Kliniksaufenhalt ÜBERLEBT (!) Teil II

Nachdem mein sehr wütender Bruder also die Klinik verlassen hatte, bekam ich erst einmal eine neue Bettnachbarin -mit der ich die nächsten 3 Tage durchaus meinen Spaß haben sollte….(Es ist schließlich nicht alles schlecht in Krankenhäusern)

Diese litt wie gesagt an akutem Schwindel und beschrieb -ähnlich wie ich- auch nicht besonders typische Symptome, die gleich irgendeinem Krankheitsbild zu zuordnen waren.

Die Stationsärztin ignorierte die Frau neben mir allerdings zunächst komplett und bearbeitete mich erst mal mit den üblichen Reflextests…Dabei viel mir auf, dass alles ‚back to normal‘ war und mein PSR wieder „mittel lebhaft“ schien und der ASR links schwach wie immer (Meine Reflexe führen ganz sicher ein Eigenleben)
Zu meiner sehr ausführlichen Akte bemerkte Sie nur , dass man sich das ganz sicher nicht alles durchlesen werde und die Bilder seien auch wesentlich zu viele und zu komplex. Sie hätte schließlich über 20 Patienten und nicht nur mich…Und außerdem sei es eine Unverschämtheit, dass ich ihr keine Übersicht zu Kliniksaufenthalten geschrieben hätte. Ich erwähnte, dass ich die Akte immerhin zeitlich sortiert habe und die Daten der Klinksaufenthalte sehr eindeutig aus den Arztbriefen hervorgehen, aber das konnte sie auch nicht besänftigen. Außerdem meinte ich, dass sowieso vieles darin nicht stimmen würde, da z.B. man keinen internistischen Befund erheben kann ohne die entsprechende körperliche Untersuchung…
Daraufhin wurde ich wieder böse angeblickt, aber zu meiner Verwunderung zog die Frau tatsächlich ein Stethoskop hervor…(Wobei ich nicht wirklich glaube ein Lungen/Herzproblem zu haben, aber wenn schon in einem Arztbrief eine halbe Seite dazu drinne steht, dann sollte man „Ansatzweise“ evtl. das auch untersucht haben.)
Besonders spektakuläres außer meiner sehr bekannten Fußheber-und Fußsenkerschwäche links trat jedenfalls bei der Unteruschung nicht zu Tage…Außer das die Frau ziemlich verächtlich meine beiden von mir schön verzierten Handgelenke besah und meine Hände auch gleich mal umdrehte, um den ganzen Schaden sich zu vergegenwärtigen.
Stationsärztin: „Und was ist das?“
Ich: „Narben?“
Stationsärztin lässt meine Arme wieder fallen und sieht mich an wie ein Bulldozer…
Ich: „Da war ich 13…Ehh , nee 14…“
Stationsärztin und woher kommen die Dehnungsstreifen. Waren sie mal sehr viel dicker oder schwanger?“
Ich: „Übergewichtig…Da war ich auch 13…“
Stationsärztin: „Und die Zähne?“
Ich „Säureschäden?“
Stationsärztin: „Knirschen Sie?“
Ich:: „Nee, 10 Jahre nur Cola getrunken“
Stationsärztin seufzt und kündigt an mit der Oberärztin zurück zu kommen.

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Kliniksaufenhalt ÜBERLEBT (!) Teil I

Aus der Serie: Schlimmer geht immer oder meinem zweiten Standard-Lieblingssatz: „Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor“ (Mit diesen beiden Aussagen könnte ich die Geschichte meines 4-tägigen Kliniksaufenthaltes auch schon wieder beenden, aber nun der Reihe nach)

Diesmal war ich also im anderem Standort unseres wunderschönen privatisierten Klinikums. Dieses hat man ganz schick mal eben neu gebaut und von 105 Standorten auf einen Riesenklotz zusammengelegt. In diesem Riesenklotz ist nun alles neu organisiert worden, was eigentlich heißt , dass bis lang wohl noch gar nichts organisiert ist…
Meine 2. Bettnachbarin hat jedenfalls (mit akutem Schwindel) 24 Stunden in der zentralen Notaufnahme -ohne Überwachung- in einem Arztzimmer liegend verbracht und in der Zeit hat wohl nur der Arzt mal nach ihr gesehen, wenn er zufällig auch an seinen PC musste…Einen Monitor etc. hatte sie nicht, da das Pflegepersonal meinte, dass man sowieso nicht merken würde, wenn das Ding angeht…
Gut, die Frau ist nicht gestorben und hatte keinen akuten Schlaganfall, aber dennoch…: Grob fahrlässig…

