Monster backen und ‚keksen’…Aber wollte ich nicht eigentlich Dämonen austreiben???

gebackene Monster

Wer nie ganz die orale Phase verlassen hat und (dennoch) seine anale Wut bei der Gestaltung von ganz real wirkenden Monstermuffins verlieren möchte, dem kann ich das folgende Rezept nur empfehlen. Am Ende darf man die Monster sogar in der Mitte aufschneiden und -keksen. Vermutlich werden die Minimonster durch diesen sadistischen Akt schwer traumatisiert und zu reaktiven Mutisten, aber der eigenen Täterintrojektseite hilft das zum Aggressionsabbau…
Außerdem ist es eine gute Regressionsübung: Infantil und debil bis zum Letzten…Denn diese Muffins erinnern auch an ein sympathisches Monster aus dem frühen Bildungsfernsehen (so in deiner Prä-ödipalen Phase): Ein blaues Fell aus Kokosflocken, leicht wirr-verdrehte Augen aus Marzipan und dunkler Schokolade und natürlich ein leckerer Superkeks im Mund! Das krümelt gleich in mehrfacher Hinsicht…

Zutaten

125 g Margarine
200 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
300 g Mehl
3 Ei(er)
1 Paket Backpulver
125 ml Milch
1 Paket Kokosraspeln
100 g Marzipanrohmasse
200 g Puderzucker
250 g Kinder Schoko-Bons
1 Paket Schokodekor (Schokotropfen)
etwas Wasser
1 Fläschchen Lebensmittelfarbe, blaue
1 Paket Kekse (8-12 Stück)

Anleitung

Ofen auf 180°C vorheizen und am besten eine Muffin-Form (12 Stück) benutzen, wobei Papierförmchen auch funktioneren, aber dann werden die – wie bei unserem Beispiel – nicht so schön hoch, sondern zerlaufen.
125g Margarine (kurz erhitzen), 100g Zucker und Vanillezucker in einer Rührschüssel mit dem Handdmixer (Rührstäbe) schaumig schlagen (ca. 3-4 Minuten). Eier einzeln unterrühren.
Mehl und Backpulver ebenfalls verrühren. Milch anschließend unterrühren, solange bis ein geschmeidiger Teig entsteht.
150g Kinder-Schoko-Bons zerstampfen und ebenfalls unterrühren.
Die Form/Papierförmchen zunächst halb mit Teig füllen und ein ganzes Kinderschokobon in die Mitte legen. Dann den Rest des Teiges darüber gießen und den Teig glatt streichen. (Die Muffins sollten später möglichst runde Oberflächen haben). Dann die Muffins ca. 20 Minuten in den Backofen schieben und warten bis man ein Messer in die Muffins stechen kann und dieses ohne Teigreste herauskommt.
Muffins aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen.
Zwischenzeitlich die Kokosraspel in eine Schüssel füllen und etwas blaue Lebensmittelfarbe hinzufügen. das Ganze gut verrühren. Direkt im Anschluss Puderzucker mit wenig Wasser vermischen und erhitzen…Ein Teil als Glasur auf die Muffins geben und ein Teil der Zuckermasse zu den Kokosraspeln geben. Die Muffins in die Kokosraspeln tauchen…(Fluchen das die Kokosraspeln mehr an den Händen und nicht am Muffin selbst kleben….(Finger ablecken oder waschen…Probieren ob man sich auch einen blauen Bart kleben kann…etc.)
100g Marzipan in viele kleine Stücke zerschneiden und Kügelchen daraus Formen. In die Marzipankugeln werden die Schokotropfen als „Pupillen“ eingesetzt. Es muss nicht immer ganz gerade sein. Manche deiner Monster haben Sehfehler und schielen schrecklich…Augen mit Zahnstocher oder Zuckerglasur befestigen.
Muffin trocknen lassen und in Plastiktüte verstauen. Am nächsten Tag Muffin mit einem Messer attackieren und einen Mund schneiden, in den man den Keks dann hineinstopfen kann…
Die fertigen Monster Muffins bis zum Verzehr im Kühlschrank bzw. Plastiktüten aufbewahren.Sie sind jetzt fertig gekekst, in Todesagonie und warten von euch verschlungen zu werden.

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8 Kommentare zu “Monster backen und ‚keksen’…Aber wollte ich nicht eigentlich Dämonen austreiben???

  1. Danke für das Rezept, ich habe leider null Talent (und Bock) zum Backen, deshalb würdige ich es mal nur abstrakt 😉 . Dein Text ist sehr amüsant geschrieben. Wobei ich die Gespräche mit deiner Therapeutin, die du hier auszugsweise wiedergegeben hast, noch unterhaltsamer finde (so ähnlich würden die bei mir vermutlich auch ablaufen; vor allem mit den Wortfetzen und dem Satz „Warum wollen SIE MIR eigentlich kein Bild von der Sache geben?“ – „Warum Bild?“ *fg*).

