Nach einem „Texas Chainsaw Massacre“ in unserem TOLLEN Uniklinikum I

Der Chirurg war leider nicht davon zu überzeugen, dass ich nur eine einfache Kopfplatzwunde hatte, da er a) annahm, dass mein Gangbild evtl. für mich unnormal ist…b) Meine Wortkargheit Ausdruck einer Verlangsamung ist und nicht psychisch/Schock bedingt…

So wurde ich dann trotz nachhaltigem Protest in unser idyllisches UNI-Klinikum (im Betonplattenbau-Stil mit angenehmer Waldlage geschickt)
…Das auch noch im Rettungswagen…(Selbst als ich ein Liquorleck hatte, bin ich noch selbst gelaufen…Ich persönlich fand das absoluten OVERKILL…)

Dort wurde ich zunächst von einem netten und sehr jungen Unfallchirurgen (Student? Assi?) empfangen, der mich die ganze Zeit fragte, wo es mir jetzt genau weh tut, -außer meinem Kopf natürlich???

Ich: „Nirgendwo..“
Er: „Können Sie sich an den Hergang des Unfalls erinnern und mir diesen schildern…?“
Ich: „Ehhm…“ (Sollte ich das jetzt wahrheitsgemäß beantworten, würde ich vermutlich den Tag da verbringen müssen…Aber ich kann so schlecht lügen…)
Er: „Kann es sein, dass sie aus größerer Höhe gestürzt sind…?“
Ich: „Nee, mein Kopf ist nur unglücklich mit der Toilette in Berührung gekommen. Also je nachdem wie ich es geschafft habe zu fallen…: Allenfalls ein halber Meter…“
Er: „Das verstehe ich jetzt nicht ganz…Sie haben Erinnerung daran, dass sie ausgerutscht sind im Bad und mit dem Hinterkopf gegen die Toilette gekommen sind..“
Ich: „Erinnerung? Nee, forensische Spurensicherung um 7 Uhr morgens…Da wo das meiste Blut war…, ist auch der Unfallort…“
(Ein zweiter Kollege, der mittlerweile das Zimmer betreten hatte, bekam beinahe einen Lachkrampf, während der junge Assistenzarzt vor mir – meine Art von morbiden Humor offensichtlich kein Stück nachvollziehen konnte.)
Er: „Waren sie nach diesem Sturz ohnmächtig?“
Ich: „Ich bin morgens aufgewacht: ohne mich daran zu erinnern, dass ich gestürzt bin…Ich denke, dass Ich so gegen 3 Uhr morgens auf Toilette war…“
Er: „Denken Sie das nur oder waren sie auch wirklich in ihrem Badezimmer???“
Ich: „Da sich eine Toilette und seine Umgebung nicht magisch rot färbt und meine sonstigen Wände keine Rotverfärbung aufweisen und mein Treppenhaus auch keine Blutspuren hat, nehme ich scharf an, dass ich im Badezimmer gestürzt bin und das es so 3 Uhr war, da ich 1x auf die Uhr gesehen habe: so um 2.30 Uhr..Ich weiß nur noch, dass ich nicht einschlafen konnte und zur Toilette wollte…“
Er: „Aber sie haben KEINE Erinnerung WIE sie gestürzt sind?“ (Meine Güte: Wie oft werde ich DAS noch gefragt…Sein etwas älterer Kollege saß mittlerweile am PC und durchforstete meine Akte…Vermutlich um sein Amüsement zu verbergen)
Ich: „Nein…Aber meine Toilette weißt Blutspuren auf..Mein Badezimmer sah genauso aus und mein Kopfkissen war ebenso rot…D.h. wo sich was ereignet hat ist nicht schwer zu rekonstruieren…“
Er: „Haben Sie sonst irgendwo Schmerzen…?“
Ich: „Nein, mein Kopf pocht…Sonst bin ich erstaunlich schmerzlos…Und ich müsste heute zum Amtsarzt“
Der Kollege trat nun hinzu und sah fragend auf den Einweisungs-Grund und mich…
ER 2: „Sie wirken auf mich nicht Zeit verzögert…“
Ich: „Nee, eher ihr Kollege…“
Er 2 (konnte seine Gesichtszüge kaum unter Kontrolle halten), während Er 1 das schon wieder nicht verstanden hatte…Offenbar verliere ich jegliche Sozialkompetenz, wenn ich gerade krank bin…Normalerweise bin ich weder so direkt noch gänzlich enthemmt…
Er 2: „Ich sehe nix an ihren Pupillen, aber hier steht, dass sollen wir im Auge behalten und sie entweder in die Neurologie oder Neurochirurgie einweisen.“
Ich: „Dann bitte lieber zur Neurochirurgie…“
Er 2: „Warum denn das?“
Ich: „Neurochirurgen sind pragmatisch: Die sehen, dass es da nix zu schneiden gibt und lassen mich wieder gehen.“
Er 2: „Wir würden gerne erst ein CT machen und die Halswirbelsäule röntgen. Wegen ihrer Vorbelastung und wenn das nichts ergibt, dann die Neurologen einmal über sie drüber sehen lassen…“
Ich: „Meine Halswirbelsäule bricht jetzt auch nicht schneller als bei anderen Menschen. Ich hatte keinen Autounfall…Nur eine unglückliche Begegnung mit meiner Toilette…“
Er 2 (lacht): „Ich kann sie da wirklich verstehen, aber 1) sie gehen wieder gegen ärztlichen Rat ODER 2) Wir machen ein CT und eine Röntgenaufnahme und lassen die Neurologen sie einmal ansehen…“
Ich: „Okay, aber würden sie selbst in so einem Fall sich dieser Strahlenbelastung aussetzen?“
Er 2: „Wenn ich keine Erinnerung hätte warum ich gefallen bin, ohnmächtig war und mich übergeben hätte, dann ja…“
Ich: „Woher wissen Sie , dass ich mich übergeben habe?“
Er zeigte nur kurz auf meine Schuhe…

Das CT und das Röntgen meiner Halswirbelsäule wurden dann auch recht schnell gemacht: wie ich mir dachte, war beides NORMAL…Das CT fand ich äußerst brutal, da ich DIREKT auf meiner Kopfplatzwunde lag…, aber in dem Moment gelang mir das Stillhalten, um so besser, weil ich immer an die Strahlenbelastung denken musste…

