Vom Glaubenswahn, Lebkuchenhäuser backen und Hänsel und Gretel Deutungen…

Musik führt zusammen oder auch nicht. Dieses Jahr hatte ich wenig Zeit für meine kleine Schwester, aber an meinem Geburtstag etc. war ich zu-hause und sie  musste (zu ihrem Leidwesen) an meiner kurzfristigen Obsession mit dem  obigen Musikstück teilhaben, was zu dieser etwas unmutigen Mail-Antwort führte:

 

…1 Grund warum ich meine Schwester hasse ist der:Pastime with good Company! Läuft derzeit hoch und runter in meinem Kopf, sodass ich mich derzeit gezwungen sehe mir das schon seit über ner halben Stunde reinzuziehen -,-

Und hier meine Erwiderung:

Ein Grund warum ich meine Schwester LIEBE  – ist, dass sie jetzt auch „Pastime with good Company“ hört….Dann können wir das gemeinsam an Weihnachten der Familie vorsingen…Ist eben ein „mittelalterlicher“ Ohrwurm…Oder aber auch ein gewaltiger Renaissance-Tinnitus…

 

Vielleicht war es aber auch der Kontext meiner drögen Monologe über die Verquickung der menschlichen Seele und der Widersprüchlichkeit des menschlichen Lebens, die das Ganze zu einem solchen Ohrwurm für sie hat werden lassen:
Ich frage mich immer noch: Wie kann  jemand etwas so SCHÖNES erschaffen und gleichzeitig in die Annalen der Geschichte als skrupelloser Herrscher (mit einem Hang zur Hinrichtung zweier seiner 6 geehelichten Frauen eingehen)??? Heinrich VIII ist eine sehr ambivalente Figur: Als junger Mann liebt er die Musik, hat selbst eine schöne Countertenor-Stimme und verhält sich für einen Herrscher eher ungewöhnlich, indem er selbst singt und komponiert.
Die Heirat zu seiner ersten Frau Catherine Aragon sieht er nach Ausbleiben eines männlichen Thronfolgers als Versündigung an Gott und Inzest an (und evtl. auch unbewusst als Betrug an seinem Bruder), der eigentlich der Thronfolger war und Catherine zuvor sehr jung geheiratet  hatte, dann aber verstorben war…Die Ehe galt als nicht vollzogen und Catherine bei ihrer zweiten Ehe immer noch als Jungfrau.

Heinrich VIII litt darunter seine erste Frau aus seiner Überzeugung – nicht ganz unbefleckt geheiratet zu haben und diese Sünde führte in seinen Augen zu dem fehlenden männlichen Thronfolger.
In der populären Geschichtsschreibung wird Heinrich VIII heute vorwiegend als Frauenmörder geächtet, aber gilt auch als Bringer der anglikanischen Version des Protestantismus… (Obwohl er nicht einmal überzeugter Anhänger dieser Reformen war, aber politische Umstände die er nicht ausitzen wollte, brachten ihn in Konflikt mit dem Papst, der die Ehe zu Catherine nicht annulieren wollte, sodass er nicht mit dem Segen des Papstes neu heiraten durfte) Ebenso ironisch ist, dass er auf Drängen seiner letzten Frau (Katherine Parr), die nicht auf dem Schafott endete, seine beiden Töchter aus den vorigen Ehen als rechtmäßige Erbinnen wieder einsetzte und somit eine weibliche (matrimonale) Herrschaftsfolge in Großbritannien sicherte, aber sein Heirats- und Hinrichtungswahn insbesondere daraus resultierte, dass seine Frauen keinen „männlichen Thronfolger“ gebaren …(Sein spät geborener Sohn verstarb im Jugendalter und war nur kurze Zeit auf dem Thron. Die Töchter Heinrich VIII gingen in die Geschichtsbücher als „Bloody Mary“ (Restauration des katholischen Glaubens/ Protestantenhinrichtungen) und Elisabeth I (anglikanischer Protestantismus, Renaissance, Hochkultur (Ben Jonson, Shakespeare), aber auch Hinrichtung Mary (Queen of Scots)/Ende der Tudorherrschaft ) ein…

Angesichts so vieler Hinrichtungswahn aufgrund von Glaubensrichtungen und ihren politischen Implikationen frage ich mich warum wir Weihnachten überhaupt feiern? Was wir da feiern und ob wir uns der christlichen Traditionen mit all ihren Implikationen: Kreuzzügen, Machtmißbrauch des Vatikans, der Herrscher sowohl des Protestantismus/Katholizismus bewusst sind? Das Alte Testament ist ohnehin eine Ansammlung reiner Grausamkeiten, die allenfalls im 5fach übertragenen Sinne als Menschheitsgeschichte und Parabel der Unmenschlichkeit für mich eine Bedeutung haben…

Da ist es doch eher neutral, wenn man sich in der besinnlichen Vorweihnachtszeit eher auf die germanischen Traditionen besinnt und ein Lebkuchenhaus backt, welches in der romantischen Märchentradition der Grimms steht und an das „Knusper, Knupser Knäuschen“ Hexenhaus von Hänsel und Gretel erinnert.
Meine Schwester kam zu mindestens im letzten Jahr auf diese geniale Idee, dass wir gemeinsam unbedingt ein Lebkuchenhaus backen, bauen und basteln sollten…Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, da ich ja eigentlich schon Pudding kochen für eine Überforderung halte. Ich bereite allenfalls Yum-Yum Fertignudeln zu.

Aber nun gut: Es schien ein Herzensanliegen meiner Schwester: Denn im vorletzten Jahr, als meine Schwester noch im Betreuten Wohnen weilte, hatte das Meisterwerk eines angefangenen Lebkuchenhauses leider dem Leben nicht Stand gehalten und war in sich zusammengebrochen. (Dramatisch) und jetzt wollte meine Schwester in ihrer vollen Selbständigkeit beweisen, dass sie in der Lage war ein solches zum Stehen zu bekommen…So als Übergangsritus ins Erwachsenenleben, was sie mit dem vollendeten 18 Lebensjahr erreicht hatte…(Ja, sie ist 13 Jahre jünger als ich uns somit kann man sich nun ausrechnen wie alt ich bin…Oh Gott, ich bin wirklich ALT…)

Verpsychologisierend betrachtet ist also das Backen eines solchen Hauses auch keineswegs neutral, sondern mit der Überwindung der ödipalen Phase in Verbindung zu bringen….Zu mindestens wenn man dem Psychoanalytiker Bettelheim folgt, der mit seinem Buch „Kinder brauchen Märchen“ allen Heranwachsenden der 68er Generation nachhaltig geschadet hat: Denn einerseits Toleranz, Ambivalenz und alle Facetten des Dazwischenseins gelehrt zu bekommen, um dann als Kind wieder in eine schwarz-weiße Welt aus klaren gut/böse Zuordnungen geworfen zu werden -mit Todesstrafen und Gnadenlosigkeit – passt doch irgendwie nicht zusammen. Meine Mutter hat mich mit Grimms Märchen regelrecht gequält: Ich habe als Kind Märchen gehasst und mir aus Protest die Ohren zugehalten. Insbesondere als in einem anderen Märchen die böse Königin in eine Tonne mit Nägeln gesteckt und zu Tode gerollt wurde, hatte ich wochenlang Alpträume… Daher hat meine Schwester von mir nie Märchen vorgelesen bekommen, denn sie sind m.E. gewalttätig und von einem schwachsinnigen gut-böse Schema geprägt, dass man nicht einmal 5 Jährigen Kindern antun muss…Das Kunstmärchen war ja eigentlich auch nie ein Kindermärchen…,und dass die Grimms alten Weibern solche abgelauscht haben ist ein von Ihnen erfundener Mythos…Vorwiegend kamen die Erzählungen von einer hochgebildeten Französin, die keineswegs ihren Kindern solche Schauergeschichten näher brachte…Allerdings ist es bis ins Bilungsbürgertum verbreitet, dass die Mehrzahl der Märchen aus dem Volk selbst kamen. Eigentlich war es aber umgekehrt: erst durch die Publikation der Grimm’schen Märchen und den ganzen Illustrationen und Bebilderungen wurde es zu einem Kinder- und Volksbuch…)