Nun, aber zu meiner Geschichte: Seit 11 Monaten habe ich erfolgreich Krankenhäuser gemieden…Leider hatte mich ein Neurologe -der meinen Fall und die 27000 Arztberichte zu komplex fand- mal wieder eingewiesen, um ein Liquorunterdrucksyndrom auszuschließen…Übrigens hatte ich auch 10 Monate KEINEN Neurologen bescucht…

Ich hatte ja schon diesen Arzt Patientenkontakt als äußerst unangenehm empfunden, aber die Stationsärztin der Neurologie konnte dies noch toppen…

Tatsächlich war schon die Aufnahme eine einzige Katastrophe. Zunächst musste man Nummern ziehen und dann sich in einen Glaskasten begeben, wo man dann alle Unterlagen ausfüllen durfte und weiter auf Station geschickt wurde. Soweit – so gut-, aber auf der Station angekommen, wurde mir mitgeteilt, dass es leider noch kein Zimmer für mich gäbe, da man zu wenig Reinigungspersonal hat und ich noch 20-30 min warten sollte…(Wie man vermuten kann, wurde aus diesen 30 min ca. 3-4 Stunden…) Da ich ja ständig Kopfschmerzen habe, wenn ich stehe, lag ich während der Zeit weitgehend auf nem Sofa vor der Station…Mein Bruder hat während der Zeit chinesisch gelernt oder wir haben uns über nonsense unterhalten…Zwischendurch bekam ich auch mal Blut abgenommen, was meinen Bruder fast zum umkippen brachte…, obwohl er nicht mal dabei war. (Er hat da ein Trauma…Als Kind einen Autounfall überlebt)

Als ich nach Stunden endlich dieses sehr hellhörige Zweibettzimmer beziehen durfte, erwartete mich Schrecken Nr. II in Form einer etwas seltsamen älteren Dame, die man wohl kurzfristig von der Straße aufgegriffen hatte und 4 Tage verwahrt…Eine Diagnose hatte sie wohl auch nicht bekommen…Sie saß jedenfalls im Rohlstuhl, aber war gerade dabei entlassen zu werden. Man wollte sie noch einmal kurz durch das CT jagen…Mir war nicht klar, ob die Frau dement war oder eben nicht sehr gebildet. Jedenfalls ließ man sie 6-7 Stunden im Rollstuhl im Flur warten…

Schrecken Nr. III ereilte mich in Form von der Stationsärztin. (In allen Klinika -die ich bisher besucht habe- sind das irgendwie Vollidioten.)
Wobei ich es in diesem Fall eigentlich noch schlimmer finde -wie die mich behandelt hat-, denn die Frau möchte Psychiaterin werden und macht eben ihr praktisches Jahr in der Neurologie…Ich wünsche aber keinem —-ABSOLUT GAR KEINEM—- psychisch erkrankten Menschen jemals mit dieser Frau konfrontiert zu werden, denn ihr fehlt jegliches Feingespür und noch dazu bildet sie sich ein deine psychische Gesundheit nach 23sek. beurteilen zu können ohne wirklich Ahnung über die Hintergründe oder die Art deiner Erkrankung zu haben…(Außerdem sollte es ja hier um die neurologische Problematik gehen)

Ich bin immer recht freizügig, was meine psychiatrischen Diagnosen angeht (Essstörung, die mehr an eine Zwangsstörung erinnert) und trage das im Anamnesebogen ein…