Mir wurde danach mitgeteilt, dass es jetzt noch wenige STUNDEN dauern könnte, bis mich ein Neurologe ansieht und ich wurde – wie ein paar andere Patienten auch – im Flur geparkt…Da ich keine Decke hatte und andauernd jemand an mir vorbei lief etc., war das weder angenehm noch eine Zeit in der ich in einen Tiefschlaf verfallen konnte…Dass die Neurologen beschäftigt waren, sah man an den anderen beiden Patienten im Flur, die komatös oder somnolent vor sich dahin siechten…(Die Ansprache-versuche etc. deuteten def. auf Neurologie hin…Aber um mich herum war alles mehr wie ein unendlicher Film aus ständig wechselten Weißkitteln, die wild hin und her rannten…)

So 2-3 Stunden später kam dann einen Krankenschwester und meinte zu mir: „Ach, sie haben ja noch gar keinen Zugang“
Ich: „Wozu brauche ich denn einen Zugang…???“
Sie: „wir müssen ihnen zunächst Blut abnehmen und vielleicht bekommen sie ja Medikamente…“
Ich: „Ich habe aber keinen Infekt oder ähnliches…Außer es gäbe ein Schnellheilungselixier gegen Kopfplatzwunden…“
Sie hatte mittlerweile schon meinen Arm gefunden..Legte mir einen Zugang und nahm mir gefühlte 8 Röhrchen Blut ab…(Keine Ahnung: was das alles war…) Ich finde die ersten paar Stunden mit Zugang immer am Schrecklichsten, danach merke ich es dann weniger…Nach OP’s verstehe ich auch die Sinnhaftigkeit, aber nur weil man im Krankenhaus gelandet ist, damit beglückt zu werden, finde ich einfach nur UNSINNIG…, zumal ich gute Venen habe, die jederzeit in 5 sek. zugänglich sind…Aber okay: 1) wer weiß das? 2) Ich hatte ja nun einmal eine leichte Gehirnerschütterung und eine genähte Kopfwunde á la Irokesenschnitt mal anders…

To be continued…II

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Wie man ein „Texas Chain Saw Massacre“ im eigenen Badezimmer veranstaltet

Man nehme dazu einen labilen Körper, der zum UMKIPPEN neigt und haue sich den Hinterkopf an der Toilette an…Nach kurzer Ohnmacht lege man sich einfach neben die Toilette, denn das Drehen im eigenen Kopf wird langsam leicht unerträglich und wozu sollte man eigentlich aufstehen…??? Dann -nach der wunderbaren ALLES DREHT SICH Phase – bemerkt man: Es ist hier zu naß und feucht und irgendwie will ich doch wieder zurück in mein Bett…Und warum ist alles eigentlich so rot?
Hat Norman Bates Zutritt zu meinem Badezimmer gehabt??? Sollte ich schreiend weglaufen…???
Ich entschied mich das einfach zu ignorieren und gelangte gegen 3:30 Uhr morgens wieder in mein Bett…(Seitdem haben sowohl meine Flickenteppiche leicht ein-gebräunte Farbtupfer, als auch mein Kopfkissen eine Braunfärbung…)

Um 7 Uhr bin ich dann aufgewacht und betrachtete andächtig mein Blut-durchtränktes Kopfkissen…Hatte ich meine Periode…??? An der falschen Stelle??? Nicht besonders logisch…Was war eigentlich überhaupt passiert? Was blutet da eigentlich?
Waren da vielleicht irgendwelche Halloween Scherzartikel im Spiel und hatte ich evtl. falsches Vampirblut getrunken??? Wollte ich einen authentischen Horrorfilm nachstellen: wie z.B. ‚Martyrers’…?

Ich war ratlos… Ich griff mir suchend an den Hinterkopf, der merkwürdig pochte und bemerkte, dass ich in irgendetwas OFFENES hinein fassen konnte und meine Hände äußerst klebrig waren…Das bewegte mich zunächst einen unpassenden Lachkrampf zu bekommen und mich dann über meine Schuhe zu übergeben…(Die neben dem Bett standen und nicht meine Füße kleideten)

Großartig: Es war nun fast 8:00 Uhr morgens und ich realisierte mit Schrecken: ES IST MITTWOCH…Mein Hausarzt ist nicht da und ich muss zu seiner äußerst widerborstigen Kollegin…Ob ich mir das antun sollte? Darüber musste ich erst-mal nachdenken und stellte mich unter die Dusche…Wobei ich versuchte die offene Kopfplatzwunde nicht im Wasser zu versenken…Nur die total verklebten Strähnen, die musste ich irgendwie beseitigen und mit Duschgel bearbeiten…Dadurch färbte sich das Wasser leicht rot, was mich sehr irritierte…Vielleicht hätte ich nachts lieber den Notarzt holen sollen? Aber wegen so einer simplen Kopfplatzwunde…??? Mir war extrem schwindelig und ich setzte mich erst mal auf den Boden der Dusche…(Norman Bates drang trotz meiner Verwundbarkeit nach wie vor nicht in Erscheinung…) Ich war beruhigt…

Alles war zwar rot, aber irgendwie doch GUT…Ich krabbelte aus meiner Dusche und betrachtete meine Toilette und die Umgebung…Sah aus als ob ich nachts ein Schwein in meiner Wohnung geschlachtet hätte…Aber ich erinnerte mich: Ich war ja Vegetarier und ich zähle nachts nur Schweine, wenn ich nicht schlafen kann…Lieber noch Luchse…Selten Schafe, die werden von Luchsen zu oft attackiert und das tut mir zu Leid…

