In der Reha I – Krankenhausatmosphäre und Fitness mit 75-Jährigen

Es ist toll— Seit 8 Monaten verbringe ich meine Zeit quasi zwischen Reha und Krankenhaus…

Im Moment bin ich also wieder in Reha…Wobei das Ambiente mit Pflegedienst, Krankenhausbetten und Notfallklingel auf dem Zimmer schon ziemlich an ein Krankenhaus erinnert…

Eigentlich mache ich den ganzen Tag hier gar nichts und langweile mich im Wesentlichen zu Tode. Ich habe exakt 2-3 Anwendungen á 30 Minuten am Tag….Alle am Vormittag..Mittags um 12 Uhr bin ich fertig mit allem…Auch eine Form von Therapie…Den Patienten mit NICHTS zu beschäftigen…Ansonsten kann ich die schöne Landschaft betrachten…Gigantischer Ausblick auf schneeverschneite Klinika…Hier im Ort steht Klinik an Klinik…Außerdem gibt es einen Park, den Wald und ein paar Restaurants…(Für die armen Übergewichtigen auf 1000 Kalorien Diäten)

Immerhin muss ich diesmal nicht im Speisesaal mit den 75-100 Jährigen und ihren Rollatoren essen, sondern kann ‚drüben‘ , im anderen Gebäude , in der Psychosomatik speisen…Leider macht es die Menüwahl auch nicht wirklich besser oder abwechslungsreicher..Als Vegetarier ist man hier mehr als verloren…, da sich alles ständig wiederholt und mittags man komplett auf Gewürze im Essen verzichtet. Mit Abstand das SCHLIMMSTE ist die vegetarische Kohlroulade mit Kümmelsauce und die gibt es gefühlte 2x die Woche (Okay, vielleicht nur 1x die Woche)..Aber da ich schon mal hier war,  ist es echt mittlerweile eine Qual…

Und apropos schon einmal hier…Ich sollte nicht erwähnen, wie oft ich schon angesprochen wurde mit dem Kommentar: Sie kenne ich doch schon…(ARRRRGHHHHHHHH) Auch der geniale Orthopäde (mein Reha Arzt) meinte zu mir: „Sie waren ja schnell wieder bei uns.“

Ich: „Mir gefällt es eben so gut…Ich will hier ständig sein…“(Vermutlich hat er das wieder auf einen psychischen Schaden meinerseits geschoben…Jedenfalls versteht er keinen Humor) Und meine Frage, ob ich in der Psychosomatik essen darf, quittierte er mit der Gegenfrage: „Haben sie keine Berührungsängste?“ Meine Antwort: „Och, ich habe eher Berührungsängste mit 80 Jährigen Rollator fahrenden Omas und Opas…und außerdem bin ich ganz sicher auch ein psychosomatischer Fall…Lesen sie doch mal den Befund des Neurochirurgen bzw. des Neurologen (Der eine attestiert mir eine eventuelle Persönlichkeitsstörung und der andere nur ‚bedingt schwingungsfähig zu sein‘)…Auch das fand der Orthopäde nicht komisch…, bewegte ihn aber zu der Frage: Wollen sie wieder Gespräche mit der Psychotherapeutin (Klar, kann es kaum erwarten)..Ich: „Von mir aus…“

Zum Glück ist mir immerhin die Analyse meiner Psyche bisher ersparrt geblieben, aber die Frau war beim letzten Mal echt das Highlight…

Was ich hier am Konzept nicht verstehe: Die Klinik nennt sich ‚Klinik für konservative Orthopädie UND Psychosomatik‘, aber beide Bereiche sind komplett getrennt…Also die Orthopädie hat EIGENE Psychologen und an den Anwendungen der Psychosomatik kann man auch nicht teilnehmen…, wobei ich nicht unbedingt Korbflechten zur Leistungsbewertung machen wollte oder die ganzen Gruppen- und Stationsversammlungen…Das fände ich glaube ich nur ätzend…Aber so ein bißchen Teddybären basteln…oder Bilder malen…?????

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