Das Erstgespräch drehte sich dann auch im Wesentlichen um meine psychiatrischen Komorbiditäten, aber in einem absolut konfrontativen Stil…
Stationsärztin: „Wie ist denn ihre Symptomatik?“
Ich: „Tagsüber habe ich vorwiegend starke Kopfschmerzen. Aber ich habe auch Probleme beim Treppen steigen…Nachts habe ich starke neuropathische Schmerzen. Alles brennt. Selbst in den Händen. Und ich bekomme Muskelzuckungen“
S: „Sind Sie vielleicht zu depressiv eine Treppe zu steigen?“
Bruder: „Nee, wir arbeiten zusammen. Und es ist echt unschön zu sehen, wie sie sich Treppen hoch ziehen muss.“
S: „Ist der Arbeitsplatz ebenerdig?“ (In meinem Kopf ein großes Fragezeichen????)
B: „Nein, vier Stockwerke…Sie macht ja auch Führungen von einer Stunde und da muss sie hoch und runter…“
S: „Sind sie sexuell mißbraucht worden?“ (Das fragte Sie mich BEI OFFENER TÜR. Draußen war die ältere Frau im Gespräch mit zwei Männern und mein Bruder war anwesend. In dem Moment sah ich wohl zu meinem Bruder herüber…Einfach weil ich fand, dass es „out of line“ war und ich seinerseits Bestätigung haben wollte…, dass es zu weit geht)
Ich: „Ehh, J…ich meine Nein…Nein..“
S: „Das klingt nicht nach einem Nein.“
Ich: „Nein, wirklich Nein.“ (Also ich bin wirklich NICHT sexuell mißbraucht worden, aber ich habe in meiner Jugend Gewalterfahrungen gemacht…)
S: „Und was studieren Sie beide?“
(Wir beide haben ungefähr die selben Fächer)
S: „Ach, dann haben sie fast ein Zwillingsähnliches Verhältnis. Leben sie auch miteinander.“
Bruder: „Ich bin viel älter als meine Schwester…Wir haben fast nie Seminare gemeinsam besucht und wir leben auch nicht zusammen.“
S: „Beruhigend zu hören. Man könnte fast denken…“ (Jedenfalls beschloss das den ersten Auftritt der Dame und sie kündigte an mich später untersuchen zu wollen)
Mein Bruder versetzte dieser Satz auf 180..Sprich: Er war unglaublich sauer, dass man ihm so etwas unterstellt…Und er überlegte, ob er mich jetzt so alleine lassen könnte oder nochmal die Sache klarstellen sollte…Ich überzeugte ihn davon, dass es alles nur verschlimmern würde und er fuhr nach hause…

Alpträume…

Irgendwie geht es mir auf den Nerv, dass nun mein Schlaf nicht nur durch die bescheuerten Muskelzuckungen und neuropathischen (brennenden) Schmerzen gestört wird, sondern mich zusätzlich noch Alpträume heimsuchen…
Ich hoffe das hört wieder auf oder ansonsten habe ich noch ein ‚psychiatrisches Symptom‘ mehr…Insbesondere auf einer neurologischen Station käme es glaube ich nicht besonders gut, wenn ich nachts laut schreiend aufwache und um mich schlage…(Obwohl sich ja ironischerweise meine Alpträume auch um Krankenhäuser, bzw. eher um Eingriffe zentrieren…)
Mir ist gar nicht mehr so bewusst gewesen, dass mich bestimmte Dinge so in Panik versetzt haben…Insbesondere eben die dritte „Not-Operation“…Ich denke, da haben die mich echt ein bißchen in eine zu flache Narkose gelegt…Ob ich wirklich etwas vom Eingriff selbst gemerkt habe oder das nur meiner Phantasie entspringt, weiß ich nicht… Jedenfalls war ich beim extubieren zu wach und auch auf der Intensivstation wäre ich lieber im Koma gewesen als das so live mitzubekommen…(Obwohl ich mich nicht über die Pflege beschweren kann oder die Anästhesistin (im Vorgespräch) …Alle waren echt freundlich…
Dennoch: Im Moment wache ich also immer mit dem tollen Gedanken auf nicht atmen zu können…Das ist absoult psychogen..Herz und Atmung ist etwas das in meinem Körper noch super funktioniert…