    Dein Blog gefällt mir sehr gut und ich wünsche dir viel Glück bzgl. deiner gesundheitlichen Probleme und auch gerade mit der eigenwilligen Neurochirogie bzw. der Krankenhausorganisation und den Ärzten.

    ps.: Der Luchs ist klasse – ich mag diese Tiere sehr.

    • Bitteschön…Das kannst du als echtes oder symbolisches Rezept nehmen. Man kann auch gekaufte Muffins keksen….

      Und ja, die Psychologin sollte ich schon aufgrund des Unterhaltungswert absolut nicht wechseln…Mein Blog wäre so viel leerer…Bist du selbst Psychotherapie erfahren oder ist das ein echter Konjunktiv???

  2. Das ist ein echter Konjunktiv. Ich halte zwar viel von Psychologie als Wissenschaft, aber gerade bei der therapeutischen Schiene bin ich froh, dass diese Berufssparte noch nicht einmal ahnt, dass ich existiere. Ich möchte auch gar nicht wissen (bzw. kann ich es mir selbst denken), wo die bei mir alles Ansatzpunkte für eine Behandlung sehen würden.

    Andererseits hätte es wirklich einen gewissen Unterhaltungswert, dass würde mich sehr reizen. Zu meiner persönlichen Belustigung würde das sicher sehr beitragen. Nur ist mir die Zeit, das Geld und meine berufliche Reputation für diesen Kick dann doch zu schade. Und mein status quo gefällt mir zu gut, um ernsthaft motiviert zu sein; da überlasse ich den potentiellen Platz dann lieber denjenigen, die die Therapie tatsächlich nutzen möchten – alles andere würde mir unfair erscheinen.

    Freundliche Grüße

    • Och, na ja…Ich sehe bei meiner Therapeutin nur „upper-class“ Menschen…Eigentlich alles männlich und über 40…Und die Kollegin scheint auch nicht gerade besonders viele Kassenpatienten -wie mich- zu behandeln. Einer stellte sich mir im Wartezimmer -von sich aus- als Lehrer vor…Einen Patienten habe ich mit der simplen Frage nach der Uhrzeit so aus dem Konzept gebracht, dass ich von ähnlichen Komplexen ausgehe — wie Du sie hast…Oder einer massiven Zwangsstörung…Aber ganz im Ernst in der Oberschicht/dem Bildungsbürgertum ist „Psychoanalyse“ doch auch irgendwie hip…
      Ich habe mir schon Mal vorgenommen – aus reinem Spaß an der Freude – jemanden zu fragen: „Und was ist ihr psychisches Problem?“ Aber leider doch irgendwie zu sadistisch…

  3. Ergänzung: Auch wenn dieses Argument gegen eine Therapie mehr als abgegriffen ist, aber ich finde schon die Vorstellung mit einer anderen Person über meine innerste Gedanken- und Gefühlswelt zu sprechen sehr abschreckend. Mir ist natürlich klar, dass man da zu nichts gezwungen wird, aber die Therapie baut ja klassischerweise genau auf diese Offenheit beim Klienten/Patienten auf.

  4. Sag ich doch – so schnell geht das dann *g*. Naja wenn die alle männlich und über 40 sind falle ich als w, 25 da ja schon wieder aus der Lieblingsgruppe deiner Therapeutin raus, da müsste ich mir das männliche Pendant dazu suchen – ach Mist upper-class bin ich auch nicht, aber immerhin Jurastudentin. Gibt das ’nen Bonus? Und gerade weil ich nicht so der „emotionale“ Typus bin, dürfte der ein oder andere Therapeut da vermutlich schon Defizite ausmachen. Vielleicht ist das aber auch nur mein schizoider Teil, der da spricht … mal sehen was mein „Inneres Kind“ dazu sagt – ne ernsthaft vor allem bei der analytischen Schiene weiß ich regelmäßig nicht, ob ich schreien oder lachen soll, wenn ich von deren „Erkenntnissen“ lese. Die Vorstellung, dass die ihre Sicht auf mein Innerstes anwenden, finde ich grauenhaft. Und so narzisstisch, dass ich einen therapeuten einfach als Staussymbol nebenbei haben möchte, bin ih dann doch nicht ;).

    So schlimm, wie bei dem Patienten mit der Uhr, ist es bei mir aber sicher nicht. So alltägliche Dinge, wo es eh nur auf höfliches Auftreten ankommt, finde ich fast schon lächerlich einfach zu händeln. Mittlerweile kann ich sogar so tun als ob ich small-talk tatsächlich mögen würde XD. Außerdem bin ich schlicht und ergreifend nur ein bisschen sehr introvertiert und äh verträumt. Ok evtl. auch ein bisschen einzelgängerisch angehaucht, aber ich gehe immerhin zum Mannschaftssport an meiner Uni…die dadurch erzielten social-skill-Punkte müssten den Rest eigentlich wieder kompensieren *fg*.

    Schönes Wochenende und gute Besserung bzgl. deiner körperlichen Beschwerden.

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