8:10 Uhr…Ich sollte mal langsam in der Praxis anrufen…Aber was sage ich? Muss ich was sagen??? Ich beschränkte mich aufs Wesentliche…:
„Praxis Dr X und Y—Z Guten Tag“
„Hallo hier ist U…und ich müsste heute mal..“
„Der Doktor ist heute nicht da nur die Frau…Wie immer MITTWOCHS“
„Mir heute ausnahmsweise egal…Ich gehe auch zu Frau X…“
„Dann kommen sie einfach rein…“
Die Praxis scheint sich MITTWOCHS magisch zu leeren…Wobei ich dort angekommen mich einfach wortlos in das äußerst leere Wartezimmer setzte…Da Frau X gerne redet und jedem zu einem Psychologen schickt, kann sie sich auch zwei Patienten lange widmen. Also saß ich da und dachte an geschlachtete Schweine und das ich ungern – wie die Hauptprotagonisten – in „Martyrers“ angebunden an Ketten, verprügelt, kahl rasiert und anschließend gehäutet werden möchte. Ich bin eben kein Märtyrer und versuche auch nicht mit bewaffnetem Kampf dem Kapitalismus ein Ende zu setzen. Der verlebt sich vermutlich in den nächsten 1000 Jahren – WIE das römische Reich – von selbst…Meine Zeit ist dagegen sowieso nur wie ein Sandkorn im Wind.
Außerdem bin ich eher pragmatisch und verletzte nur mich und meinen Körper…Wenn auch nicht immer vorsätzlich, dann aber doch nachhaltig…

Nach diesen philosophischen Selbstgesprächen widmete ich mich dann den tollen Broschüren: Die Krebsstiftung von unserem gigantischen Ultrakapitalisten, dem das ganze Bahnhofsviertel gehört und dessen Frau leider an Krebs erkrankte stieß mir zunächst ins Auge… Soziale Psychiatrie…Was ist an der Psychiatrie schon sozial…(?)…Natürlich besser als Gefängnis…In Amerika gibt es fast keine staatlichen-psychiatrischen Einrichtungen mehr, sodass psychisch kranken Obdachlose oft im Sicherheitstrakt eines Gefängnisses landen…Wir sind auf dem besten Weg dahin, denn es soll auch ein Budget in psychiatrischen Einrichtungen eingeführt werden…Wie schon die Liegezeit im Krankenhaus: TOLL!!! Noch ein Modellversuch…Ich liebe das Wort Modellversuch…

Aber wo war ich eigentlich? Eigentlich wartete ich in einem Wartezimmer auf „Godot“…Vielleicht aber auch auf etwas Anderes…Mein Durchstöbern der Broschüren wurde unterbrochen durch den wunderbaren Zuruf:

„Frau U…Sie können vor die 3…“
„Yeah, weiteres WARTEN vor dem Arztzimmer…Warum aber eigentlich 3 und nicht 1…??? War 1 das Labor? Wer weiß…Egal…Ich saß also vor der 3 und durfte dann ziemlich schnell in die 5…Sie hat nämlich die 5…Ich meine Zimmer 5…“

Frau U betrachtete mich zunächst ungläubig…Denn seit einem Jahr vermeide ich jede Begegnung mit ihr, da ich immer sofort total super therapeutische Ratschläge bekommen, die mir auf die Nerven gehen…Wie: Sie brauchen Gespräche und ein Psychologen und, und, und…Am besten sie gehen stationär nach Timbuktu…Aber was bringt mir Timbuktu??? Nervenschäden sind Nervenschäden und bleiben Nervenschäden…Brennen, Verbrennen, Fegefeuer ist nun mal mein Alltag…Gut ich könnte meine Bulimie evtl. in den Griff bekommen, aber das ist unwahrscheinlich…Denn was bleibt mir momentan…???

„Ich brachte es also auf den Punkt, als ich zu ihr sagte: Ich brauche eine Bescheinigung für den Amtsarzt und ich habe eine Kopfplatzwunde…So 4cm am Hinterkopf…“
Sieh sah mich an als hätte ich nun komplett meinen Verstand verloren…Das hatte ich an diesem Morgen wohl auch und fragte: „Wo genau?“
Ich zeigte ihr die Stelle und sie sah sich die kleine klaffende Wunde an…
„Wie lange ist das jetzt ungefähr her…?“
„So 6-7 Stunden..“
„Dann kann ich das jetzt nicht mehr kleben. Sie müssen zum Chirurgen, der kann die Ränder anschneiden und das dann nähen…Ich rufe da gleich mal für sie an, dass sie nicht solange warten müssen.“
Eigentlich ja nett, aber bei dem Wort anschneiden, wurde mir irgendwie übel…
„Wissen sie wo das ist?“
Ich erwachte aus meiner Trance…“Wo was ist?“
„Der Chirurg…“
„Hee??? Nee, wo jetzt nochmal?“
„Wissen sie wo der Supermarkt 7 am Bahnhof ist…? Die Brücke…?“
„Ach, da wo die Uni…Ja, weiß ich…“
Die nette Sprechstundengehilfin fragte noch: „Kann sie dahin laufen…So fit wirkt sie doch jetzt nicht gerade…?“
(Hey, ich bin fit wie ein Turnschuh…Aber das Wort „Anschneiden“ wollte mir nicht mehr aus dem Kopf…)
Ich lief dann mal so einen weiteren Kilometer oder auch 2 quer durch die Stadt und umkreiste den Supermarkt…Bis ich heraus fand das Augenarzt und Chirurg in einer Praxis agierten dauerte es etwas…Passt ja auch irgendwie nicht zusammen und das auch noch im dritten Stock…Ich kämpfte mich die Treppen hoch und merkte, dass mein Körper langsam aber sicher keine Lust mehr hatte zu laufen und mein Kopf suchte nach einer Ablage oder einem neuen Kissen…
Ich schaffte es gerade noch meine gesetzliche Versicherungskarte über den Tresen zu reichen, bevor mir richtig anfing schlecht zu werden: im Wartezimmer waren leider keine freien Plätze mehr und ich setzte mich dann auf irgendeinen Kinderstuhl in den Gang und kollabierte…Die besorgte Arzthelferin fragte sofort nach meinem Befinden…
„Mir geht es hervorragend…Ich habe nur eine Kopfplatzwunde“
„Wollen Sie sich hinlegen?“
„Nein, Danke…“
Nach weiteren 5 Minuten in denen ich ins Jenseits abgedriftet war…, zog eine energische Arzthelferin an mir und meinen Armen…
„Mir geht es nach wie vor sehr gut…Bin nur etwas müde“
„Sie legen sich jetzt hin..“
„Wohin denn???“ (Die ganze Praxis war VOLL…) Mühsam zerrte ich mich in eine stehende Position, was Dank mehrfacher Bandscheibenoperationen einfach nicht sehr schnell geht. Außerdem hatte sich mein Kreislauf irgendwie von mir verabschiedet.
Zunächst einmal wurde ich im „Röntgenraum“ untergebracht…Wirklich toll da zu liegen…Ich fing an Schweine zu zählen und dachte an Küken, die geschreddert werden und nahm mir vor Veganer zu werden…Wie passen Schweine und Küken eigentlich zusammen? Chicken Mc Nuggets + Schweineburger…Meine Gedanken waren ungeordnet, zerfetzt und zusammenhanglos…