Aber wie war das nochmal mit Hänsel und Gretel und der psychoanalytischen Deutung des Lebkuchenhauses als Mutter…???
Ach, nee der Verbrennung der Hexe als Mutter oder der Verspeisung des Hauses als ödipale Fixierung und eigentliche Verspeisung der Mutter???
Denn die Hexe und das Haus sind eins und ineinander verschmolzen. Bzw. symbolisiert das Haus ihr Elternhaus… Ich wäre dafür, dass das Haus auch die Brust der Mutter symbolisiert und Hänsel und Gretel nicht nur einfach Hunger haben, sondern sich auch noch am Busen der Mutter vergehen..Ich meine des Hauses..Wie auch immer…Also wenn ich das ganz theoretisch mit Bettelheim fasse, dann verkörpert:

„Die Geschichte von Hänsel und Gretel […] die Ängste und Lernaufgaben des kleinen
Kindes, das seine primitiven oralen und daher destruktiven Wünsche überwinden und
sublimieren muss“

Und die Tötung der Hexe ist eigentlich super, denn sie stellt die Befreiung der Beiden von ihren „oralen Fixierungen“ dar und sie haben somit alle ihre destruktiven Wünsche überwunden. Gedankensprung: Wir backten also nicht nur ein Lebkuchenhaus, sondern töteten rein symbolisch auch unsere Mutter und sublimierten nicht länger unsere Triebe…(Was ist aber nun der Schluss daraus: Sollten wir alle unsere Mütter in Backöfen stecken, um unsere ödipale Phase zu überwinden??? Natürlich nur symbolisch!

Aber Nein, sagt die marxistische Kritik: Es war ja gar nicht die Mutter, die im OFEN landete, sondern irgendeine Frau, die uns an unsere Mutter erinnert und wir sind somit nicht von unserer Destruktivität befreit…

In der marxistischen Interpretation kommt dann auch Hänsel und Gretel eher schlecht weg:
Fetscher nennt sie auch eine präfaschistische „Progrom-Story.“ Denn wissen die Kinder eigentlich, dass die Hexe eine Hexe war und wird hier nicht eigentlich eine Außenseiterin der Gesellschaft ermordet? Diese frevelhafte Tat entspringt nämlich dem sozialen Milieu des verarmten Kleinbürgertums, das durch die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse nun stark bedroht ist…Wir denken nur an die armen hungernden Weber und vergleichen das mit der Position der Eltern in diesem Märchen. Der Sozialdarwinismus prägt die psychische Struktur der Eltern: wenn sie überleben wollen, müssen ihrer Meinung nach die Kinder sterben…Dies wirkt sich auch auf Gretel aus,
die mit vollendeter Skrupellosigkeit eine wehrlose Frau in den Ofen schiebt. Gretel „wiederholt“ also das an ihren Eltern, was zuvor ihr angetan wurde und enteignet sich von einem als wertlos empfundenen ‚Außenseiter‘… Die individuelle Bereicherung aller Beteiligten deutet in groben Zügen dann voraus, was in verschärfter Form im 20. Jahrhundert wieder-auftauchen wird und die faschistischen Bewegungen in Deutschland namentlich kennzeichnet…

Folgernd verboten die Alliierten nach dem 2 Weltkrieg sogar aus diesem Grunde Hänsel und Gretel. Denn das Märchen war ein Symbol für die Fixierung der Deutschen auf die Verbrennung von vermeintlichen Andersartigen und wurde im Zusammenhang mit den Hexenjagden und Verbrennungen des 16. und 17. Jahrhunderts gesehen. Die Interpretation war, dass in den Öfen von Auschwitz nur zu deutlich das Märchenmotiv wieder kehren würde…
Wobei die Nazis sich sogar temporär mit den Hexen als vermeintliche Schöpferinnen einer germanischen Urreligion identifiziert haben.Nur um wieder einen anderen Außenseiter und Todfeind zu erklären: Heinrich Himmler wollte einerseits die Juden für die Hexenjagden (des Mittlealters) verantwortlich machen und arbeitete gleichzeitig selbst an einer Hexenjagd alles „Ü-bersteigende“: am monströsen Vergasungsmord, dem Holocaust. Juden werden also gleichzeitig zu den Außenseitern „Hexen“ degradiert und als Anstifter des einstigen Hexenmordes gesehen.
Ob aus diesen historischen Erwägungen die RAF-Mitglieder Andreas Baader und Gudrun Ensslin sich für die Code- bzw. Decknamen Hans und Grete entschieden?

Jedenfalls können wir an der populären Kultur heute sehen, dass das Verbot von Hänsel und Gretel durch die Allierten wenig Erfolg hatte…(Die im Süden der USA in den 40/50er Jahre auch noch munter öffentlich Lynchmorde an Afroamerikaner begingen. Somit wohl auch nicht jenseits der Lehrmoral von Hänsel und Gretel standen.)
In Deutschland wurde schon in den 50ern das Märchen mit Liedern etc. zelebriert und hochmodern und noch heute brät man die Hexe im Kindergarten…Ist das nun schlimm????

Sollte man doch eher lehren, dass Gott ein gerechter Gott ist, weil er Abrahams Sohn nicht tötete, als er diesen Gott als Menschenopfer darbot und verbrennen wollte???

Brauchen wir neue Menschenopfer, die sich freiwillig verbrennen lassen? Sklavinnen, die mit ihrem Herrscher sterben, wie bei den alten Ägyptern oder vereinzelt in Wikingerkulturen??

Und darf man heute noch Lebkuchenhäuser backen ohne sich zu schämen?

Müsste man Hänsel und Gretel in ein marxistisches Lehrmärchen umdichten, indem nicht die Hexe stirbt, sondern ehhhm wer eigentlich…??? Die Banker und Manager??? (Sind ja auch reiche, aber arme Schweine ohne eigene Gestaltungsmöglichkeiten, wie Bourdieu richtig erkannte. Aber wer ist denn der Hauptfeind, wenn nicht der Ultrakapitalist?

Wie wäre es: Gretel verbrennt (verschmelzt) einfach alles Gold und führt den Kieselsteinstandard ein…??? Kieselsteine gibt es genug…Und das Welternährungsproblem wäre gelöst…

Ach ja, übrigens war die marxistische Interpretation eigentlich eine Parodie:

Iring Fetscher (1974): Hänsel und Gretels Entlarvung oder Eine Episode aus der Geschichte des Präfaschismus. In: Iring Fetscher: Wer hat Dornröschen wachgeküßt? Das Märchen-Verwirrbuch. Fischer, Frankfurt a. M.

