Eingebildet krank (mal wieder)…Teil I

Es wäre sicherlich sinnvoll gewesen diesen Blog nicht einfach so ad-hoc zu verlassen und zu sagen: Och, kann gerade nicht weiter schreiben, mir geht es so mies…Wobei das auch nur eine Teilwahrheit ist, denn zunächst hatte ich in dieser super Reha -Maßnahme am Anschluss an OP NR2)   4 Wochen keinen Internetanschluss…Dann war ich 4 Wochen depressiv …Na, und dann kam OP NR.3

In der Reha fühlte ich mich sehr wohl: In einer Klinik, die sich auf Hüft- und Endoprothetik, Amputationsnachsorge und vielleicht zu 10% Bandscheibenvorfällen spezialisiert hatte…Altersdurchschnitt so 75 Jahre…Dementsprechend jung kam ich mir mit 28 Jahren vor und FEHL AM PLATZ ..Dem Wald und Wiesen Orthopäden erzählte ich mehrmals von Hörausfällen auf dem rechten Ohr, Kopfschmerzen und das ich jetzt plötzlich eine BEIDESITIGE Großzehenheberschwäche hätte, ob das nicht doch alles bedenklich sei…Könnte das im Zusammenhang mit dem Liquorleck stehen…?? Orthopäde meinte, dass ich gar nix hätte…Mir es doch gut ging und motorisch sei doch auch alles noch im Rahmen…

Na ja, ich dachte mal wieder darüber nach, ob ich jetzt eine gravierende somatoforme Störung entwickele, denn mittlerweile konnte ich nicht mehr in Sonnenlicht gucken und hatte dann auch noch das Gefühl, wenn ich nicht gerade lag, dass ich mich jedezeit übergeben könnte und selbst wenn ich die Augen schloss drehte sich alles so 15 min lang…Aber da ich nicht wieder in eine Ausschlussdiagnostik oder in die Schublade psychisch gestört gesteckt werden wollte…, ertrug ich es weiter, ging nach hause und fühlte mich weitere 3 Wochen lang mies…Ich machte einen Termin bei einem Neurologen, den ich nicht einhielt…Ich ging nicht zum Hausarzt und beobachtete wie mein Körper mehr Symptome entwickelte…Als ich dann meinen Kopf nicht mehr drehen, beugen konnte (Meningismus) und die Ausstrahlungen in die Beine sich noch intensivierten , nämlich über den Oberschenkel ziehend, innenseitig und na ja, im Anal- Genitalbereich breitete ich  die Taubheit (Hypästhesie) noch aus…, war ich geneigt diese Symptome einer Liquorfistel zu zuordnen, aber irgendwie traute ich immer noch nicht meiner eigenen Wahrnehmung…

Aus meinem tollen Futonbett hoch zu kommen, dauerte mittlerweile geschlagene 7 min, da ich irgendwie hinfiel bzw. beidseitig elektroartige Schläge durch meinen Körper bekam + na ja, ich musste auch irgendwie meinen Kopf bewegen…und das ging ja auch nicht mehr…Nach dieser Anstrengung übergab ich mich erst einmal 10min…und wäre dann schon am liebsten zurück ins Bett…Aber man muss ja noch am sozialen Leben teilnehmen…1 Tag vor meiner OP ging ich also zu einer politischen Sitzung…(Tillidin und Tetrazepam im Schlepptau)…Gut, bis ich am Büro ankam, hatte ich schon 2x den Boden geküsst, dennoch hielt ich es geschlagene 4,5 Stunden aus mit Gang in Kneipe…Ganz ohne Medieinwurf (So schlimm kann es doch nicht sein…??Vielleicht doch Einbildung???) Zuhause angekommen gegen 1 Uhr dachte ich aber dann doch, dass es vielleicht nicht ganz so undramatisch sein kann, schließlich kam ich weder die Treppe vernünftig hoch, noch in mein Bett und ich versuchte 5-6 Stunden vergeblich eine Position zu finden, in der ich schlafen konnte…

Am nächsten morgen dachte ich dann doch mal an die Notwendigkeit einen Arzt zu konsultieren, also was macht man, wenn man def. Neurochiurgen vermeiden will…: Ich laufe bei meinem Hausarzt auf (Zugegeben logischer wäre es gewesen nachts den Notarzt zu holen)

Was macht nun mein Hausarzt? Weißt mich in ein Krankenhaus ein..(Ohne das ich ihn mehr als 5 min. gesehen hatte…und ihm nur annähernd meine Symptomatik beschrieben hatte…Ihm reichte wohl meine Ausführungen, dass ich weder stehen liegen sitzen kann und denke ne Cauda Symptomatik zu haben…Da Hausärzte ihre Patienten ja kennen (oder sollten) , reichte ihm das aus…Auch meine Ablenkung: oder es könnte eine ISG Blockade sein, erschien ihm als meine typische UNLOGIK…Denn wir hatten ja monatelang diskutiert, ob meine S1 Wurzel stirbt oder ich ne linksseitige ISG Blockade habe…Die einzige Frage , die wir diskutierten war: Welches Krankenhaus…?