Eine Arzthelferin erweckte mich mal wieder aus dem Jenseits..Im Schlepptau hatte sie einen Rollstuhl…Ich war entsetzt…:
„Ich kann laufen…“
„Setzen Sie sich jetzt da rein…“
Ich versuchte also von diesem blöden Röntgengerät…-für mich umfunktioniert – als Liege runter zu kommen…Für meinen Geschmack und Bandscheiben eher etwas zu hoch…, sodass ich halb herunter fiel und mich irgendwie auffing…
Die Arzthelferin sah mich fragend an und deutete auf den Rollstuhl…Ich ergab mich diesem Schicksal und wurde so ca. 30m weit in den nächsten Raum geschoben…Diesmal hatte ich eine gemütliche Liege, was mir -den Schweinen, Küken, Schafen und Luchsen – wesentlich besser gefiel…Ich driftete also wieder leicht ins Traumland ab, bis mich eine energische Stimme wieder erweckte…
„Sind sie Tetanus geimpft?“
„Ehh, was…Wie ???“ (War etwa doch Norman Bates hinter mir her…? Aber der attackiert doch nur Frauen in der Dusche…!)
„Haben sie einen Tetanus-Schutz, Impfausweis??“
„Impfausweis…Ich..??? Nee…Tetanus???“
„Okay, dann geben wir ihnen jetzt zunächst 2 Spritzen…“

„Drehen sie sich mal um…“ (In dem Moment wurde ich schon energisch und unsanft von der Arzthelferin umgedreht. Da ich zu sehr mit meinem Kopf beschäftigt war, entging mir die Impfung gänzlich…)
„Wo ist denn die Wunde?“
„Ich zeigte auf meinen Hinterkopf und sofort wurde wieder an mir gedreht und gezerrt…
„Da gehen jetzt leider ein paar Haare drauf…“ (Ich wollte protestieren, aber bei 4cm…Das sind bei mir wirklich nur ein paar Haare…)
„Das tut jetzt mal ein bißchen weh…“
Okay, das war nicht untertrieben..Ich fühlte mich irgendwie, als würde man mich skalpieren…Zu meiner Freude dauerte es nur ca. 3min…Chirurgen sind erbarmungslos, aber schnell…Das Ergebnis des „Chirurgenverschnittes“ sieht nach 12 Tagen so aus…:
Genähte Kopfplatzwunde

Ich dachte: Jetzt bist du erlöst, aber…aber das sah der Chirurg anders

„Sie gefallen mir nicht…Sie sind deutlich Zeit verzögert…“
„Ich, ehhh Ich bin NICHT Zeit verzögert…Außerdem muss ich zum Amtsarzt.“
„Sie müssen heute zu keinem Amtsarzt. Ich schicke sie ins Uniklinikum…Dann sind sie entschuldigt…
„Ich will nicht ins Uniklinikum…DAS ist normal bei mir…“

To be continued…

Zweitmeinung: Neurochirurgie

Nachdem ich ja so ein tolles neues MRT der LWS habe, dachte ich mir: Eine zweite Meinung wäre evtl. nicht schlecht bzw. habe ich den Umstand genutzt, dass einer der Neurochirurgen, der in der Praxis gearbeitet hat, wo ich das erste Mal operiert wurde, sich abgespalten hat…Gab wohl interne Streitigkeiten, weil der Lover des Neurochirurgen ohne entsprechenden Schulabschluß die gesamte Praxis geleitet hat und eine Vorliebe für extrem teure Kunstobjekte hegte und die Praxis zu einer Art Kunsthandelsstätte machte…(oder es war eine Anti-Gay.-Sache oder/oder) Keine Ahnung…(Echt mies, das die halbe Stadt die sexuelle Orientierung eines Neurochirurgs kennt…Aber für mich ist das ein eindeutiger Pluspunkt…Ich mag schräge Vögel…Bin schließlich selbst einer…und bin für Under-Dogs United oder so…)

Die Neurochirurgie, in der ich 2 operiert wurde, ist übrigens mittlerweile geschlossen…LOL!…Die Orthopädie ist welt-renommiert, aber die Neurochirurgie war es wohl nie…

Aber zurück zu meiner Zweitmeinung;

Diese Begegnung hätte ich mir auch sparen können,aber nun ja— Alle 8 Monate einen Arztbesuch mit immer wieder gleichem Ergebnis…(Kopfschüttel)

Erstaunlicherweise hatte ich kaum Wartezeit in dieser schicken neuen Praxis…: Eine Jahrhundertvilla mit entsprechender Architektur…und einem Wartezimmer mit GRATIS- Getränken…(Ich hätte gerne ein paar 0,5l Wasserflaschen mitgehen lassen, aber bin leider zu solchen Schandtaten nicht fähig)
Lustig fand ich den Hinweis, dass keine Physiotherapie mehr verschrieben wird, da das Budget erschöpft ist…(Weniger prickelnd war die 3x Frage: ob ich Privatpatient bin…Seh ich so aus???)

Das Gespräch war dann wie immer amüsant…

NC: „Was kann ich für sie tun?“

Ich: „Hmmh, keine Ahnung…Bräuchte vermutlich MOMENTAN eher einen Neurologen als Neurochirurgen…Also ich bin 3x operiert worden an der LWS und habe irgendwelche unklare Schäden, wo zunächst behauptet wurde, dass sie von der Halswirbelsäule kämen und dann wurde das wieder zurück genommen…“

NC: „Sie wurden doch nicht 3x operiert…“

Ich: „Doch…3x in einem Jahr und seitdem geht es mir nicht besonders toll“

NC: „Wo denn??“

ICH: „Bei Frau Xy das erste Mal, dann das zweite und dritte Mal in Z…Nach Komplikationen: Liquorleck und Caudasyndrom“

NC: „Ja, Z existiert ja gar nicht mehr…und was wollen Sie jetzt von mir???“ (Die Absolution?)