Zum Sonstigen weiterlesen:

David Swarz (1997): Culture and Power: The Sociology of Pierre Bourdieu

Linda Porter (2011): The Remarkable Life of Katherine Parr, the Last Wife of Henry VIII

Bruno Bettelheim (1986): Kinder brauchen Märchen

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Musikalische Ablenkung von neuropathischen Schmerzen…


Heute Nacht habe ich nach diversen Anfällen versucht den Schmerz mit meiner nicht so tollen Alt (II) Stimme zu bezirzen: Die Idee war den Schmerz durch mein Gekreische so zu erschrecken, dass er sich von selbst verzieht.
Genommen habe ich dazu das wunderschöne Stück: „Constant Penelope“ überall als A,T,T,B (A Cappela) gekennzeichnet…Aber die Partitur – die ich dazu gefunden habe – war für mich extrem unleserlich.Irgendjemand hat wohl eine merkwürdige Subskription aus dem 18 Jahrhundert eingescannt…
Zwar weiß ich, dass die Renaissance noch keine halben Töne kannte, aber wenn ich die Notenlinien zusätzlich nicht erkennen kann und jede Note nur aus Punkten besteht: wie soll ich das dann interpretieren…??? Vielleicht sollte ich mir das von einem Musikwissenschaftler erklären lassen…
Nicht das ich wirklich vom Blatt singen kann, aber wenn ich eine gehörte Orientierung habe, ist so ein Notentext zum Vergleich schon hilfreich…Schließlich kann ich das nicht nach 30 Sekunden auswendig…Als musikalische Vorlage dienten mir somit lediglich Soprane/Mezzos…, die auch nach unten hervorragend singen können…Hmmh, ich kann da dennoch nicht mithalten…Irgendwie brauche ich immer eine Zeit bis ich es schaffe, dass für mich in meine Tonlage zu transferieren…, sodass ich heute Nacht wohl mich eher anhörte wie ein sterbendes Schwein oder anmutiger ein Bariton-Kanarienvogel mit Asthma…Daneben bekomme ich gesungen das „th“ nur als deutsches „S“ hin…Schlimm werden mehrere „Th’s“ und ich klinge wie eine deutsche Sprachsünde…Aber versucht mal selbst diesen Part zu singen:

„Then had I not lien now all alone, thus quivering for cold,nor used this complaint, nor have thought the day to bee so long.“

Am Ende versinge ich das „to be“ in ein „to pee“…Aber heißt es nicht eigentlich:

„To pee (be) or not to pee (be)…“

Das ist hier die Frage…(Klingt auf jemanden mit leichter Blasenstörung – wie mich – doch fast passend…Aber vielleicht sollte ich es bei meiner nächsten Schmerzattacke lieber mit „Hurz“ versuchen..Wesentlich akademischer:

Noch schöner finde ich „Der König ist tot“ von Hape…(Leider auf youtube nur für unsere schweizerischen, österreichischen und amerikanischen Freunde sichtbar, aber man kann ja das Hexeneinmaleins der faustischen Proxykunde anwenden…)

Heute Nacht könnte ich (bei weiterer Schlaflosigkeit) und passend zu Weihnachten ein „Bereite Dich Zion“ erklingen lassen…Aber das überfordert meine Gesangskünste bei WEITEM…

Warum singen das eigentlich ebenso nur Mezzos, Countertenöre, Knaben, oder Alt-Openverschnitte aus den 50er/60er Jahren im Richter-Stil…Also ich mag die Countertenöre?  Gibt es auch eine Aufnahme mit einer klaren und nicht übertrieben-opernhaften weiblichen Altstimme…??? So im Stil von den vorzüglichen englischen Sopranstimmen, wie Emma Kirkby oder Elin Manahan Thomas…Wer da Ahnung hat….Ja, Beratung erwünscht… Im Barockfach sind die Countertenöre natürlich äußerst beliebt, aber sie können doch nicht ganz die AltistInnen verdrängt haben…(?) Also ich bin ein ausgesprochener Fan von Scholl…, aber ich mag Variation und noch mehr Variation…Hier eine Live-Aufnahme, die Scholl gar nicht wirklich gerecht wird…:

Leider komme ich an meine Hesperion XXI Aufnahmen nicht heran. Ansonsten würde ich Jordi Savall und Montserrat Figueras hören…Da habe ich gar kein Bedürfnis selbst zu singen und verneige mich nur vor soviel Brillianz…Nicht die beste Aufnahme, aber hier ist ein Beispiel:

Aber trotz meiner meisterlichen Ablenkung durch Musik:
Das Leben ohne starke Schmerzmittel und nur Gabapentin als Mittel gegen meine tolle Schmerzwelt gestaltet sich irgendwie schwierig: Ich habe nämlich Opiate entzogen und bin seit 4 Wochen davon befreit…
Zum Einen fühle ich mich wacher, aber zum ANDEREN kaum besser…(Da nämlich DAUERWACH…Mit Opiaten habe ich nur noch geschlafen und jetzt kann ich nicht mehr schlafen)
Das Problem ist, dass Opiate – in der Dosis, in der sie Wirkung zeigen – so viele Nebenwirkungen verursachen, dass ich sie auch nicht wieder zu nehmen beginnen möchte…Außer ich würde das Leben einer Hauskatze verbringen wollen: 16 Stunden schlafen und nur zu Essenszeiten aufstehen…
Im Moment fühle ich mich wie auf einer Dauerachterbahnfahrt…“Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt…“
So als hätte ich eine bipolare Störung und wäre an einem Tag gleichzeitig manisch und dann wieder depressiv: 6 Stunden am Tag denke ich: Du hast eine Zukunft, dein Leben könnte weiter gehen und aus dir spät aber doch noch irgendwas werden…(Also nicht das ich gar nichts bin, aber außer viel Ehrenamt, Engagement und Teilzeit im Museum habe ich leider nie einen sicheren Erwerbsjob gehabt und mein Studium nie abgeschlossen…)
Dann werde ich wieder von meinen gesamten Schmerzattacken eingeholt und zweifel an ALLEM…Grübel, könnte meinen Kopf gegen eine Wand hauen und bin alles andere als euphorisch.
Arbeiten bekomme ich nur hin, wenn der Adrenalinspiegel so hoch ist, dass ich weiß: Du musst jetzt anfangen etc. Unter diesem Druck vergesse ich meinen Schmerz, der aber nach diesem absurden Arbeitsanfall sofort zurück kommt…
Heute Nacht bin ich zunächst nicht eingeschlafen, da meine beiden Füße und Teile der Beine so brannten, dass ich ernsthaft in meinen Zimmer nach Messern und Rasierklingen gesucht habe…Zu dem Zeitpunkt als ich ein Teppichmesser gefunden habe, war die Attacke wieder fast vorbei und mein Ausflug in die Welt der Musik begann.
Ich habe mich nicht mehr selbst-verletzt seit ich 15 war…
Also war der Gedanke wirklich mehr Ausdruck einer Kurzschlussreaktion, aber genau da ist eben der Punkt: Wie tief könnte ich mich mit einem Teppichmesser verletzen…??? Vermutlich wäre es nicht mal schmerzhaft im Vergleich zu dem Gefühl auf einem Scheiterhaufen verbrannt zu werden, aber wenn du nach 36 Stunden ohne Schlaf einfach kein Stück mehr stehen kannst und deine Füsse im LIEGEN UND STEHEN brennen, deine Arme kribbeln und dein Kopf sich auch noch beschwert, dann möchtest Du gerne eine Art SCHOCKERLEBNIS…Etwas das alles übertönen kann und dich aus dieser tristen Welt heraushebt und was ist da besser als die Musik? Auch diese bewirkt keine Wunder, aber einen kurzen Moment kann es besser sein…