Was mich auch in Panik versetzt, ist mal wieder meine Blasen-Mastdarmfunktion….Ich bin mir einfach nicht sicher, dass das ein „residuelles Cauda-Syndrom“ ist…(Auch wenn das EMG so aussieht.) Ich habe eher den Eindruck, da ist irgendwas neues..Aber ich kann nicht mal sagen, auf welcher Ebene mein Problem liegt und jetzt notfallmäßig in eine Neurochirurgie zu rennen…(?) Wenn die was sähen, würden die operieren und ob mich das weiter brächte(?) Es ist jedenfalls noch kein kompletter verhalt, aber schon so , dass ich echt extrem nachhelfen muss und das war Monate viel besser…

Wobei ich ja schon mal froh bin, dass der Neurologe überhaupt eine Messung gemacht hat und eine Diagnose gestellt hat…Während mich alle Ärzte für verrückt erklärt haben, dass ich Hypästhesien im Genitalbereich habe und auch mittig bzw. immer noch seitlich kleine Zehen, Großzehe taub sind etc.) , fand der Arzt das nach dem Verlauf der Geschichte für normal…Allerdings sieht es im emg so aus, dass die Schäden in der Muskulatur Monate alt sind…(Links (stärker) als rechts sind Polyphasien zu erkennen. Außerdem habe ich nach seiner Meinung klinisch eine Fussheberschwäche und Fussenkerschwäche links.(Die war -meiner Meinung nach- auch schon deutlich weniger ausgeprägt) Die letzte Messung war im Januar…Dieser Arzt sagte mir, er sehe nichts und alles sei in Ordnung. Wobei er auch nur links gemessen hat…Und nicht mal im Seitenvergleich…Also entweder im Januar waren die Werte doch auffällig oder es ist ein Vorfall den ich seit Monaten wieder verschleppe(?)Leider gibt es keinen Arztbrief aus dieser neurologischen Klinik in Hintertupfingen…Ich habe meinen Hausarzt echt schon mehrfach gebeten die fehlenden Unterlagen zu besorgen, aber der vergisst es andauernd und hat gerade , wenn ich komme, dann keine Zeit…
Jedenfalls kann irgendwas nicht stimmen..Das würde den Ärzten auch auffallen, wenn sie mal die Akte komplett durchlesen…
Ich kann schließlich nicht meine Eigenreflexe selbst abschwächen und dann wieder steigern…Im Januar war mein PSR sehr lebhaft (was eh seltsam ist, wenn man bedenkt, dass ich auf der Ebene ein Caudasyndrom hatte), dann vor 4 Wochen mittellebhaft und vor wenigen Tagen deutlich abgeschwächt…(der hat mich einen Jendrassik-Handgriff machen lassen, damit er den Reflex bahnen konnte…Darüber war ich sehr erstaunt, denn ich dachte, dass der Reflex normal sei…Gesagt habe ich das allerings nicht, denn da ich schon von dem Neurologen als ‚psycho-case‘ wahrgenommen wurde, dachte ich, lass ich das lieber…)

Aber vielleicht somatisiere ich momentan nur???? (ICH HOFFE)

Warum ist es eigentlich für Ärzte so schwierig mit einem Patient umzugehen der psychisch und physisch angeschlagen ist??? Ich bestreite nicht auch psychisch krank zu sein…(Habe eine Essstörung/Zwangsstörung)
Nur bilde ich mir in der Regel keine Krankheiten ein , sondern im Gegenteil verschleppe ich es eher, weil ich eben nicht alle 3 Sekunden zum Arzt renne und ewige Wartezeiten in Kauf nehme…Und warum gehen Ärzte davon aus, dass man essgestörte Menschen eher weniger untersuchen muss??? Also die letzten Blutwerte sind 5 Monate alt und ich nehme Hammermedikamente…(?)