Ich: „Herausfinden was von der Wirbelsäule kommt und was nicht…Am Besten MIT einem Neurologen…“

NC: „haben Sie denn einen Neurologen?“

Ich: „Nöö…“

NC: „Warum haben Sie denn bei der Symptomatik keinen Neurologen. Sie brauchen doch auch einen Neurologen……Ach bei Ihnen gibt es ja keine niedergelassenen Neurologen mehr…Aber worum geht es überhaupt“ (Lege ihm die Elektrophysiologie vor…)

NC lacht amüsiert: „Ja, die haben sich vermessen… Sowas gibt es doch gar nicht in der Zusammenstellung“

Ich: „Die haben das 2x gemessen…“

NC: „Glauben Sie mir, ich habe in dem Laden gearbeitet und das machen Assistenzärzte, die keine Ahnung haben und dann kommt man zu so skurrilen Ergebnissen…“

Ich: „Da waren 3 Leute dabei: Eine MTA, ein Assistenzarzt und ein Facharzt, weil der Assistenzarzt wissen wollte, ob er alles korrekt gemacht hat…Und zwei Monate vorher waren die Ergebnisse auch nicht anders…“

NC: „Gehen sie zu einem qualifizierten Neurologen, der weiß was er tut…Wenn Sie solche Schäden hätten, dann könnten sie nicht so normal laufen, wie jetzt“

Ich: „Ich war ja bei einem Neurologen, aber der war mir eher etwas unsympathisch…“

NC: „Sie könnten zu Herrn M gehen?“

Ich (lache): (Ich war bei zwei Neurologen nachdem mein Neurologe in Rente gegangen ist und das war der Letzte davon) „Da war ich vor 1,5 Jahren schon einmal und der hat mich fast rausgeworfen, weil er von der Komplexität des Problems angenervt war…“

NC: „Vielleicht findet er das ja mittlerweile interesant…und wenn auch nur zur Widerlegung seiner Kollegen…Und der andere Neurologe -bei dem sie waren- hat ihnen gar keine Elektrophysiologie ANGEBOTEN“

Ich: „???? Doch, natürlich will der auch nochmal messen…“ (Insbesondere nachdem er meine Reflexe geprüft hat und mein PSR links gesteigert war bei bestehender deutlicher Fußheberparese KG 4/5…Das macht aber auch keinen Sinn, da ich eine Läsion zum RECHTEN Bein habe: Der Reflex erschien mir aber äußerst normal…)

NC: „Dann ist Ihnen es überlassen: WO sie hin gehen und wir sehen uns dann wieder…Mich interessiert doch echt mal WAS die rausfinden…Meiner Meinung nach haben sie gar nichts“

Ich: „Und wieso kann ich mal Treppen laufen und dann wieder nicht…“

NC: „Kennen sie den Unterschied zwischen radikulär und pseudoradikulär…“

Ich: „Ehh, sie meinen das kommt nicht von der Wurzel sondern den Facettengelenken oder einem Beckenschiefstand…“

NC: (Überrascht und irritiert…) „Ja…“

Ich: „Weiß nicht…Kann sein oder auch nicht sein…Finde das fühlt sich eher an als würde ich jede Nacht einen Querschnitt bekommen“

NC: „Ziehen sie mal das T-Shirt hoch…“ (Wäre er nicht schwul, hätte ich die Überleitung seltsam gefunden…Ich erahnte aber schon schreckliches…Ich hasse es, wenn mir Menschen zu Demonstrationszwecken voll aufs ISG drücken…) „Sehen Sie, das tat weh…?“

Ich (leicht sprachlos, da immer noch nach meinem rechten Fuß wieder suchend): „Ja, natürlich tat das weh…“ (Beweist aber nichts, denn radikuläre Smyptomatiken merke ich genauso über das ISG. Außerdem strahlt es ehh auch in den Fuß aus…, was es nicht tun sollte…)

Sich in den Schwanz beißen…

Ich fühle mich gerade wie eine Katze, die hinter sich selbst her läuft und immer wieder in den eigenen Schwanz beißt:

-Ich habe mich extrem über meinen Hausarzt geärgert, der mir nie erzählt hat, dass es einen BEFUNDBERICHT des vorletzten Kliniksaufenthaltes GIBT…Das waren die 3 Tage auf der Neurologie, wo man mich mit Verdacht auf Liquorunterdruck aufgenommen und wieder entlassen hat und nach 7 Tagen dann ein MRT der LWS poststationär angefertigt wurde…Danach habe ich nie wieder etwas gehört, obwohl ich so 5x da angerufen habe… Die Stationsärztin (Psyiachterin in Spe) hat mich immer nur so Zeug gefragt hat, wie: Sind sie zu depressiv um Treppen zu steigen…??? Man weiß ja nicht WOHIN sich solche Dinge verlagern??? Wenn sie wirklich krank wären, dann könnten sie nicht mehr arbeiten gehen…Das widerspricht sich alles bei Ihnen..Jedenfalls habe ich einen dementsprechenden Befundbericht bekommen, dass die Wahrscheinlichkeit HOCH ist, dass meine Beschwerden eine „funktionale“ Komponente haben, aber man eine Flüssigkeitsansammlung bei S1 gefunden hat, bei der man nicht 100% sicher ausschließen kann, dass es ein Liquorleck ist…(auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass es ein Liquorleck ist…) Zum Ausschluss sollte ich mich einer Myelographie unterziehen… HEEEH???? Und im Befundbericht stand, dass die Patientin die Myelographie leider nicht wahrgenommen hat…(Yoah, lol…) Mein Hausarzt meinte dann zu mir: „Ich dachte das wussten sie und hätten das verweigert…“ (Ob eine Myelographie beim Zustand meiner Wirbelsäule eine brilliante Idee ist, sei dahin gestellt…)

