Klinikschaos II -Im MRT again…

Nun, heute habe ich also einen weiteren wunderschönen Tag am Uniklinikum verbracht…Mein zuhause ein weiteres Mal besucht und gedacht…Erst einen Tag her, dass ich da drinne sein durfte…: Dem MRT… Welch wunderbare Idee so viele Steuergelder zu verschwenden….

Der morgen  schon sehr erfolgsversprechend an…Die Ambulanz war vollbesetzt…Also 30 Leute oder so…Das Higlight des Tages: Ich musste nur 45 Minuten warten..

Die weitere Überraschung: In Empfang genommen wurde ich gleich von 2 Ärzten..Man könnte auch sagen Neurochirurgin und lernender Anhang…(Irgendwie habe ich die Tendenz IMMER zu weiblichen Ärzten zu kommen, die sich von ihren Charaktereigenschaften derart ähnlen…, dass es mich manchmal schaudert…Na ja, wer als weibliches Wesen Neurochirurg wird, muss sich ja im Leben durschsetzten und dementsprechend feisty sein…Doof nur, dass ich mich ungerne unterordne oder mich mit Sätzen abspeisen lasse, wie ICH BIN DER FACHARZT, als einzige Erklärung WARUM etwas so und nicht anders gemacht werden sollte.

Das Gespräch fand ich so na ja:

NC: „Was führt sie denn zu uns?“

I: „Dasselbe wie letztes Mal…Gestern wurden ja MRT Bilder gemacht und ich hätte die gerne mal ausgewertet…“

NC: „Mich würde zunächst interessieren was passiert ist und wo ihre Beschwerden liegen…?“

(Ich bin einer der wenigen Patienten, die es HASST die eigene Krankengeschichte zu erzählen…Alles was folgte, war von meiner Seite aus, super konfus )

I: „Das habe ich doch alles schon einmal erzählt…“

NC: „Ja, aber nicht mir…“

(Gut, ich fange wieder völlig unsystematisch an zu erklären wo ich Schmerzen habe und wo ich keine habe und wie diffus das alles ist…und das ich voroperiert bin…)

NC: „…Gibt es eigentlich einen OP Bericht?“—

Ich: „Den haben sie schon beim letzten Mal bekommen…“

NC: „Ja, den muss ich mal suchen… Verlässt den Raum in der Hoffnung die Akte des Patienten zu finden. Offenbar hatte sie also überhaupt keine Ahnung wer ich bin…“

Anhang: „Ich untersuche sie dann mal…(Also so ein paar Reflexhämmer Schläge…und weil ich ja immer so grandioses Zeug erzähle lässt er mich auch mal den Finger zur Nase führen…Könnte ja auch was am Gehirn sein) Das einzige bemerkenswerte was er feststellt, ist eine Fußheber und Fußsenkerschwäche LINKS…(Angegeben habe ich ja Probleme beim joggen RECHTS)“

NC kommt wieder, immer noch aktenlos…: „Ich finde die Akte nicht..Irgendetwas auffälliges bei der Untersuchung?“

Anhang: „Nur eine Fußheber und Senkerschwäche links“ (Also eine Art neurochirurgischer Schnupfen)

NC wühlt in einem Aktenstapel und zieht eine Plastikhülle  mit meinem Op Bericht OHNE Aktenumschlag hervor…“Ach, hier ist es ja…“Überfliegt das Ganze…, guckt mich dann an und verkündigt mir feierlich:

NC: „Sie haben übrigens einen neuen Bandscheibenvorfall an L4/L5, der ist auch sequestriert, soweit man das sehen kann..Bei S1 könnte auch was nachgerutscht sein…, aber das kann das nicht vom Narbengewebe unterscheiden… (KEIN KONTRASTMITTEL) das erklärt auch ihre Taubheiten..“

Ich:   „Hmmh, also ich glaube nicht, dass das all meine Taubheiten erklärt…Ich meine taub ist es ja auch unterhalb von S2….(und in der Hand und meine ganze Wirbelsäule)“