Ein hin und her geschobener Patient…Teil II

Nun ja, ich saß also mal wieder einem Neurologen gegenüber…(Okay, das ist übertrieben. Es ist eigentlich erst der dritte Neurologe, den ich ambulant jemals aufgesucht habe) Mein Ex-Neurologe (denn ich höchstens 4x aufgesucht habe) ist schließlich in seiner wohl verdienten Rente und die Ex-Oberärztin…(Worüber man nicht reden kann, darüber soll man schweigen)
Also zurück zum Thema…Dieser neue Neurologe ist so ein Dynastie Produkt…Ein Junior…Ich würde ihn nur 5 Jahre älter als mich selbst schätzen…Er muss schon am Mutterbusen gewusste haben, dass er mal Neurologe wird…Ob er das gerne ist, weiß ich nicht, aber das er fachlich kompetent ist , konnte man sehen…Auf der psychologischen Ebene fühlt ihm aber erheblich das Feingespür. Prinzipiell war ihm leider sehr schnell klar, dass er mich NICHT als Patienten haben will…
Nachdem ich also ansatzweise erklärt hatte wie kompliziert die Geschichte meines Krankheitsverlaufs ist, sah er wohl einen frühen Feierabend dahin schwinden bzw. kämpfte er mit dem Gedanken mich rauszuwerfen oder eben doch zu behandeln:
N: „Wie Sie konnten das Problem in 3 Jahren nicht lösen und ich soll es jetzt in 10 Minuten richten? Dazu habe ich weder Zeit noch Lust…Das überfordert mich hier.“
I: „Danke, für die Ehrlichkeit aber ich werde momentan immer weiter verschoben. Ich war schon in der Neurologie in XY, in der Neurochirurgie und beide habe exakt nach 4min mich wieder vor die Tür gesetzt. Wobei die Neurochirurgen Bilder wollten. Ich habe keine Lust mich re-re-re-re- operieren zu lassen, wenn es vielleicht das “
N: „Ja, Neurochirurgen…Die, ehhh sind da nicht so…Ehh, so etwas gehört auch auf eine neurologische Station.“
I: Da war ich auch schon. In Z. Die sagen, es sei teilweise psychogen und zervikogener Kopfschmerz. Die andere ambulante Neurologin ich hätte Spannungskopfschmerz…“
N: Was erwarten sie denn von so einer Wald- und Wiesen Rehaklinik in Hintertupfingen. Das ist doch keine Uni-Klinik???? Aber sie haben schon etwas stark psychogenes an sich…Wie sie von den Ereignissen berichten könnte man annehmen sie würden einen fröhlichen Sparziergang in der Sonne machen. Und dieses rumgehampel bei der Untersuchung…“
I: „Ja, genau mein Affekt ist schon immer gestört…Mein Ex-Neurologe schrieb so etwas wie affektiv nur bedingt schwingungsfähig.“ (Ich sah ihn immer noch lächelnd an…Irgendwie verstehen Neurologen meine Ironie kein Stück…Momentan bin ich psychisch def. in keiner Krise, aber ich fange sicher nicht an zu weinen über mein Schicksal…Wenn ich mich nicht davon abgrenzen würde, dann wäre ich schon längst schwer depressiv…“
N: „Es ist schon auffällig, dass Sie immer zu spät handeln. Man hätte ihnen viele früher helfen können. Ich sehe ihre Symptome eindeutig als Liquorunterdruck an…“
I: „Was kann ich dafür, dass ich 2,5 Monate auf einen Termin bei der ambulanten Neurologin bekomme und diese mir 5 Kopfschmerzsyndrome aufzählt und ich sage es passt keins und dann mit der Diagnose Spannungskopfschmerz entlassen werde und gar nichts zu haben. Nicht mal nee Fußheberschwäche…????“
N: „Na ja, das emg zeigt eindeutig, dass da eine Schädigung ist…Aber insgesamt kann ich das schwer beurteilen. Dazu bräcuhte ich die Bilder…“
I: „Die können Sie sich ja ansehen…“
N: „Dazu habe ich keine Zeit. Wissen Sie wie viel Zeit ich ihnen schon gewidmet habe? Normalerweise kann ich mich nur max. 15min um einen Patienten kümmern. Sie hatten Glück der letzte Patient zu sein…Ich werde Sie mal in die Neurologie der Uni überweisen…“
I: „Und die machen dann genau dasselbe wie Sie und lesen auch die Akte nicht durch und verwahren mich und setzen mich auf noch höhere Schmerzmittel.“
N: „Wir machen vorher mal ein MRT der LWS…Wenn die da was sehen, dann sind sie auch motivierter“
I: „Und wenn nicht? Sie sagen doch die Cauda Symptomatik ist ein Alt-Schaden“
N. „Schulter zucken.Dauerts halt länger…Aber die machen schon was“
(Na, ja ich bin mir da nicht so sicher…Aber immerhin nur 14 tage Wartezeit…Irgendwie habe ich das Gefühl mein Leben findet statt, aber ohne mich…)