-Im letzten Kliniksbericht vom Februar dieses Jahres FEHLT ETWAS…Also die Neurologie des Nachbarklinikums, wo Messungen gemacht wurden und ein MRT HWS/BWS hat in der geänderten, korrigierten Version den Satz herausgestrichen, dass das MEP eine Pyramidenbahnläsion zum linken Arm und rechten Bein aufweist…Obwohl das 1) Der Aufnahmegrund war und b) Sich nicht geändert hatte…Denn in der Elektrophysiologie hat man sehr ausschweifend auf diese Anomalie hingewiesen bei der Begutachtung…
Aufgrund dessen stand ich heute bei dem ambulanten Neurologen DUMM da…Der mich fragte: Wo steht das denn??? Ehh, im anderen ehmm ersten Bericht, den ich nicht dabei habe…Das führte zu: „ja, dann messen wir das erstmal nach…Zum DRITTEN MAL…Also ich bin echt geneigt mich zu erschießen und weil es CHRONISCH IST, habe ich einen Termin im APRIL bekommen. TOLL…

Und da sich die Katze ja selbst in den Schwanz beißt, kam ich bei dem Neurologen auch wie ein VOLLIDIOT rüber…Meine Redeschwierigkeiten konnte der überhaupt nicht einordnen…Jedenfalls hatte ich ja den Versuch gestartet, Symptome mal aufzuschreiben, aber durchlesen wollte er das nicht, sondern von MIR HÖREN, wo meine Hauptbeschwerden sind…Verdammt, ich konnte wie immer nicht reden und bekam sehr wirre Komponenten von irgendwie kribbeln hier und ehhm S1 Nerv da raus und ehhm Kopfschmerzen vielleicht auch noch…In der Zusammenstellung so abstrus, dass ich im Nachhinein über mich selbst lachen muss…Aber ich habe Fremdwörter, Zuordnungen und Muskelbenennungen vermieden…Problem ist, dass ich ohne Fachbegriffe gar keine Sprache mehr habe und dann von:
„Ja, ehmm vierter Finger von links…Also, ne der rechten Hand, der Finger neben der Mitte(?)
Neurologe nun völlig verwirrt: „Also sie meinen jetzt den Ringfinger?“
Ich: „Nee, den neben der Mitte…? Also nee, Zeigefinger und Daumen sind taub meine ich…“
Vielleicht sollte ich ein T-Shirt tragen: „Elektiv mutistisch“ Bitte nicht ansprechen…oder
„Elektiv mutiert: Bitte die nächste Person ansprechen…Oder Zettel reichen…“

Ich verstehe diese Störung selbst nicht: Ich kann über alles reden außer Dingen, die mich betreffen…Also eine Diskussion um den Satz des ausgeschlossenen Dritten würde ich führen können…In Podiumsveranstaltungen kann ich kontern ohne Ende, aber ich kann nicht die Frage beantworten: „Wo tut es ihnen weh?“ „Wo Frau Hinz und Kunz einfach antwortet: Ach, hier und dort und da und es ist so schlimm..Steigere ich das zu evtl. links oder rechts , oben unten und vielleicht auch in der Mitte, aber evtl. auch ehhm…“ „Vielleicht habe ich auch gar keine Schmerzen…“

Psychologengespräche…

Es ist wirklich Arbeit 45 minutenlang mit deinem Gegenüber nicht zu kommunizieren und jeder Frage auszuweichen…In der letzten Gesprächstherapie-Stunde, mit einem ungefähren Abstand von 1,5 Monaten zur vorherigen Stunde, schien es die Psychologin sogar fast amüsant zu finden…, wie ich jede Frage mit ultimativen Floskeln abgwehrt habe…

Beispiel
Psychologin: „Wie geht es Ihnen psychisch?“
Ich: (Nach gefühlten 5 MInuten): „Momentan wieder ganz okay…Nee, Weile nicht wirklich…“
Psychologin: „Wann ging es Ihnen denn nicht gut?“
Ich: „Na ja, so vor 2-3 Wochen..Feiertage und so…Familienfeierlichkeiten sind nicht so mein Ding…“ (
Psychologin: „Und was haben Sie so gemacht in der ganzen letzten Zeit?“
Ich: „Nichts, was ich sonst nicht auch gemacht hätte…Eigentlich nichts…“
Psychologin: „Aber was beschäftigt Sie momentan?“
Ich: „Meine Diplomarbeit“ (und meine Unfähigkeit sie weiter zu schreiben, fertig zu werden, Prüfungsfähig zu sein ect.)
Psychologin: „Vielleicht gibt es ja irgendwelche inneren Widerstände, dass sie gar nicht fertig werden wollen..“
Ich: „Ja, und Nein…Also ich weiß tatsächlich nicht was ich mit dem Abschluss dann anfangen soll…“ (Außer Hartz IV zu beziehen)
Psychologin: „Sie könnten sich in der Politik weiter hocharbeiten und eine politische Karriere machen..“ (Ganz sicher, weil das soooo einfach ist…Und ich mit meiner schizoiden Art unter lauter voll narzisstischen Selbstdarstellern: Passt brillant zu mir…)
Ich: „Um Gottes Willen..Nie…!“
Psychologin: „Wenn sie ganz frei wählen könnten…“
Ich: „Kann ich aber ehh nicht..Außerdem weiß ich nicht was ich will…“
Psychologin: „Und was wollen sie eigentlich von hier?“ (Ich habe im ersten Moment MIR verstanden)
Ich: „Hmmh…Null Ahnung…“
Psychologin: „Das sollten Sie sich aber eigentlich jetzt überlegt haben, schließlich wollten SIE ja einen neuen Termin…Sie müssen dann doch irgendwas WOLLEN…Oder ist es zu diffus es zu benennen…????“
Ich: „Klar wirkt das so als würde ich nichts wollen…“ (Und ich glaube auch nicht, dass mir in meiner momentanen Situation wirklich jemand helfen könnte..Psyche schön und gut, aber wenn dein Körper am Boden liegt, nützt kein Geschwaffel der Welt etwas…Wie soll ich z.B. soziale Kontakte wahrnehmen ohne lange sitzen zu können???)
Psychologin: „Was meinen sie damit?“
Ich: „Schwierig zu benennen“
Psychologin: „Könnten Sie es aufschreiben?“
Ich: „Das würde mich zu lange aufhalten und ich könnte andere (wichtigere) Sachen nicht fertig stellen…
Psychologin: „Ich sehe aber so keinen Weg mit Ihnen zu arbeiten..“

Wir haben uns dann mit NULL-Vereinbarung getrennt und ich warte ja eigentlich mal auf ne eher endgültig klingende SMS…Keine Ahnung warum ich mich nicht selbst rausschmeißen kann…

