Psychotherapie Teil IV…Reden oder Nicht Reden, das ist hier die Frage…

Meine Psychotherapeutin ist – zu meinem großen Glück – ungefähr das genaue Gegenteil der beschriebenen Stationsärztin des Uniklinikums. Sie ist absolut nicht konfrontativ und behandelt mich eher wie ein „rohes Ei“…Sie akzeptiert meine Grenzen und diese bewegen sich manchmal auf so hohem Niveau, dass ich es schon eine Kunst finde, wie sie damit versucht umzugehen…(Man könnte natürlich meinen, das sei auch die Aufgabe von Psychologen, aber ich kenne viele -auch Ex Studienkolleg/Innen und Freundinnen- die Psychologie studiert haben, die diesem Ideal nie gerecht werden könnten)

Von daher bin ich -dafür das meine Auswahl an sich begrenzt war- nicht schlecht bedient. Eigentlich habe ich mittlerweile auch realisiert, dass ich mit der Frau über meine Probleme reden könnte. Schließlich verwendet sie Psychologie nicht als manipulative Dauerwaffe gegen mich und ich habe in dem Sinne nichts zu befürchten. (Meine paradoxe Vorschädigung ist aus einem Elternhaus gekommen zu sein, wo man mit Freudschen‘ Phrasen dauerhaft angegangen wurde…Nicht ganz so schlimm wie in dem Buch von Augusten Burroughs: Krass! (Running with scissors: Das englische Original ist wesentlich besser als die deutsche Übersetzung des Buchs), aber gewisse Ähnlichkeiten kann ich da schon sehen. Gerade was die Mutter betrifft.)

Aber genau über diesen Aspekt z.B. habe ich eigentlich auch noch nie in der Therapie geredet. Ich würde sogar fast sagen, dass ich eigentlich irgendwie gar nicht über relevante Dinge rede…Mehr so Alltagskram. (Aufgrund meiner Erkrankung etc. sind da auch durchaus Dinge dabei, die ziemlich problematisch sind – wie Geldsorgen, Studienkram, chronische Erkrankung: Schmerzen, Essstörung etc., aber es ist eben trotzdem sehr oberflächlich.)
Andererseits habe ich aber auch einen totalen Nicht-Rede-Block, wenn mich irgendwas belastet…
Das geht sogar soweit , dass ich die Hälfte der Sitzungen eher da saß und fast nichts gesagt habe und das stieß dann schon auf einige Irritation der Therapeutin, weil ich eigentlich jemand bin, der anfangs gesprächig wirkte…
Und meine oftmals seltsamen Redeschwierigkeiten erscheinen dann ziemlich grotesk……Anfangs -glaube ich- hielt sie es für reine Provokation meinerseits…
Psychologin: “ Testen Sie gerade wie ich reagiere, wenn Sie nicht mit mir reden…???
I:“Ehhmhhhhhh…Na ja, ich glaube nicht..“
P:“Und warum reden Sie dann nicht???“
I: „Keine Ahnung…Was soll ich denn jetzt sagen???“

Aber wie redet man über nicht reden können??? Vor allem wenn man in dem Moment nicht reden kann…???

Advertisements

3 Kommentare zu “Psychotherapie Teil IV…Reden oder Nicht Reden, das ist hier die Frage…

  1. Eine Therapeutin vom Typ „Trampel“ wäre jetzt noch das Tüpfelchen auf dem i gewesen…
    Aber für mich klingt das schon recht positiv. Ich wünsche dir wirklich, dass die Anfangsschwierigkeiten bald überwunden sind und wenigstens die Psychotherapeutin den richtigen Weg einschlägt und nicht vorschnell kapituliert.
    Unsere Mütter hätten sich wahrscheinlich zu einer Interessengemeinschaft zusammenschließen können…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s