Habe ich eigentlich schon erwähnt wie ätzend ich Krankenhäuser finde…Na ja, mein letzter Aufenthalt ist 11 Monate her…Trotzdem habe ich ätzende Flashbacks…Zum Beispiel träume ich vom extubiert werden…Das ist ein VOLL ekliges Gefühl…

Ein hin und her geschobener Patient…Teil I

Meine Geschichte wäre von außen betrachtet ein heiterer Satire Roman, wäre es nicht meine eigene Geschichte und würde ich nicht all das selbst in meiner eigenen Haut fühlen und durchleben müssen…

Mir tun Ärzte leid…Ich weiß, dass die meisten keine bösen Menschen sind, sondern unter Systemzwängen ihren Job nicht in dem Maß nach gehen können, wie sie sich das mal gedacht haben…Zumindestens die Altruisten und Weltverbesserer -unter ihnen- haben im Grundstudium vermutlich wirklich davon geträumt Menschen zu helfen/zu heilen/zu unterstützen…Dann gibt es natürlich den Typus: Dynastie Arzt…Tradition verpflichtet und wenn schon Großvater und Vater Neurologe ist, dann wird der Sohn das auch…Dies kann zu Verbitterung, Pragmatismus oder Beidem führen….

Die Praxis und die Realität lässt viele ausbrennen…Egal von welcher Start-Position sie antreten…

In Krankenhäusern herrschen -meiner Meinung nach- überholte Modelle des Zusammenarbeitens. Es gibt unausgesprochene Gebote an die sich jeder Arzt halten muss. Es gibt das Gebot der Hierachie…Das merkt man als Patient vor allem bei der Visite. Wer, wann in welcher Visite reden darf und wer nicht…
Bzw. Wie der Arzt mit der Krankenschwester redet…Abfällig??? Ist sie eine Untergebene???
Ich habe mich in einigen Situation für die Ärzte geschämt, die in wenigen mimischen Gesten und abfälligen Ton Krankenschwestern angriffen, ihnen meinten etwas großmeisterlich erklären zu müssen und sie behandelten als seien sie kleine unwichtige Nichtswisser…Dabei sehen die Ärzte oft nicht den Part der Pflege…Natürlich sie sind letzlich der ‚große‘ Doktor, der Ansprechpartner für alle…Die Patienten wollen mit dem arzt reden, die Angehörigen sowieso und alle befolgen die Regel der Unterwürfigkeit. Beschwert wird sich hinter geschlossenen Türen…Ärzte werden in eine so wichtige Position gehoben, dass sie einsam auf einer Wolke sitzen und alles unter ihnen klein erscheint…Sie sehen oft nicht die Last der Pflege…Das Krankenschwestern/Pfleger auch unter enormen Druck stehen und wie gering ihre Arbeit im Vergleich geschätzt wird…Gerade aus dieser Diskrepanz besteht der Unmut…

Als Kliniksarzt muss man das System akzeptieren und in im zu Recht kommen. Entweder man hat sich selbst die Rangleiter hoch gearbeitet oder bleibt ewig Alt-Assistent oder Stationsarzt und damit ist man dann schon ein Stück weniger wichtig und ein schräger Vogel…Als Oberarzt und Chefarzt (in kleinen Abteilungen) hast du hingegen enorme Macht und bestimmst das Gefüge des Hauses. Dieses System der Hierarchie kann funktionieren, wenn es einen „charismatischen Führer“ gibt, auf den sich alles fokussiert und der die Struktur des Hauses ordnet. In Uniklinika ist das kaum der Fall mit ständig wechselnden Assistenzärzten, großen Stationen…Wenn man sich Klinikbewertungen.de ansieht fällt auf, dass Uniklinika oft mittig bewertet werden und die meisten kleineren Häuser miserabel oder ganz toll…