Ich: „Ich will in keines…Ich mag das Uniklinikum nicht und die Klinik in der ich operiert wurde,  fand ich zwar okay, aber der Neurochirurg (Oberarzt) mit dem kam ich nicht wirklich klar…“

Hausarzt: „Und wie schätzen sie die fachliche Kompetenz ein?“

Ich: „In Ordnung…Es erschien mir okay, gut organisiert, aber ich kam mit ihm menschlich nicht klar…Hausarzt: Mit welchem Neurochirurg kommen Sie denn klarß“

Ich: „Keinem…“

Hausarzt: „Dann weise ich sie da ein“

Ich: „Seufz….(Muss das sein)“

Mittlerweile war es eh schon 12:00 Uhr, der Gedanke an Krankenhaus ließ mich erschaudern und ich hatte weder Sachen gepackt und war immer noch am zweifeln, ob ich wirklich so ne Symptomatik habe oder unter einer gravierenden Einbildungsstörung leide…

Jedenfalls rief ich meinen Bruder an., der konnte mich jedoch nicht vor 14 Uhr fahren und na ja, wie sollte ich sonst jetzt dahin kommen (Öffentlicher Personennahverkehr fährt nicht in das Kaff) …Durch Baustellen etc… kamen wir jedenfalls ZU SPÄT da an..Nach Aufnahmezeit und begegneten einem begeisterten Oberarzt, der mich rausschmiss und meinte ich solle Montag wiederkommen oder in die Uniklinik gehen, wenn es denn wirklich so akut sei…(soviel zu menschlichem Klarkommen)

Mein Bruder brachte ihn jedoch durch diplomatische Künste  dazu mit mir zu reden und wir hatten ein sehr konfuses Gespräch, indem ich nix von meiner Symptomatik preis gab und er vermutlich wirklich den Eindruck bekommen musste, dass ich gar nix habe und nur vor ihm stehe, weil mal wieder so ein doofer Hausarzt eine ISG Blockade von einer Cauda Symptomatik nicht unterscheiden kann… Ich habe leider die Tendenz kaum noch was zu sagen, wenn man mich anbrüllt bzw. mit einer so verheerend schlechten Laune begegnet wie dieser Arzt (Auch wenn ich wirklich Mitleid mit Ärzten und 16-18 Stunden Schichten habe)…Jedenfalls fand er , dass ich vermutlich nur ne ISG Blockade habe…Er testete auch gleich seine ISG-Vermutung, indem er mir mal kräftig dagegen drückte…Ich hatte Mühe nicht an seinem Schreibtisch zusammenzubrechen…(Es zog beidseitig bis in meine Füße (Konnte also nicht das ISG sein) Woraufhin er meinte: „Tut das wirklich so weh?“ (Nein, ich bin ein perfekter Schauspieler und mache das zu seiner Unterhaltung) Ich: „Ja“ Daraufhin war sich der Oberarzt wohl doch nicht mehr so sicher, ob wir es hier nur mit einer ISG Blockade zu tun haben und rief doch mal beim MRT (meinem zweiten zuhause)  an…Mit den Worten: „Ich glaube nicht , dass  dabei heraus kommt, aber sicher ist sicher…“ (Danke! Ich hörte auch mit, dass er eigentlich keinen Dienst hat, aber der Chefarzt bei einem Kindergeburtstag verweilte und er einspringen musste…Also daher die äußerst schlechte Laune?)

Mir teilte er jedenfalls mit, dass er mich nur operiert, wenn er mich auch wirklich operieren will und das Ganze für signifikant genug hält (Keine Ahnung, ob der mich für operationsgeil hält…Ich schiebe ja eher Panik und will def. nicht operiert werden und vermeide daher eher Ärzte, aber nun gut…Das fand ich sogar irgendwie sympathisch)

Also der Oberarzt nahm mich stationär auf und teilte dann gleich auch noch seiner Station mit:  „Hier ist mal wieder so ein Schmerzpatient, der vermutlich gar nichts hat…Aber ich habe ihr mal einen MRT Termin gemacht, schicken sie sie dann bitte runter…Ich komme dann später und infiltriere ihr das ISG Gelenk…“(Juhu!!! Das ist mir noch nie infiltriert worden, da ich doch irgendwie immer wurzeltechnisch Probleme hatte..)…..

ISG Problematik deutet nie auf etwas gutes…

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