Neurochirurgen kennen sich offenbar nur im mm Bereich aus…

300m sind eine zu große Herausforderung für diese Ärztezunft

Ja, nachdem ich ein nettes Streitgespräch mit einem Neurochirurgen  hatte, ob es sinnvoll wäre nach einem Jahr meine LWS mit einem Kontroll-MRT zu beglücken…(Ich finde schon, da ich überhaupt nicht einschätzen kann, ob meine Schmerzverschlimmerung von Medi-Umstellungen kommt oder aber irgendwas sich dort an meiner Wirbelsäule abspielt), wurde mir als Alternative eine Facetteninfiltration angeboten.

Der Neuro-Radiologe mit einem extremen Akzent weigerte sich aber es durchzuführen, da ich jung bin, die Strahlenbelastung zu hoch und das Formular falsch ausgefüllt ist. Außerdem würde man nichts herausfinden, wenn man L5/S1 und L4/L5 macht…

 

Nach achtstündigem hin und her..Der Neurochirurg war nicht erreichbar und ein Assistenzarzt durfte es nicht unterschreiben, kam ich dann als letzte Patientin doch noch dran und ein genervter Radiologie meinte: Örtliche Betäubung braucht man nicht. Der Einstich würde dann auch gar nicht mehr weh tun…Es war Folter…Gesagt habe ich nichts, aber innerlich dachte ich: Bitte nicht noch mehr. Ich hab mich dann weg ge-beamed (  beam me up Scotty)und es verbesserte sich etwas…Meine Beine waren 20 min leicht taub und ich hatte Schwierigkeiten überhaupt zu laufen. Ich hatte vermutlich meine erste Migräne mit visueller Aura…Ich habe andauernd skurrile Blitze auf der rechten Seite meines Auges gesehen. Ging dann vorbei als ich lag…, aber insgesamt hielt es 2 Tage an, wenn ich mich bewegt habe. Genutzt hat es nicht…Mir geht es seitdem schlechter…

Den Neurochirurg habe ich dann nochmal gesehen, über dieses Erlebnis Facetteninfiltration habe ich kein Wort herausgebracht…Außer: „Ist nicht besser“

NC: „Denken Sie denn, das die richtigen Stellen getroffen wurden?“

Ich: „Wie meinen sie das denn jetzt. Kann ich sehen, wo der Neuro-Radiologie einsticht?“

NC: „Aber sie wissen doch wo die Schmerzen sind?“

Ich: „Anscheinend nicht da“

NC: „Dann ist das muskulär“

Ich: „Ist es bestimmt nicht..?“

NC: „Sie sollten in eine Schmerzambulanz. Ich kann ihnen nicht helfen. Ich will das nicht operieren…“

Ich: „Da habe ich 3x angerufen und nie einen Fragebogen zugeschickt bekommen.“

NC: „Ja, die sind überlastet…Ich gehe mit Ihnen mal dahin“

Gedanke: Und super unfreundlich am Telefon…

Ich: „Ärztliche Autorität?“

NC: „Ja, das bringt meistens was…“ (Geht gezielt einen Gang entlang. Ich versuche mitzuhalten)

Ich: „Okay, gehen wir nicht falsch…???Ehh, wo ist die Schmerzambulanz?“

NC: „In der unteren Etage. Wollen Sie die Treppe oder den Aufzug?“

Ich: „Treppen runter sind nicht so das Problem…“ (Da NC’s sehr zügig laufen, war es dann doch ein leichtes Problem…Mit der Hilfe des Geländers aber machbar)

Unten angekommen…

NC: „Also die müssten eigentlich hier sein…“

Ich: „Sind die nicht doch oben..“

NC: „Ich frag‘ mal meine Kollegen…“

NC: „Sie haben recht, die sind oben neben dem Eingang..Hier riecht‘ es nach frischen Brötchen. Nach oben nehmen wir aber den Aufzug“

Ich: „Ja, hmmh…(wollte er meinen Hirnstamm auf sein Funktion testen???) Und wie ist das Klinik Essen so??“

NC: „Wir dürfen das ja nicht essen…“

Ich: „Es gibt doch eine Cafeteria, Mensa…und wird das nicht eintönig…???

NC: „Die eine Cafeteria ist gar nicht schlecht…(Wie sich herausstellt ist die Cafeteria auch nur 50m von der Schmerzambulanz entfernt)

Oben angekommen: Ich zeige auf das riesengroße Schild: Schmerzambulanz

Ich: „Da ist das MVZ, direkt neben der Neurologie und der Cafeteria…? Wie lange arbeiten Sie denn hier?“

NC: „13 Jahre“

Ich: „Echt…(Konnte mir ein Grinsen nicht vergreifen) Und dann arbeiten sie nie mit denen zusammen?“

NC: „Doch…Aber weiß ich wo Telefonhörer stehen…????“

(Jedenfalls hat er mir einen Termin in 2 Monaten ausgehandelt…Bringt mir gerade sehr viel…)

Ich hoffe er findet den Weg zu seinem Operationssaal…

 

 

 

 

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Psychotherapie: Versuch Nr. II

PsychoanalyseIn gewisser-weise habe ich den Eindruck in den letzten Jahren eine Metamorphose durchgemacht zu haben: Von einer Ratte, die im Käfig saß zu einem Hamster, der 24 Stunden lang in seinem Hamster-Rad Runden dreht,  zu  einem Opossum, dass dauerhaft seinen Tod vortäuscht und sich gar nicht mehr bewegt.