Therapie hat für mich ehhh höchstens eine Alibifunktion gegenüber meinem Hausarzt…In Therapie hört sich einfach besser an…Auch wenn ich real seit Monaten keine regelmäßigen Termine habe und die Sitzungen nur absitze…

Mir fehlt das Vokabularrepertoire der Psychoanalyse mit all ihren Implikationen jedenfalls nicht und es ist irgendwie erleichternd sich das nicht mehr 1- zweiwöchentlich anhören zu müssen:
Wie: „Jeder braucht ein haltendes mütterliches OBJEKT….“ Oder „Vielleicht tragen sie keine Brille, weil sie die Welt nicht richtig wahrnehmen wollen“ Oder „Auch das ist ein Ausdruck“
„Sie verdrehen das immer..Psychotherapeuten WOLLEN NICHTS von ihren Patienten, sondern Patienten etwas von ihren Psychotherapeuten.“ „Jeder Mensch hat Gedanken der TRIEBHAFTIGKEIT?) (Ach???) Den aller-blödesten Satz, den ich jemals hören könnte: „die Schmerzen werden wohl durch nichts besser…“ Hee????? Ich habe neuropathische Schmerzen, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie ATTACKEN ARTIG kommen und gehen…Also habe ich auf und ab’s über den ganzen Tag verteilt…Wenn ist mein Schmerzempfinden einer dauernden Achterbahn gleichkommend..Manchmal habe ich das Gefühl sie redet mit einer anderen Person…

Nichts Neues in Sicht…

Okay, warum habe ich solange nicht geschrieben??? Es gibt einfach Nichts wirklich aufregend Neues…und ich war in einem absoluten Depressionsloch bis ich erkannt habe, dass zu mindestens meine gravierenden brennenden Gesichtsschmerzen auf den Umstand von Kieferentzündungen zurück zu führen sind…seitdem ich zwei Zahnhwurzelbehandlungen und seit 14 Tagen Clindamycin (ein Antibiotikum ) nehme, habe ich den ersten Lichtblick seit Wochen bzw. Monaten, dass irgendwas doch wieder besser werden kann…(Meine Kopfschmerzen sind zu mindestens im stehen auch zu 50% besser…Im liegen allerdings gleich geblieben) ..Dafür merke ich aber den Druck unter meiner Nase umso mehr und bezweifle langsam, dass es ein Phantomschmerz ist, sondern vielleicht schlicht und ergreifend eine weitere Entzündung, die von den Zähnen nach oben gewandert ist…(Ich habe zwei fehlende Zähne und zwei Kieferwurzelresektionen hinter mir und mein ganzer Oberkiefer wurde überkront…Bulimie, Colasucht und Knirschen sei Dank…)

Ich war wirklich schlicht und ergreifend innerlich an dem Punkt wo ich mir fast eine schnell und tödlich verlaufende Krankheit herbei gesehnt habe…Selbstmord ist in meinen Augen ein Verbrechen an deiner Familie, aber Verstorben nach langer und qualvoller Krankheit kann allen Hinterbliebenen doch als eine Art Erlösung vorkommen…Denn was macht mein Leben eigentlich noch lebenswert????

Es ist nicht mal so, dass es meine eigene Frage ist, sondern mein extrem geschrumpftes Umfeld und die paar Menschen, die trotz meiner Weigerung soziale Kontakte aufrechtzuerhalten, trotzdem mich einfach permanent wach klingeln und mich zu einem Cafe schleppen…Jeder drängt mich: Dann geh doch in die Notaufnahme, wegen akuten Schmerzen, wenn ich mal wieder gerade abends über zwei Stühlen liege und versuche so eine Sitzung zu überstehen…Jede Aktivität ist eine Überwindung, eine Qual und ich bin einerseits froh, dann doch mal etwas zu tun und andererseits sehne ich mich zurück in meine vier Wände, wo zu mindestens keiner mir beim Leiden zusehen kann und ich einfach irgendwie ständig Positionen wechseln kann, sodass es erträglich bleibt…

Zur Vervollständigung der Diagnostik bin ich bisher noch nicht gekommen:

Phänomenalerweise habe ich den Neurochirurgen dann doch mittlerweile einmal zu Gesicht bekommen, dass war schon vor Weihnachten…Um 8 Uhr morgens…Man rief mich zum vierten Mal an, dass die Sprechstunde leider ausfallen würde, aber wenn ich JETZT vorbei komme, dann könnte ich den Neurochirurg evtl. noch erwischen bevor er in den OP muss…Okay, habe ich gemacht, aber es kam kein wirklich produktives Gespräch zustande…Denn ich fand einen völlig überarbeiteten und in Eile wirkenden Arzt vor mir, der in jedem zweiten Satz sagte: „Ich muss in den OP“ und „was wollen sie eigentlich von mir, denn ich bin Neurochirurg und sie -soweit ich mich erinnern kann- nicht mein Fall…Hatte ich sie nicht an die Neurologen überwiesen???“ (Ich war nicht zum reden in der Lage, denn nochmal in diese Neurologie will ich nicht, auch nicht an den Arzt – an der er mich überweisen wollte, denn das ganze Klima dort gefiel mir überhaupt nicht…) Die Neurochirurgie hat zwar auch Probleme, aber ich habe dort bisher alle als interessiert und menschlich erlebt…(Außer eine Ärztin)

Ich habe den NC dann ein bißchen nach ihm befragt und das hat die Situation deutlich entschärft…Er sagte mir, dass 4 Kollegen gekündigt hätten und er nun von morgens bis abends im OP steht…Außerdem keine gute Nachbesetzung in Sicht ist, da alle Bewerber Ausländer mit hervorragend wenigen Deutschkenntnissen sind, die im Patientenkontakt oftmals komplett hilflos sind…Es ist komisch wie gut ich es schaffe mit Menschen über SICH zu reden und wie wenig es mir gelingt über mich selbst zu sprechen…Jedenfalls muss ich auf ihn wie das blühende Leben gewirkt haben und ich habe schlicht und ergreifend gar keine Symptome erwähnt außer LWS Schmerzen…(Nicht mal meine Kopfschmerzen) Irgendwie habe ich die seltsame Eigenart mich so in mein Gegenüber vertiefen zu können und seine Welt und Sichtweise, dass mich mich für kurze Momente nahezu selbst verliere und mein Problem für nichtig halte oder unangemessen…Schließlich geht es meinem Gegenüber ja auch nicht gut…