Monster backen und ‚keksen’…Aber wollte ich nicht eigentlich Dämonen austreiben???

gebackene Monster

Wer nie ganz die orale Phase verlassen hat und (dennoch) seine anale Wut bei der Gestaltung von ganz real wirkenden Monstermuffins verlieren möchte, dem kann ich das folgende Rezept nur empfehlen. Am Ende darf man die Monster sogar in der Mitte aufschneiden und -keksen. Vermutlich werden die Minimonster durch diesen sadistischen Akt schwer traumatisiert und zu reaktiven Mutisten, aber der eigenen Täterintrojektseite hilft das zum Aggressionsabbau…
Außerdem ist es eine gute Regressionsübung: Infantil und debil bis zum Letzten…Denn diese Muffins erinnern auch an ein sympathisches Monster aus dem frühen Bildungsfernsehen (so in deiner Prä-ödipalen Phase): Ein blaues Fell aus Kokosflocken, leicht wirr-verdrehte Augen aus Marzipan und dunkler Schokolade und natürlich ein leckerer Superkeks im Mund! Das krümelt gleich in mehrfacher Hinsicht…

Zutaten

125 g Margarine
200 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
300 g Mehl
3 Ei(er)
1 Paket Backpulver
125 ml Milch
1 Paket Kokosraspeln
100 g Marzipanrohmasse
200 g Puderzucker
250 g Kinder Schoko-Bons
1 Paket Schokodekor (Schokotropfen)
etwas Wasser
1 Fläschchen Lebensmittelfarbe, blaue
1 Paket Kekse (8-12 Stück)

Anleitung

Ofen auf 180°C vorheizen und am besten eine Muffin-Form (12 Stück) benutzen, wobei Papierförmchen auch funktioneren, aber dann werden die – wie bei unserem Beispiel – nicht so schön hoch, sondern zerlaufen.
125g Margarine (kurz erhitzen), 100g Zucker und Vanillezucker in einer Rührschüssel mit dem Handdmixer (Rührstäbe) schaumig schlagen (ca. 3-4 Minuten). Eier einzeln unterrühren.
Mehl und Backpulver ebenfalls verrühren. Milch anschließend unterrühren, solange bis ein geschmeidiger Teig entsteht.
150g Kinder-Schoko-Bons zerstampfen und ebenfalls unterrühren.
Die Form/Papierförmchen zunächst halb mit Teig füllen und ein ganzes Kinderschokobon in die Mitte legen. Dann den Rest des Teiges darüber gießen und den Teig glatt streichen. (Die Muffins sollten später möglichst runde Oberflächen haben). Dann die Muffins ca. 20 Minuten in den Backofen schieben und warten bis man ein Messer in die Muffins stechen kann und dieses ohne Teigreste herauskommt.
Muffins aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen.
Zwischenzeitlich die Kokosraspel in eine Schüssel füllen und etwas blaue Lebensmittelfarbe hinzufügen. das Ganze gut verrühren. Direkt im Anschluss Puderzucker mit wenig Wasser vermischen und erhitzen…Ein Teil als Glasur auf die Muffins geben und ein Teil der Zuckermasse zu den Kokosraspeln geben. Die Muffins in die Kokosraspeln tauchen…(Fluchen das die Kokosraspeln mehr an den Händen und nicht am Muffin selbst kleben….(Finger ablecken oder waschen…Probieren ob man sich auch einen blauen Bart kleben kann…etc.)
100g Marzipan in viele kleine Stücke zerschneiden und Kügelchen daraus Formen. In die Marzipankugeln werden die Schokotropfen als „Pupillen“ eingesetzt. Es muss nicht immer ganz gerade sein. Manche deiner Monster haben Sehfehler und schielen schrecklich…Augen mit Zahnstocher oder Zuckerglasur befestigen.
Muffin trocknen lassen und in Plastiktüte verstauen. Am nächsten Tag Muffin mit einem Messer attackieren und einen Mund schneiden, in den man den Keks dann hineinstopfen kann…
Die fertigen Monster Muffins bis zum Verzehr im Kühlschrank bzw. Plastiktüten aufbewahren.Sie sind jetzt fertig gekekst, in Todesagonie und warten von euch verschlungen zu werden.

Gute Vorsätze für das Jahr 2012…

GUTE VORSÄTZE: Brauche ich die überhaupt?

Ich frage mich ja eher:

Warum dreht sich die Zeit eigentlich so schnell?
Warum ist denn schon wieder ein Jahr vergangen?
Und was habe ich die letzten 3 Jahre eigentlich gemacht -außer- krank zu sein?