NC: „Denken Sie, ich verstehe mein eigenes Fach nicht…Wenn ich ihnen sage, dass es von diesem Bandscheibenvorfall kommen kann, dann kann es davon kommen…Warum sind Leute, die einen Vorfall in der Brustwirbelsäule haben wohl an den Beinen gelähmt..? .Auch alles drunter kann gequetscht werden…Das in der Hand könnte ein sulcus ulinaris sein…“(habe ich aber beidseitig ‚kopfschüttel‘)

Ich: „Ja, aber dann müsste es ein SEHR großer Vorfall sein…“

NC: „Na ja, mediolateral gefallen…Den muss man operieren…“

I: „Hmmh…Gucke wenig begeistert…“

NC: „Wissen sie eigentlich in welchem DESOLATEN Zustand ihre Wirbelsäule ist..Klickt durch meine Bilder am Computer und deutet auf die sichtbaren Stenosen…“

Ich…: „Hmmh….“

NC: „Möchten Sie in ihrem Alter einen Schlappfuss…Das wird nicht besser…und dann könnten sie auch noch eine Blasen- Mastdarmschwäche (Cauda Syndrom) bekommen…Daran will ich gar nicht denken…“

I:  „Ungläubig…Ja, aber ist der Vorfall denn wirklich so eh massiv…und ich habe das Gefühl etwas unterhalb von S1 etwas nicht stimmt..Also ich merke alles hier und nicht unbedingt L4/L5…“

NC: „Na ja, die Bilder sind ziemlich verwackelt…Ich muss das noch einmal mit unsererm Radiologen besprechen…(Also Bildbesprechung mit dem Bildergucker..und ich wurde vor die Tür geschickt…“ War mir ja klar,die fehlende Kontrastmittelgabe)

Ruft mich wieder rein:

NC: „Ja ,ich habe das nochmal mit  X besprochen…Er meint wir sollen eine Myelographie machen..Das ist von der Technik ähnlich wie eine Lumbalpunktion“ (woher sie annimmt, dass ich weiß was ne Lumbalpunktion ist, sei mal dahingestellt…)

I: (wieder begeistert) „Kann man das nicht auch im MRT mit Kontrastmittel sehen…?“

NC: „Eine Myelographie ist schon für uns schöner, aber wir müssten sie auch dazu stationär aufnehmen (Nöö, bitte nicht)…Hmmh, versuchen wir erst nochmal das MRT…Ich melde sie nochmal da an…Können Sie heute?“ (Nicken: Telefoniert mit der Neuroradiologie und sagt denen WAS sie will LWS+ Kontrast…)…NC: „Wollen sie überhaupt operiert werden?“

I: „Ehhm…“(Wer will das schon?) „Na ja, wenn ich mich dann alle 5 Monate operieren lassen muss, weil was nachgerutscht ist…“

NC: „Also so ist das nicht. Wir wären da auch ganz anders ran gegangen und hätten von vorneherein das GESAMTE Bandscheibenfach ausgeräumt (FREUDE, will die mich versteifen oder meine Facettengelenke komplett killen(?)) …Aber das erkläre ich Ihnen später..Wenn sie im MRT sind, bitte bewegen sie sich nicht, ansonsten haben wir wieder so verwackelte Bilder…ich gebe ihnen mal was zur Beruhigung mit..“ (Ich habe keine Platzangst, sondern schmerzen..LOL)—

I:  „Okay, und wie komme ich dahin…Ich habe (nach wie vor) kein Auto“–

NC: „Wir bestellen Ihnen ein Shuttle…“

(Dauerte auch dann nur 29 Minuten bis zum anderen Ende der Welt oder der Stadt…)

Dort angekommen…:

Rezeptionist Nr. 2: „Guckt mich ungläubig an…Wir haben uns doch gestern schon mal gesehen…“

I: „Ja,  ich komme NOCHMAL wegen einem MRT…“

R2: „Der Halswirbelsäule(?)“

I: „Nee, die Lendenwirbelsäule aber diesmal mit Kontrast…Hatten die nicht mit IHNEN  eben telefoniert?“

R2: „Achso, ja dann setzen sie sich mal dahin…“

(Und da saß ich dann auch wieder 2 STUNDEN…TOLL..)