Aber in gewisser-weise ist nichts anderes erwähnen auch strategisch vielleicht nicht so falsch:
Meine Idee war, wenn ich evtl. einen Bandscheibenvorfall-Rezidiv habe, glaubt man mir auch den Rest und hat einen Grund nachzusehen… Problematischer-weise ist der MRT-Termin erst am 27.2. (jetzt schon fast nah) und ich bin mir nicht mal sicher, dass meine Probleme wirklich von dieser Ebene kommen…Immerhin hat der Neurochirurg kurz meine Reflexe abgeklopft, das finde ich für einen Neurochirurgen schon fast eine Leistung, weil die meisten machen nicht mal das und schicken dich zum Neurologen…Ergeben hat das für ihn nix..Mich hat es mal wieder verwundert…Linker ASR nicht auslösbar, rechter normal…(Hat ihn zunächst in Panik versetzt, bis ich ihm erklärt habe, dass ich den schon seit der ersten OP fast gar nicht mehr habe…Also manchmal ist er schwach auslösbar und dann gar nicht…) Mich hat eher mein PSR verwundert, aber den Neurochirurgen weniger…Rechts normal auslösbar und links gesteigert. Aber das macht laut Neurochirurg nichts, denn er sei nicht pathologisch gesteigert…(Ich finde es aber seltsam, da mein PSR vor einem Jahr für eine Weile NICHT auslösbar war, beidseitig…Außerdem habe ich eine zentrale Läsion zum rechten Bein und nicht zum linken Bein. Nach meiner eigenen Überlegung entwickele ich die Phantasie, dass meine Reflexe Normalität widerspiegeln, die eigentlich nicht vorhanden ist…Denn dadurch das ich Schäden im peripheren Nervensystem habe (die meinen Reflexe abschwächt) und im zentralen Nervensystem (die meinen Reflex steigern müsste) , gerate ich vielleicht einfach schlicht und ergreifend in eine Mitte…Ich habe nämlich rechts (zeitweise einen pathologischen Reflex) Babinski-Zeichen…Allerdings eben -aus mir nicht erklärlichen Gründen nur zeitweise…Natürlich kann es auch sein, dass ich den selbst produziere, weil ich es weiß, dass es ihn gibt ??? Psychogen????..Es ist auch tatsächlich so, dass wenn ich meinen Fuß von oben nach unten bestreiche sich mein Großzeh fast nicht hebt, aber wenn ich von unten nach oben und in die Mitte gehe, dann schon bzw. so 50% der Zeit…Vielleicht liegt das auch schlicht und ergreifend an meiner weiterhin bestehenden Großzehenheberschwäche…Wenn ich die Fußkante bestreiche spreizen sich lediglich meine Zehen…,aber mein Großzeh zuckt nur minimal…(Eigentlich müsste ich ja ein spannender neurologischer Fall sein, wenn sich dafür mal jemand interessieren würde…Auch aufgrund meiner Fähigkeit Dinge zu beschreiben, denn trotz aller diffusen Beschreibungen, bin ich sehr wohl in der Lage genau zu zuordnen wo was nicht stimmt…Die Messungen haben ja genau da Schäden ergeben, wo ich sie angegeben habe…Nur die Neurologen glauben es mir meistens nicht, denn von außen wirke ich (zu 90%) wenig eingeschränkt…)

Fersengang hat der NC daraufhin nicht überprüft und auf den Zehenspitzen kann ich laufen, auch wenn ich links leichte Probleme habe…Wenn das weiter zu nimmt soll ich mich melden und mich als Notfall deklarieren..(TOLL, wie merke ich das jetzt???)
Außerdem habe ich ja eher Probleme mit der Fußhebung..Es tut mir echt höllisch weh meine Großzehen zu bewegen…Nur meine Reflexe sagen etwas anderes…Aber meine Reflexe sind glaube ich keine verlässlichen Indikatoren…

Aggressive Gefühle gegen Murmeltiere

Das Murmeltier als Täterintrojekt

Was nützt einem eigentlich eine „Schmerzsprechstunde“ die nie stattfindet???

Aber immerhin rief man mich  allen Ernstes an, obwohl man doch meine Nummer gar nicht hatte/haben konnte…Wo wurde diese denn wiederentdeckt und reanimiert? (Und ja, die Krankenschwestern sind da irgendwie sehr nett…Die Ärzte – wenn sie denn mal da sind – eigentlich auch…Aber die haben ja Notstand…Absoluten Ärztemangel -wie man mir sagt…Ob dann nächste Woche die Sprechstunde endlich stattfindet: Ich trage sie da mal ein, aber versprechen kann ich das nicht…Hört sich eher nach einem „Nein“ an…)

Ich darf dem Arzt jetzt eine Mail schicken, aber was schreibe ich da bitte sehr jetzt rein? Hallo Herrsoundso: Mir geht es leider gerade- Sie wissen schon wie – , oder auch nicht…Vermutlich eher nicht, denn ich war ja erst 2x in ihrer Sprechstunde und das ist mittlerweile 5 oder 6 Monate her. Ich weiß leider momentan auch nicht, ob ich nur somatisiere oder echte Probleme habe: Meine LWS fühlt sich instabil an, wenn ich sitze und dann aufstehe, kann ich leider oft 1-5 Minuten fast nix unterhalb meiner Taille wirklich koordinieren/bewegen. Außerdem: ich verstehe es auch nicht… Ich kann nicht ohne Schmerzen atmen (Was wohl kaum an der LWS  liegt) und habe wohl auch eine Entzündung im Kiefer (wofür sie als Neurochirurg natürlich nicht zuständig sind), aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass meine Kopfschmerzen eher damit zusammenhängen…und auch der Umstand  einer dauerhaften Temperaturerhöhung bei Top Blutwerten sollte mit irgendwas erklärt werden, denn 37,1 hatte ich früher nicht…Ich muss aber gleichzeitig zugeben, dass  mich diese leichte Temperaturerhöhung  in Hinsicht auf mein Körperempfinden gar nicht besonders stört, alles andere ist schlimmer…

 

Okay, so sollte ich das nicht formulieren…