Aber wir waren ja bei Vorsätzen…

  • Bringe dein Studium zu einem gelungenen Ende – EGAL wie mies du dich fühlst…(EGAL ob du dabei drauf gehst, wollte ich erst sagen, aber tot —-ist es mir wohl auch nicht mehr möglich mein Studium zu beenden
  • Ernähre dich gesünder und übergebe dich weniger. (Das sind wirklich gelungene Vorsätze, aber gegen 1 hat meine innere schizophrene Zwangsstörung etwas…Denn so toll finde ich Veggieburger auch nicht unbedingt und bei 2 ist es eine komplexe Verquickung aus Medikamentenumstellungsversuchen und Unverträglichkeiten, Übergeben auf Kopfschmerz und Essstörung. Ich kann das manchmal selbst nicht auseinanderhalten. Habe ich mich letzte Woche in der Bahn (!) übergeben, weil ich a) unwahrscheinlich Kopfschmerzen habe und den ganzen Tag gearbeitet hatte ODER b) Ausnahmsweise am Bahnhof „Nudeln“ gegessen hatte anstelle meiner sonst mir erlaubten vegetarischen Döner und Veggieburger ODER c) weil ich den ganzen Tag so wenig gegessen hatte, eben aus Furcht mich übergeben zu müssen, wenn ich etwas esse..(Unter-/Mangelernährung))
  • Werde gesünder! (Gerade sehr ironisch, da ich momentan ohne Frontzahn durch die Gegend laufe…Der wurde mir nach der gefühlten 100sten Kieferosteomyelitis gezogen…Kopfschmerzen habe ich natürlich immer noch …Zahnschmerzen leider auch noch. Meine Wundheilung ist auch nicht die beste und ich befürchte bei einem Backenzahn ist jetzt auch die Wurzel entzündet, denn der pocht auch nach der Füllung noch fröhlich vor sich hin—Auch hier brauchte ich 3,5 Monate (!) bis ich mich durchgesetzt hatte, dass mal ein Bild von dem Zahn gemacht wird. Selbst mein Karies scheint mich ärgern zu wollen und sich vor den Ärzten zu verstecken. Jetzt war es vermutlich für ne normale Füllung wieder zu spät….Grummel!!!)
  • Sei einerseits weniger ironisch und gleichzeitig immer noch freundlich im Umgang mit Medizinern, aber laß Dir trotzdem weniger gefallen. (Das gelingt mir ja nicht mal innerhalb dieses Posts…Vermutlich sollte ich meine Beschwerden einfach mal ernster nehmen, denn mein rechtsseitiges Ziehen im Mund habe ich dann einfach weiter ignoriert, als mir der Zahnarzt entgegnete, dass käme vermutlich vom Zähneknirschen (Bruxismus)…(Ich bin mir immer noch nicht sicher, dass ich wirklich knirsche, denn meine Ex-Freunde haben sich nie darüber beschwert Mein Zahnhartsubstanzverlust (Abrasio dentium) kommt vermutlich eher von zu viel Cola und Bulimie. (Obwohl ich die Cola mittlerweile komplett eingestellt habe und die Bulimie auch schon SEHR VIEL schlimmer war. Es nervt mich, dass ich gerade jetzt so (gefühlt) ‚bestraft‘ werde, für etwas das ich gar nicht mehr tue…(Okay, ich bin ja nicht gläubig…Ich vergaß)))
  • Finde heraus was du hast. (Du willst ja schließlich länger leben und Gefühlsstörungen/Taubheiten und ne mässige Gangstörung sind nicht so dolle Zeichen – medizinisch gesehen + Es gäbe ja auch noch 5 Millionen Dinge, die nicht abgeklärt sind. Und selbst als Nicht-Mediziner bin ich nicht ideenlos…, was wohl zeigt, dass bisher nicht gerade gewissenhaft gearbeitet wurde(Auch wenn kein Krankheitsbild 100% passt))
  • Versuche auch andere Dinge zu machen außer zu arbeiten und zu schlafen. (Sehr schwierig, da alles WAS mir Spaß macht, mir irgendwie nicht richtig zugänglich erscheint…Am liebsten wäre mir SPORT…Aber das geht nun fast gar nicht)
  • Treffe wieder mehr Menschen (außerhalb von Arbeit und Familie) (Fragt sich allerdings: wo und wen???)
  • Gib deine Therapie auf oder rede mit deiner Therapeuten…(Das DAZWISCHEN finde ich nämlich nur unproduktiv und so bekomme ich irgendwann dann evtl. aus Ratlosigkeit der armen Frau noch 7 weitere Störungen mehr aufgeschrieben, von denen ich evtl. 5 auch nicht habe. Es ist hier eben die Frage, ob es einfach menschlich einfach zwischen uns nicht geht oder ob ich mich doch überwinden kann…)
  • Räume dein Zimmer häufiger auf…(Das sieht aus..Okay, ich beschreibe es lieber nicht
  • Finde eine bessere Medikamenteneinstellung (Jeder Mensch verdient schließlich einigermaßen schmerzfrei zu sein und ich bin auch mit der derzeitigen Medikation GANZ WEIT weg davon…
  • Gib nicht auf…Leben kann lebenswert sein
  • Ein friedvolles Weihnachtsfest mit gesundheitlichen Problemen

    Dieses Weihnachten war – wenn ich es mit einem Wort beschreiben soll- friedlich…
    Natürlich kann man einen Waffenstillstand nur mit einigen Kompromissen erreichen. Und da sich Familienmitglieder und seit Jahren bestehende Streitigkeiten nicht einfach über Nacht ändern, lag die Verhaltensänderung und der Kompromiss allein bei mir…
    Allerdings sind es keine Sachen, die ich in irgendeiner Form bereue…

    Mein geändertes Verhalten war allerdings auch nur möglich, weil ich medikamentös etwas besser eingestellt bin…Mehr oder minder ist die Kombination mein eigener Wunsch…Mein Hausarzt hatte aber selbst einen zweiten Versuch mit Gabapentin vorgeschlagen, da er meinte, dass die Zeit während der Einnahme, die einzige war, wo es mir etwas besser ging…Ich selbst schlug Lyrica (Wirkstoff Pregabalin) vor. Die Alternative zu Gabapentin bei neuropathischen Schmerzen. Mein Hausarzt riet mir aber davon ab, da er gelesen hatte, dass es ein erhebliches Suchtpotenzial hat und er selbst schon einen Patienten hat, der davon nicht runter kommt…

    Ich habe das dann auch selbst mal gegoogelt und festgestellt, dass mein Hausarzt damit Recht hat:
    Leider ist der ‚gute Artikel‘ im unabhängigen Arzneimittelbrief kostenpflichtig: „Pregabalin – rasant steigende Verordnungszahlen für ein Arzneimittel mit Risiken und ohne Vorteil.“

    Man findet es aber auch in den Mitteilungen der Deutschen Ärztekammer (Januar 2011):

    Lyrica® ist seit 2004 in Deutschland verfügbar und wird vor
    allem in der Indikation neuropathischer Schmerz zunehmend
    eingesetzt, obwohl eine bessere Wirksamkeit im Vergleich zu
    beispielsweise Gabapentin oder Amitriptylin nicht belegt ist.
    Im Jahr 2009 wurden 45,7 Millionen DDD verordnet; dies entspricht
    einer Zunahme von etwa 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
    Lyrica® steht in Deutschland auf Platz 12 der umsatzstärksten
    patentgeschützten Arzneimittel mit einem Umsatz von
    etwa 220 Millionen Euro im Jahr 2009.

    Es ist schon seltsam, dass ein Medikament, welches nachweislich nicht besser wirkt als billigere Alternativen (Gabapentin, Amitryptilin) so oft eingesetzt und gehypt wird…
    Ich frage mich, ob es da nicht doch den ein oder anderen bestochenen Arzt gibt, der eben das Patent geschützte Lyrica aus wirtschaftlichen Gründen den Alternativen vorzieht. (Es erklärt aber trotzdem noch nicht, warum das Medikament so oft eingesetzt wird)
    Außerdem finde ich es äußerst merkwürdig, dass Pregabalin in Deutschland bei generalisierenden Angststörungen eingesetzt werden darf, aber in den USA dies aufgrund der schlechten Studienlage abgelehnt wurde…

    Nun, gut…Eigentlich braucht es mich ja nicht zu kümmern, denn ich selbst bin ja wieder auf Gabapentin (Und hoffe inständig, dass ich nicht wieder einen Milcheinschuss bekomme. Oder meine Leukozyten noch weiter absinken. )
    Da mir mein Hausarzt gleich 600er Tabletten mitgegeben hat, war es doch schwer das Medikament einzuschleichen und ich bin innerhalb von 4 Tagen auf die 1800mg gegangen. Nachts merke ich schon deutliche Unterschiede. Ich wache nicht alle 1-2 Stunden auf und denke, dass ich verbrenne. Auch tagsüber sind meine Kopfschmerzen etwas erträglicher. Sie bewegen sich zu mindestens wieder so im Rahmen, dass ich 1-3 Stunden sitzen kann, ohne dass meine Übelkeit und Nackensteifigkeit so schlimm wird, dass ich mich wieder hinlegen muss…