Opossums‘, die nicht nur gelegentlich ihren Tod vortäuschen, sondern sogar ganz ohne Angriff lieber am Straßenrand rumliegen und sich Tod stellen, gehören vermutlich nach gängiger Meinung in eine therapeutische Behandlung…

Meine Liebe für Gesprächspsychotherapie hält sich zwar nach wie vor in engen Grenzen, aber man kann ja einen 2. Anlauf wagen…Mich nochmal durch 20 Arztpraxen durch zu telefonieren, erschien mir als unüberwindbare Hürde, zumal meine Redeblocks bezüglich persönlicher Themen doch schon ausgeprägt sind.

Also dachte Ich: Schreib ich mal meiner Ex-Therapeutin eine Sms…: „Ist es krankenkassentechnisch möglich wieder bei Ihnen mit Therapie anzufangen, wenn ich noch keine 2 Jahre pausiert habe. Bzw. vermutlich haben sie ehh keine freien Stunden?“

Etwas seltsam, da ich ja vor 1,5 Jahren einfach aufgehört habe…und  eigentlich sind wir nie ins Gespräch gekommen…Von vielleicht 30 Sitzungen über 1 Jahr verteilt, habe ich weitgehend beharrlich mein Gegenüber angeschwiegen und die Muster ihres Teppichs betrachtet…Ehrlich gesagt, hätte ich mir fast gewünscht sie schreibt mir: „Nein, aber gehen sie zu Y,X,Z…“

Ich bekam dann die Rückantwort: „Müßten wir einfach mal persönlich besprechen. Kann Ihnen einen Termin geben, wenn sie wollen.“

Klang für mich jetzt nicht gerade enthusiastisch, aber meine Frage war das ja auch nicht…Nun ja, mittlerweile hatte ich 2 Sitzungen und irgendwie nehme ich daraus: A) Die psychoanalytische Terminologie bringt mich nach wie vor zum Lachen und zum Verzweifeln B) Man kann nahtlos an alle „Kämpfe“ anknüpfen, die man vor 1,5 Jahren geführt hat…C) Mich stören Therapeuten mit grün lackierten Fußnägeln D) Wenn das tiefenpsychologisch sein soll, warum streitet man sich sooo viel über Formalia…? E) Ich fühle mich unverstanden…F) Ich stehe immer noch auf dem Stand:

TH: „Wenn Sie wirklich Therapie machen wollen, dann überlegen sie sich welche Themen wir gemeinsam anschauen können und welche Phantasien sie dazu haben?“

Dazu viel mir nichts ein…Phantasien zum Thema Essstörung?

TH: „Wollen Sie das wirklich? Ich hatte immer den Eindruck, dass ich mich bemühe und von Ihnen kommt gar nichts…“

Schweigen..Was soll man dazu sagen…? Ich bin hoch bemüht nicht zu schweigen, aber man kann es leider nicht hören(?)

TH:“Wenn sie sich sprachlich nicht ausdrücken können, wie wäre es mit einer Klinik, die Kunst-, Körper- und Musiktherapie anbietet…?

Ich musste in dem Moment leicht grinsen, weil ich dachte: Toll, sie bietet mir meinen absoluten Alptraum an…Mein Hauptproblem ist eher, dass ich ewig brauche bis ich jemanden vertraue und dann sollen das 5 verschiedene Personen sein…??? Außerdem kann ich überhaupt nicht länger als 30-40min sitzen… Gesagt habe ich dazu nichts…Wieder kam die Antwort…:

TH: „Sie müssen es natürlich auch wirklich wollen.“

Irgendwie fühle ich mich als würde ich der katholischen Kirche beitreten und müsste irgendein Glaubensbekenntnis ablegen und auf eine Ideologie schwören…:  TH: „Wollen Sie denn einen Termin haben?“

Ich: „Meinetwegen“

TH: „Wollen Sie jetzt einen Termin haben oder nicht?“

Ich (irritiert) : „Muss ich dazu jetzt „Ja“ sagen??“

TH: „Ja…“

Ich (genervt)…:“Ja, dann will ich einen Termin haben…Wobei ich den ja auch noch absagen kann…“

TH (genervt): „Wollen Sie mir eine SMS schreiben, ob sie wiederkommen möchten…?“

Ich: „Nee, geben sie mir einen Termin…“

Die Frage ist: Gehe ich da wieder hin?