RSS

Geduld ist eine Tugend: Über das UMSETZEN von VORSÄTZEN…

Ich wünschte es wäre so leicht und ich könnte eben genau das tun, was ich mir auch vorgenommen habe…

Nicht das mir Nichts was ich auch tun will, nicht gelingen würde, aber einen Ultimativumschalter in meinen Kopf gibt es leider auch nicht und so starte ich dann senkrecht durch, aber höre in der Mitte dann leider wieder auf..Entschleunige und drehe wieder um oder rudere – wie man im Volksjargon sagt – zurück…Vielleicht fühle ich mich auch eher wie eine Fluggans, die gegen den Wind fliegt und von so einer netten Mini-Windboe umgehauen wird…(Oder wie eine Fledermaus, die in die Schneise eines Windkraftrades gerät und dann zerfleddert…Zu mindestens behauptet der BUND ja, dass die Viecher Windkrafträder nicht orten können…Ich halte Fledermäuse eigentlich für intelligenter…Schließlich fliegen sie auch nicht gegen Atomkraftwerke)

Einige meiner Probleme wären ja vermutlich einfach lösbar…

1) Müsste ich nur mal zu einem Telefonhörer greifen und nachfragen: Anscheinend hat der Assistenzarzt mal wieder vergessen mich (im 2 Anlauf) zurück zu rufen. Denn es sollen …Ta , ta tatam …Elektrophysiologische Zusatzuntersuchungen gemacht werden. Schließlich ist ziemlich unklar was nun das Problem ist bzw. ob die Sache chronisch oder akut ist: Bedrängtes Rückenmark in der Halswirbelsäule, die Lendenwirbelsäule (obwohl man nichts sieht, spricht eine Quadrizepsparese am ehesten für ne Wurzelproblematik L4) Oder sogar beides oder etwas anderes….(Ich bin wirklich nachhaltig genervt, dass ich 4 Tage in der Neurologie verbringen musste, die aber nicht mal ein NLG angefertigt haben und einfach steif und fest behaupteten, dass mein Problem in der LWS oder nirgends liegt…Ich verstehe die HELLSEHERISCHEN Fähigkeiten von Neurologen nicht…Ich persönlich hätte doch ERST ein nlg, emg, ssep gemacht und DANN evtl. nochmal Bildgebung…Vielleicht wäre die LWS gar nicht nochmal notwendig gewesen oder eine Myelographie sinniger oder es ist eben doch entzündlich…Sowas nennt sich ZEIT- und RESSOURCENVERSCHWENDUNG…)
Aber was soll es??? Da ich ja momentan maßgeblich etwas von dem Assistenzarzt will und er sich meinen Problemen nicht ganz so verschossen gezeigt hat, wie die Herren und Damen der Neurologie, wäre es jetzt an mir an der Sache dran zu bleiben, denn wenn jemand gewillt ist deine Akte fast freiwillig zu lesen und ein Interesse an der Lösung eines langfristig bestehenden Problems hat, zeugt das von einem Ausnahmetatbestand…Vermutlich scheitere ich zwar an Ebene 2: dem Oberarzt…ABER den Versuch ist es jetzt wert…(Alleine von einem Neurochirurgen mal wie ein Mensch behandelt worden zu sein, fand ich außerordentlich…)