    Als muskelrelaxierendes Mittel bekomme ich jetzt Tizanidin (Sirdalud)..(Meine Krankenkasse scheint schon wieder den Rabattvertrag geändert zu haben…Jetzt genieße ich die Tabletten von der Firma TEVA) Das Medikament nehme ich nur nachts, obwohl ich festgestellt habe, dass es auch tagsüber eine gewisse positive Wirkung entfaltet. Leider macht es mich zu müde…Ich könnte dann den ganzen Tag locker verschlafen…Ich frage mich allerdings immer noch warum ich so viele Muskelspasmen habe und ob das eigentlich normal ist…Nachts habe ich -trotz der ganzen Medis – unkontrollierte Muskelzuckungen…Mein Kopf dreht sich nach rechts, dann sind meine Schultern betroffen, dann der Rumpf und dann die Beine..Im schlimmsten Falle zuckt es auch mal durch alle vier Extremitäten…Das ist allersings schmerzfrei und nicht so schlimm wie das Scheiterhaufen-Feeling)

    Valoron (Tillidin) nehme ich nach wie vor…Momentan 450mg. Also ich bin immerhin 150mg runter. Toll, ist die Dosis aber nicht. Ich würde gerne eine Opiod-Rotation machen bzw. wieder auf BTM gehen, denn ich sehe da schon auch Abhängigkeitstendenzen. Ohne Tillidin sind aber meine regionalen Rückenschmerzen in der unteren Wirbelsäule und (seltsamerweise auch in der HWS oberen BWS Region) unaushaltbar…Allerdings hilft es nur sehr eingeschränkt gegen das ‚brennen‘ (Also die neuropathischen Schmerzen..)

    Jedenfalls konnte ich durch diese Medikation die ersten beiden Festtage gut aushalten und am 26.12 habe ich überwiegend geschlafen und einen Ruhetag eingelegt…

    Meine guten Vorsätze für das Weihnachtsfest habe ich aber umgesetzt:

      Beteilige dich mehr an den normalen Aktivitäten der Familie: Essen, singen, reden. (Hier habe ich so meine Defizite, da ich oft gerne alles verweigern würde und immer mit mir kämpfen muss, mich normal zu verhalten…Reden halte ich 30 min durch…Singen finde ich eigentlich lustig. Aber trotzdem bin ich oft lieber still und höre nur zu…Essen: Da kommen alle meine ‚alten‘ Konflikte mit der Familie hoch und irgendwie ist es momentan wieder generell schwer für mich vor anderen Personen zu essen. Wobei das für mich lange Zeit kein Problem mehr war…
      Gehe mit in die Kirche und denk‘ dir deinen Teil bei der Predigt. (Ich war sogar 2x in der Kirche. Im normalen Gottesdienst und in der Christmette. Nachts um 23 Uhr war die Kirche mit gefühlten tausend Lichtern beleuchtet…Sah sehr schön aus…Es war mehr ein Singabend und bei dem Inhalt der Lieder habe ich mir eben meinen Teil gedacht…
      Ignoriere die schlechte Laune deiner Mutter und versuche sie über normale Konversation zu besänftigen. Heize den Konflikt zwischen deiner Mutter und Oma nicht noch mehr an. (Für meine Oma und meine Mutter bin ich irgendwie ‚ihr Kind‘ und die beiden können immer noch darüber streiten bei wem ich öfter bin….Wen ich lieber habe… etc. Das ist für mich eine nervige Zwickmühle. (Diesen Konflikt konnte ich darüber lösen, dass ich meiner Mutter versprach am 31.12. zu kommen und bei meiner Oma habe ich am 24.12. übernachtet
      Lege zwischendurch trotzdem Pausen ein..In denen du den Raum verlässt und dich ausruhst.

    Das alles habe ich gemacht und es funktionierte auch einigermaßen gut…Bemerkenswert fand ich, dass meine Großeltern am meisten gemacht und gearbeitet haben. Die waren sozusagen nur am rennen, während ich zwischendurch immer wieder auf einer Bank/dem Sofa lag und geschlafen habe…Die sind so alt und haben so viel durchgemacht in ihrem Leben, dass es schon komisch anmutet, dass ich kränker bin als die beiden…

    Ironie im Leben…Klinikseinweihung

    Letzte Woche…JA, letzte Woche war ich bei so einer HOCH offiziellen Gebäudeeinweihung…Warum weiß ich eigentlich auch nicht so Recht..Anscheinend ist man auch als Kommunalpolitiker ohne Gehalt in einer Partei ohne Gewicht und als Langzeitstudent in irgendeiner Form wichtig genug, um zu einem solchen feierlichen Event eingeladen zu werden…

    Das Gebäude war auch sehr einweihenswert, denn feierlich wurde mit dieser Gebäude-Fertigstellung nun alle somatischen (körperlichen ) Krankheitsbilder auf diesem Berg ‚kollektiviert’…Die sonstigen eher unzuordbaren Dinge…(Denn gibt es eigentlich eine Seele???) befinden sich weiterhin woanders auf einem anderen Berg…So hat man jetzt eine schöne Trennung zwischen psychisch und physisch…und die Neurologie ist nun auch richtig platziert: Also auf Berg 2, das freut bestimmt die operationsgeilen Neurochirurgen—, dann haben sie jetzt ne bessere Übersicht, an wem man da noch so alles herumschnippeln könnte…

    Aber zurück zu der Veranstaltung…: Meine Begleitung ein Alt-68er Hippie und überzeugter Arbeitsloser kam auf die brilliante Idee den Neubau von der abgesperrten Seite anzufahren; dass da ein Gitter stand störte ihn wenig. Er machte ein Vollbremse, brachte seinen uralt Golf zum stehen und sprang mit einem Satz aus dem Auto…Noch bevor ich etwas sagen konnte, hatte er die Gitterabsperrung zur Seite gezogen und wieder neben mir Platz genommen…Ihn davon zu überzeugen, dass er WIE ALLE ANDEREN geladenen Gäste die Haupteinfahrt nehmen sollte, konnte ich nicht…
    Just nachdem wir eingeparkt hatten, wurden wir sogleich von 2 Security-Mitarbeitern begrüßt, die uns natürlich rausschmeißen wollten…
    S: „Was machen Sie denn da?“
    I: „Entschuldigung, wirklich,…Ehhh…“
    S: „Sie sind doch keine geladenen Gäste“ (Der schicke 30 jährige Golf parkte neben einem noch schickeren Dienstwagen mit Chauffeur und einem höherklassigen Mercedes)
    I: „Ehh, ja, doch…“ (Ich hielt ihm die Einladungskarte unter die Nase und ging mit meiner Bekleitung Richtung Eingang…Mein ungekämmtes Haar war durch ein Haarband verdeckt. Außerdem trug ich immer noch -von der Wahlkampfaktion am morgen- ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Schuldenbremse Nein, Danke!“ )
    Man warf mir ein paar seltsame Blicke zu…Ich entschied mich, wenigstens das T-Shirt auszuziehen..Meine lilane Bluse passte dann doch mehr zur Schlips und Kragenatmosphäre. Meine Cordhose, die Turnschuhe und der Rucksack eher weniger…In diesem Aufzug wurde ich natürlich noch 2x gefragt, ob ich denn hier richtig sei…Mein Kollege hatte immerhin ein uralt Sakko an…Die Jeans und das Holzfällerhemd waren jedoch klare Indizien, dass wir beide nicht unbedingt die Zielgruppe dieser Veranstaltung waren…
    Persönlich war es ja mein Ziel nun möglichst unauffällig mir einen Stuhl zu nehmen und mich der Langeweile der Veranstaltung zu übergeben, aber mein Kollege entschied sich erstmal mitten durch die Stuhlreihe der anderen unwichtigen Kommunalpolitikernasen zu gehen und jedem die Hand zu reichen..Der CDU Fraktionsvorsitzende stand wirklich unter Schock…Selbst seine Grüne Koalitionspartnerin sah mich eher verstört an…(Ja, CDU + Grüne geht) Ich selbst wusste jetzt auch nicht so recht, warum ich mitten durch eine gestellte Stuhlreihe ging und sah lieber verstört unter mich und zog meinen Kollegen auf die andere Seite….Dieser tönte dann, dass wir uns LINKS niederlassen würden…Das würde auch mehr zu unserer politischen Meinung passen…
    Nach der Raumordnung war das wohl eher falsch, denn neben uns sassen nun irgendwie nur Chef- und Oberärzte..Vor mir der Chefarzt der Neurochirurgie..Sein Anlitz kannte ich von der Homepage…

