch konnte ich auch mal eine Horde Medizinstudenten lauschen, deren Dozent gerade versuchte seinen Schäfchen sonographieren schmackhaft zu machen..Aber die Studis fanden das irgendwie langweilig…Sie wollten in die Neuroradiologie. Das konnte der daneben stehende Radiologe auch nur zu gut verstehen, denn was ist schon interessanter als das Gehirn…Und er plauderte aus dem Repertoire seines Fachgebiets. „Ja, in der Medizin ist das häufig eine Frage der Lokalisation. Ich hatte schon Menschen mit MRT Befunden, wo man annehmen konnte, dass da nicht mehr viel da ist und man hat ihnen gar nichts angemerkt und manchmal sind es die 3mm Befunde, die jemanden umhauen…“

Tatsächlich war ich die ‚allerletzte‘ Person, die an diesem Tag in der Radiologie dran kam…Mittlerweile war es schon abends…Die Krankenschwester, die mich abholte, war ganz in ihrer Routine und hörte sich an wie ein MP3 Abspielgerät. Vermutlich musste die Arme das den ganzen Tag schon machen…
K: „Sie sind ja schon 3x operiert, dann wissen Sie auch, dass wir Ihnen einen Zugang legen MÜSSEN. Das ist unangenehm, aber in ihrem Fall ist es nun eben Pflicht…“
I: „Ja, ist kein Problem…Zugänge sind bei mir einfach zu legen…“
Krankenschwester sah mich ungläubig an…
I: „ja, ich bin dünn, aber meine Venen sind super…“ (Ideal wie mein Ex-Freund zu sagen pflegte)
K. „Welchen Arm darf ich nehmen? Soll ich das im sitzen machen oder liegen sie lieber dabei?
I: „Egal.“
K: „Dann setzen Sie sich. Und machen Sie mal eine Faust…Vielleicht sollten Sie weg sehen dabei“ (Ich weiß nicht warum Leute immer bei mir annehmen, dass ich Umkipp-Tendenzen hätte, aber ich könnte im Gegenteil sogar prima selbst zu stechen.“
I: „Warum hängt da Kochsalzlösung an dem Zugang?“
K: „Um die Vene offen zu halten.“
Das Einzige worauf ich noch bestand war ein zweites Pflaster zur Befestigung, denn bei meinem letzten Besuch im MRT hatte sich der Zugang beim reinfahren verheddert und war gerissen…Tat zwar nicht wirklich weh, aber verursachte ein kleines Blutbad…Diesen Spaß wollte ich mir doch ersparen…
Normalerweise machen mir MRT’s nicht wirklich viel aus…Ich habe keine Platzangst, aber durch die Schmerzen (auch bedingt durch die lange Wartezeit) konnte ich echt kaum liegen in dem Teil und hatte so meine Mühe total ruhig zu halten. Aus unerklärlichen Gründen war ich auch überdurchschnittlich lange da drin…Das Ganze dauerte gute 1,5 Stunden…Ich war 2x kurz davor die Klingel zu betätigen und raus zu wollen, aber motivierte mich zum durchhalten.
Mir ist aber immer noch schleierhaft warum man 90 Minuten braucht, um sich drei kaputte Bandscheiben anzusehen…So viel kann man an der LWS nun auch nicht sehen und so feine Schnittbilder anzufertigen, dass man ein 2mm großen Riß in der Dura (Nervenhaut) zu finden, halte ich auch für eher unmöglich…

Mir wurde jedenfalls nach der Untersuchung nichts mitgeteilt, was ein deutliches Indiz dafür ist, dass auch nix gefunden wurde. Die Krankenschwester überlegte jedenfalls erst kurz.
K: „Nun ja, sie sind ja nicht mehr stationär…Bericht ergeht dann an den Hausarzt…, denke ich.“ …Morgen würde man es im Konsil mit dem Neurologen besprechen…

Das ist jetzt knapp eine Woche her…Also werde ich morgen oder übermorgen mal bei meinem Hausarzt anfragen, was die Herren und Damen der Neurologie (NICHT) gesehen haben…
Was schreiben die dann in den Befundbericht ????

„Der Verdacht auf ein Liquorunterdrucksyndrom konnte sich bei einem MRT der LWS nicht bestätigen. Aufgrund dessen ist von einer (teilweise) psychosomatischen Genese des chronischen Schmerzsyndroms auszugehen.“ (????) wäre jetzt mein Formulierungsvorschlag…

Allerdings kann man eigentlich mit einem MRT der LWS kein Liquorunterdrucksyndrom ausschließen…

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