Es gibt das Gebot der ICD-Nummer: Je nach Nummer darf man einen Patienten nur so und so viele Tage stationär behandeln. Ansonsten tragen die Krankenhäuser die Kosten und auch Krankenhäuser sollen nicht ständig rote Zahlen machen…Das gilt für privatisierte wie nicht privatisierte Klinika. Denn auch Kreiskrankenhäuser stehen unter enormen Kostendruck, da Landkreise hochgradig verschuldet sind. Ärzte stehen einerseits unter Entlassungszwang bei einem immer noch schmerzgeplagten Patienten der sein 8 ICD Tage abgelegen hat. Sie versuchen aber andererseits die Fallpauschale eines Patienten, dem es eigentlich nach 4 Tagen gut geht, voll auszunutzen und behandeln ihnen länger als nötig, wenn die Station gerade Kapazitäten hat…

Und auch die niedergelassenen Ärzte haben oftmals Probleme.

Die tolle KV-Niederlassungs Planung funktioniert nicht…Die eine Praxis versorgt zu viele Patienten, die andere hat zu wenig…Auf dem Land gibt es schon jetzt einen Mangel an Hausärzten…(Ist ja auch klar bei den Arbeitsbedingungen)

Aber es gibt auch Mängel in der Facharztversorgung, die noch größere Gebiete betrifft…Hier in der Gegend gibt es im Umkreis von 50km nur noch 2 Neurologen von ursprünglich 6…

Wenn du dann als Patient gerade in dem Bereich Probleme hast, wird es für dich schwer, wenn du kein eindeutiger Fall bist…

Je mehr Akten man als Patient sammelt, je komplizierter es wird, je weniger wollen Menschen für dich zuständig sein…Denn Zeit hat keiner und will sich keiner nehmen…Gemacht wird irgendetwas, manchmal sinnlose Untersuchungen…Einfach weil sie Geld bringen, nicht weil sie Sinn machen…

Den ehrlichen oder empathischen Ärzten/Krankenschwestern bin ich dankbar…Selbst denen, die mir nicht halfen: Vor 4 Wochen war ich in der Neurochirurgie. Der dortige Assistenzarzt war wirklich im Gespräch nett und ich konnte vor ihm ein bißchen meine Maske ablegen, denn er trat mir gegenüber völlig freundlich auf…Ich kann es nicht beschreiben, aber ich würde es mit Weichheit oder Empfänglichkeit beschreiben. Bei Neurochirurgen fühlt man sich oft wie eine Nummer. Ein Bild oder interessantes Operationsobjekt. sie wollen dein Gehirn, deine Wirbelsäule sehen und freuen sich regelrecht, wenn sie etwas zum schneiden haben…Das ist für den Patienten verrückt, der zwar gerne eine Lösung seines Problems hätte, aber mit einfacheren Mitteln. Jedenfalls sagte der Arzt zu mir, man könne mir ohne Bildgebung nicht weiter helfen und freie MRT-Termine seien erst ab Januar/Februar wieder verfügbar… Er empfahl mir aber ausdrücklich HWS und LWS vorher zu machen und zwar ambulant mich vom Orthopäde zu überweisen, denn der hätte da ein größeren Spielraum…Die Krankenschwester, die das Gespräch mit hörte, meinte zu mir, dass ich mich jeder Zei als Akutfall einweisen lassen kann und mich die Ärzte dann behandeln müssen…Sie seien schließlich ein Universitätsklinikum…Aber was definiert man als akut??? Würde wirklich was gemacht? Sollte ich bis Januar wieder warten???

Ich habe keine Kraft mehr von Arzt zu Arzt und hin und her geschickt zu werden…Ich merke seit Ende Juli, dass es sich wieder verschlechtert und bislang gibt es nur ein MRT des Gehirns…Nicht unbedingt meine Baustelle…

Nach langem hin und her hat mein Arzt dann gemeint, dass man es doch nochmal mit einem Neurologen probieren sollte und hat dann per Anruf dafür gesorgt, dass ich zu mindestens nicht 3 Monate, sondern nur 3 Wochen warten musste…

Dieser Dynastie-Arzt war -gelinde gesagt- nicht gerade beglückt mich als Patient zu bekommen und war schlicht und ergreifend ziemlich schwierig im Gespräch…

Dennoch hat er sich für mich Zeit genommen..Widerwillig und mit viel Fluchen und einer Abwehr, die ihres gleichen sucht, aber er entschied sich dann doch dafür etwas zu machen…