    Ich hatte jedenfalls massive Kopfschmerzen und verfluchte die Idee hier 3 Stunden sitzen zu müssen…, aber da mich nun mal brennend interessierte wie dieser Konzern sich so präsentierte…, zwang ich mich zu diesem Event…
    Nun ja, die Festreden waren das übliche inhaltslose Gelaber und Selbstlob…Natürlich muss man rituell erstmal alle besonders wichtigen NASEN der Veranstaltung aufzählen: „Ich begrüße den Minister X, die Universitästprofessoren aus Q und Z, den Oberbürgermeister, den Landrat, die Chefärzte…“ Damit hatten die Redner dann schon 5 Minuten hinter sich gebracht und konnten dann noch 10 Minuten darauf verwenden WIE toll dieses neue Gebäude ist und wie hervorragend es sich macht, eine Klinik zu privatisieren…
    Nicht so toll ist einzig, dass das Land wohl nur 1 Million in die Forschung jährlich investiert und man gleichzeitig 3,5 Millionen an Forschungsprojekten beantragt…Aber ich finde auch ehrlich gesagt, wenn schon privat, warum investiert der Konzern dann nicht selbst in die Forschung?
    Weil es sich eben nicht rechnet! Eine Klinik ist kein Unternehmen und Grundlagenforschung häufig unlukrativ…

    Na ja, egal…Ich habe mir geschworen: hier in meinem Blog: Keine Politik…Aber ist nicht alles politisch????Nur weil sie da nun ein viel schöneres Gebäude hingezaubert haben, verändert das nichts am indirekten Stellenabbau in der Pflege, den 250000 Überstunden des Personals und dem ständigen outsourcen von Dienstleistungen…Wenn eine Klinik sich rechnen soll, dann auf Kosten der Mitarbeiter, die sind ja am teuersten…Also muss an menschlicher Arbeitskraft eingespart werden. (Leider wird das natürlich auch bei staatlichen Krankenhäusern gemacht, aber das wäre noch ein anderes Thema)

    Nachdem ich einen FDP Mann und Minister gehört hatte, der die Einzigartigkeit dieses Pilotprojekt feierte…und stolz war damit Vorreiter auf diesem Gebiet zu sein…“Wir bekommen aus ganz Europa Anfragen…Wie man Kliniken am einfachsten privatisiert.“ Und die verfassungsrechtlichen Bedenken, die beziehen sich ja nicht auf die Privatisierung, sondern nur auf die Mitarbeiterüberführung.“ So ein ganz, ganz kleiner Fehler kann bei einem so grandiosen Projekt ja auch mal übersehen werden. Wir sind einfach trotzdem einzigartig gut…

    Da bekam ich ja gleich noch mehr Kopfschmerzen…Die FDP…Über diesen Verein könnte ich Romane schreiben….Die CDU hat eine andere Meinung als ich…, aber in ihren Reihen befinden sich denkende und intelligente Menschen…
    Die FDP…Ich kenne nur den TYPUS Voll-Ideologe ohne Ahnung über das Subjekt…Ich weiß nicht warum…Ich bestreite nicht, dass auch viele Leute meiner Partei so sind, aber doch nicht ALLE…

    Jedenfalls fragte mich meine Begleitung: „Was macht denn dein Kopf???“ Ich sah ihn wütend an…Warum fragt er mich das mitten in einer Veranstaltung mit lauter Medizinern…? Ich: „Bestens…Die Migräne geht schon..“ Er:“Seit wann hast du Migräne…“ Ich:“Seit heute…“

    Nach 4 absolut uninformativen Vorträgen kam der einzige inhaltliche Beitrag der Veranstaltung: „MRT Bildgebung in der Neurologie“….Die ‚junge‘ Frau wurde als super Nachwuchswissenschaftlerin präsentiert..Dazu war sie verheiratet hatte Kinder und war erst 32 jahre alt…Außerdem sah aus wie Barbie persönlich…Meine gesamte Vorurteilskette ging in meinem Hirn los…Vielleicht war ich auch einfach nur eifersüchtig…Wie kann man denn nur wenig älter sein als ich und schon ALLES im Leben erreicht haben???
    Jedenfalls wurde ich angenehm überrascht…: Selbst meine Oma hätte diesen Vortrag verstanden. Die Frau schaffte es wirklich in sehr klaren einfachen Sätzen die Materie rüberzubringen. Wirkte keineswegs eitel, sondern eher zurückhaltend…In meinem Kopf entschuldigte ich mich nun für meine Bosheit…Es gibt schließlich auch intelligente Nachwuchswissenschaftler und Überflieger, die ihre Lorbeeren verdient haben…Ob sie nun eine gute Ärztin ist, vermarg ich dadurch natürlich nicht zu wissen. Aber an der Uni als Dozentin wäre sie gut aufgehoben und sicherlich beliebt…Selbst als Nicht-Mediziner würde ich mir da Vorlesungen anhören…

    Zu meinem Entsetzen markierte das aber immer noch nicht das Ende der Einweihung…Nein, der letzte Akt war der feierliche Segen Gottes…Davon schien keiner im Saal so richtig begeistert zu sein…Die katholische und evangelische Kliniksseelsorge sahen aus wie die lebende Inquisition…Der Rabbi und die Vertreter der moslemischen Gemeinde (Imam und Muezzin?) gefielen mir schon besser….Wenigstens verstand ich das Gebet auf arabisch und hebräisch nicht…und gesungen hört sich das doch viel besser an…Nachdem Segen der evangelischen Pfarrerin war dann diese Veranstaltung endlich zu Ende…

    Meine Beine fühlten sich mittlerweile wie zwei taube Klumpen an und mein Kopf pochte…Ich hatte null Bock mehr und das Gefühl zu kollabieren; war ja schon den ganzen morgen rumgelaufen und soviel Aktivität nimmt mir mein Körper übel…(Insgesamt wäre kollabieren in einem Kliniksgebäude zwar auch nicht der schlecht gewählteste Ort, aber mich trieb es doch eher in die Freiheit…So die Natur mit Luft und Autos…)
    Meine Begleitung, immer Rücksicht nehmend, auf meine Befindlichkeiten , verabschiedete sich vom Gedanken Buffet und Sekt und geleitete mich nach draußen…