Die medizinische Assistentin sichtbar genervt…Wenn DIE (Neurochirurgen ) auch nicht sagen, dass sie VOROPERIERT sind…(Das hatte aber ICH SCHRIFTLICH auf den Zettel zur Metallverträglichkeit eingetragen, da stand ja was von Narbe…und am Ende der Untersuchung nachgefragt..Gut, dazu sagte ich dann nichts und ließ mich nochmals ins MRT schieben…Eben eine Verschwendung von Steuergeldern)

Diesmal kam ich aber in das schnuckelige andere Zweitgerät, was zwar auch nicht erfrischend neu aussah, aber immerhin nicht anmutete als hätte man es im Sonderabverkauf von Aldi erworben…Man konnte in dem Ding sogar liegen..Juchu…Kontrastmittel wurde mir gespritzt, fand ich jetzt nicht so toll, aber auch nicht dramatisch…

Also Bilder gemacht und ich wurde wieder zurück zur Klinik geschickt..Nur leider fuhr diesmal das Shuttle erst ne Stunde später…Macht ja nichts, dann nehme ich den BUS dachte ich mir…

Rezeptionist unten: „Aber Nein, dann sind sie doch nicht  versichert…“

I: „Ich bin doch gar nicht stationär…Ich bin ein ambulanter Patient…“
Rezeptionist: „Aber  sie sind uns ja hier anvertraut…“(Unterdrückung eines Lachkrampfs) „…Setzen sie sich mal da vorne auf die Stühle…Ich ruf nochmal für sie an..Vielleicht kommt ja jemand von der Zahnklinik..“

Okay, dagegen konnte und wollte ich  nix sagen…Ich saß also IN der Neurologie…Auf dem Stationsflur rum…Das war ein echtes Beobachtungshighlight…Die hatten 4(!) Patienten auf einem sehr schmalen engen Flur einfach mal geparkt..Davon zwei Personen, die beinahe komatös wirkten… Interessante Bettensituation…Der eine Patient war gerade gebracht worden und die Schwester schien wohl doch besorgt genug mal nen Neurologen dazu zu holen…, weil der Herr doch absolut abwesend erschien…

Dieser kam dann und fing an den Flur zusammenzuschreien…(Ob das ne neurologische Untersuchungstechnik ist)

N:  „Herr P..Hören sie mich?“ (Der Patient offenbar nicht, dafür aber alle im Flur und im ersten Stockwerk…)

Schwester: „Der hört sie nicht…“ (Der Arzt die Schwester offenbar auch nicht…Der ignorierte sie…)

N: „Herr P hören sie mich…???“ (5 oder gefühlte 100x)

Patient gibt minimalistisch Laute von sich…Arzt zufrieden…Patient wohl somnolent (soporös) und nicht komatös= Kein Notfall= Flur

15 Minuten später..Anderer Patient fängt an sich zu übergeben…Ich dachte super, wo ist die Schwester, wobei dann diese (zufallsmäßig) aufkreuzte und die Situation regelte…(Dieser Patient wurde dann 10min später ‚verlegt‘  und abtransportiert. Das Ganze total öffentlich…Inklusive Krankenbild etc…)

Hoffe, das ist kein Normalzustand auf dieser Station…Ich war jedenfalls froh, dass ich nach einer Stunde diesen Abstellplatz verlassen konnte…

Ins Klinikum zurück zu fahren erwies sich jedoch als völlig unnötig, da Neurochirurg im OP, wobei ich das wusste, aber eben nicht wie lange…(Neurochirurgen haben ja kein Leben und keine Freizeit) Da ich keine Lust hatte noch 3 Stunden zu warten, entschied ich mich für Befundung am nächsten morgen..Wobei..Gibt es eine Steigerung zu Cauda Syndrom?

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