    Er: „Hast du jetzt die Leute nicht mehr ausgehalten?“
    I: „Nein, mein Körper und ich befinden sich mal wieder in einem Disput…Ich müsste mal in die senkrechte…“
    Er: „Du meinst wohl eher horizontale oder waagerechte…“
    I: „Wie auch immer..“
    ER: „In einer Stunde haben wir wieder Sitzung“
    I: Ja, bis dahin kann ich mich ja im Büro auf den Tisch legen…“
    Er: „okay, wenn du meinst…Und das angenehmer für dich ist“
    I: „Erträglicher….“

    Japan…

    Während wir heiß die Frage eines evtl. Super-Gaus und die Sicherheit der Atomkraft im Allgemeinen diskutieren, frage ich mich, ob dieses Thema in Japan im Moment überhaupt ankommt??? Es ist natürlich klar, dass es für viele Menschen erstmal um die grundlegenden Dinge geht: Das Überleben etc. dennoch habe ich den Eindruck, dass die japanische Gesellschaft sich überhaupt nicht bewusst ist, was da gerade passiert ist und welches Ausmaß diese Katastrophe hat…Klar: Wenn erst mal die Folgen der Strahlung etc. sichtbar werden…

    Aber wie komme ich zu dieser pauschalen Schlussfolgerung…Ganz, einfach: Ich habe gestern gearbeitet und dabei mit ein paar Japanern etwas länger geredet. Weniger aus Neugier oder Schaulustigkeit,,,….
    Es ist nicht so, dass ich zunächst gezielt nach der Katastrophe gefragt habe, aber im zweiten Anlauf konnte ich mich dann doch nicht zurück halten…:

    Ein japanischer Besucher fragte mich, was man in Deutschland in den nächsten 24 Stunden unbedingt noch besichtigen sollte…(…Japaner haben kein Problem ein Flugzeug von A nach B und zurück nach A zu benutzen..Ich schlug ihm Berlin oder Heidelberg vor…)
    Fragte ihn aber etwas irritiert, ob er denn überhaupt nach Japan zurück käme in der Situation…
    J: „Ach, Erdbeben..Wir haben immer Erdbeben…Erdbeben und Tsunami…Ich wohne in Tokyo…Tokyo ist moderne Stadt…Alles gut da…“
    I: „Na ja, aber was man so an Bildern sieht…Und dann das mit den Atomkraftwerk.“
    J: „Deutsche interessiert sich nur für Atomkraftwerk. Japan modernes Land. Technik gut…Funktioniert gut…“
    I: „Ja, und gibt es noch einen normalen Flugverkehr nach Tokyo??“
    J: „…Flughafen nicht zerstört…Japan modernes Land. Japan hat kein Problem…Immer Erdbeben…Deutsche übertreiben“
    I: „Na ja, wir haben einfach schon einmal die Erfahrung gemacht mit einem Atomunfall in Tschernobyl…Das ist den älteren Leuten noch im Gedächtnis..Das kann in jedem Land passieren. Wir sind ja so erschrocken, weil Japan so modern ist und so viele Sicherheitsstandards hat“
    J: „Japan modernes Land…schnell wieder auf die Füsse…Nicht so wie in Tschernobyl…Wir haben Technik…“ Darauf wusste ich dann auch nix mehr zu sagen und bin zurück zu der deutschen Besichtigungstour gekommen…

    Zwei andere Japanerinnen kamen aus Osaka…Also weit weg vom Epizentrum und der Katastrophe…Aber auch die beiden fanden nichts besorgniserregend an der Situation und betonten im Gegenteil wie toll doch die Hochhäuser in Tokyo gehalten haben…

    J: „Japan modernstes Land…Immer Erdbeben“

    Das habe ich dann noch 3x gehört und dann jegliche Befragungen aufgegeben…Irgendwie haben mich gleich mehrere Dinge irritiert:
    Warum besuchen die denn überhaupt noch ein deutsches Museum so kurz nach einer Katastrophe??? Wird die Modernität so stark betont, weil man sich doch gerade fragt, ob alles so in Ordnung ist?? Oder belügt und beruhigt man sich selbst? oder möchte man nach außen einfach nicht preisgeben, wie es wirklich einem damit geht???
    Ich will nicht wissen durch welchen Horror die Menschen in den Flüchtlingslagern gehen. Mir geht vor allen Dingen nicht aus dem Kopf, dass immer noch Menschen an den Reaktoren arbeiten müssen und WISSEN, dass sie vermutlich dabei verstrahlt werden…(Gut, in Kriegen sind Soldaten auch Kanonenfutter, aber die Logik der Gewalt ist nochmal anders)

    Ich jedenfalls hatte die letzten Nächte Alpträume…In meinem Kopf gab es irgendeine Flut und ich bin über Häuser gerannt. (Wenigstens konnte ich in der ersten Hälfte des Traums rennen…)
    Dennoch ist es für mich auch ein Moment, wo ich rekapituliere was ich mit meinem Leben so anfange und dann doch wieder denke, dass ich mich für die richtigen Sachen einsetze…(Auch wenn ich nicht in einer klassischen Erwerbsarbeit stehe..Immer noch studiere. Chronisch krank bin etc.): Es lohnt sich dennoch für Umweltschutz , Sozialpolitik, Gerechtigkeit einzusetzen und nicht eben nur aus einem blossen Aktionismus heraus…Jemand zu sein, der Wissen über eben nahezu jedes Feld ansammelt…Immer in der Gewissheit, kein Experte zu werden, aber eben das ‚System‘ mehr oder minder zu verstehen…Andererseits ärgert es mich, dass ich jahrelang für etwas kämpfe was nahezu unsichtbar ist…“Ach, Atomkraft…Nebenthema nicht so wichtig…“
    Plötzlich ist es wieder tagesaktuell…
    Wie Merkel sich verhält, halte ich für eine maßlose Unverschämtheit…Wir haben sehr, sehr baufällige Reaktoren, die bei weitem nicht dem Sicherheitsstandard der japanischen Atomkraftwerken gerecht werden…Jegliche Menschenlogik sagt: Die MÜSSEN vom Netz. Aber Nein, Merkel setzt die Laufzeit nur aus…, um dann im worst-case Szenario in 3 Monaten nach den Landtagswahlen diese wieder hochzufahren…Nachdem man dann vermutlich irgendwelche marginalen Sicherheitsverbesserungen durchgeführt hat. (Okay, mittlerweile hat sich die Regierung da schon wieder anders geäußert…Man wird sehen)
    Aber mein Fünkchen Hoffnung ist, dass evtl. sich ein breiter Widerstand formiert…Es kann nicht sein, dass wir Reaktoren betreiben, die heute nicht mehr zugelassen würden und die in einem hohen Maß unsicher sind…Die Atomaufsicht hätte schon lange bei den älteren Reaktoren eine einstweilige Stilllegung anordnen und weitgehende Nachrüstmaßnahmen nach Stand von Wissenschaft und Technik verlangen können. Diese Nachrüstungen wären allerdings so teuer, dass sie sich wirtschaftlich nicht rechnen würden und das „Aus“ der Anlage(n) bedeuten.
    Ach, na ja…Es ist schon bescheuert, dass ich aus dem menschlichen Leid und der Katastrophe in einem anderen Land Hoffnung beziehe…Hoffnung, das wir doch wieder vehementer auf erneuerbare Energien umschwenken…Die ganz egoistische Hoffnung, dass man politisch doch noch etwas verändern kann und man nicht ständig einen Stein den Berg hoch und wieder runter rollt…