2) Psychotherapie…Nach wie vor drehe ich mich um mich selbst…Vermutlich reißt mein eigener Geduldsfaden noch vor der Geduld der Therapeutin und ich höre freiwillig auf…Denn alle 5 Minuten sich wieder schweigend anzustarren ist nicht sehr ergiebig…Außerdem habe ich auch nicht richtig das Gefühl, dass die Frau in irgendeiner weise bislang begriffen hat, wo überhaupt mein Problem liegt…(Ich kann ihr das aber kaum zum Vorwurf machen, denn ich rede ja nicht wirklich mit ihr) Dennoch gibt es so allgemeine Psychofloskeln, die mir stark auf den Geist gehen…z.B. „Ihre Mutter hat ihnen vermutlich zu wenig Grundvertrauen mitgegeben.“ Oder „Klar müssen Sie nicht über Sachen sprechen, aber dann auch in Kauf nehmen, dass Sie nicht wirklich vorankommen.“ Das weiß ich ja auch, aber was bringt mir nun das Wissen ??? Heute durfte ich mir wieder anhören, dass ich meinen somatischen Grundkonflikt kaum lösen kann, wenn ich nahezu über nichts reden will und blockiere. (Auch diesen Satz finde ich ätzend, denn an meinem Gesundheitszustand ändert auch der /die beste Psychologin nichts…Damit muss ich leben und die Idee meine Schmerzen würden durch irgendetwas besser, finde ich gewagt..Ich sage ja auch keinem Querschnittsgelähmten machen sie Psychotherapie und sie können wieder laufen…) Außerdem unterstellte sie mir Selbstschädigung, was die Extraktion meines zweiten Zahnes angeht…Irgendwie können sich Menschen -die Geld haben – wohl nicht vorstellen, dass man manche Entscheidungen wirklich eher aus Finanznot trifft. Eine Wurzelbehandlung -mit Aussicht auf Erfolg (80-95%) – hätte mich 400 Euro gekostet. Ansonsten wäre ich bei nur 60% Erfolgschance gelandet und da ich meinen anderen Vorderzahn eh prothetisch versorgen lassen muss, wäre es irgendwie albern eine Brücke machen zu lassen, um sie dann in 4-6 Monaten wieder zerstören zu müssen…Ich habe mir 7 Tage überlegt mir 400 Euro von irgendwem zu leihen, aber letztlich hing ich dann doch nicht so sehr an diesem Zahn…Ich sehe darin keine Selbstschädigung…Ich finde vieles kann man auch ‘überproblematisieren’ Also ich streite mich z.B. 10 Minuten um die Frage, welche inneren Blockaden mich daran hindern eine Waschmaschine zu installieren (Was bei mir im Zimmer gar nicht GEHT, da es wesentlich zu eng ist. Außerdem sehe ich nicht so das Problem Wäsche waschen zu gehen, denn Kleidung wiegt ja nichts…Da ist mein Gang zur Bibliothek rückentechnisch gefährlicher oder die Mitnahme meines Laptops) Vermutlich müsste ich mich aber gar nicht um so alberne Dinge streiten, wenn ich irgendwas erzählen würde, dass für mich eine Bedeutung hat…Denn im Prinzip zwinge ich die Frau ja zum ausweichen auf Banales..

 
Leave a comment

Geschrieben von am 12. Januar 2012 in Mein Leben als Patient

 

In der Neurochirurgie- und again im Mrt und again und again und again…Teil III

Erneut im Untersuchungszimmer stellte dann der Assistenzarzt fest, dass die Bilder der HWS sowieso noch nicht bei seinem PC angekommen waren. Macht ja, nichts, schließlich wollte er sowieso noch etwas bei mir testen…
Ich persönlich fand die Sache ja eher etwas abenteuerlich…Ich glaube auch kaum, dass man diesen Test bei vielen Patienten durchführen sollte.
Meine Aufgabe war also: Ich sollte auf einen Stuhl steigen…Mit normaler Muskelkraft vermutlich auch nicht weiter problematisch, aber derzeitig für mich schon mehr als eine Herausforderung…Insgesamt finde ich Stühle aber an sich eine etwas zu wackelige Angelegenheit…(Natürlich gab mir in dem Fall der Untersucher auch noch die Hände, aber den Nutzen sah ich in dem Fall nicht. Denn prinzipiell hätte ich ihn und den Stuhl umreißen können. Auch wenn ich jetzt nicht ultimativ schwer bin)
Jedenfalls nahm ich verschiedentlich Anläufe, um da hoch zu kommen, aber außer das der Stuhl wankte und ich kippte, sah ich nicht so die richtigen Fortschritte…Jedenfalls musste ich mal wieder infantil grinsen…
Assi: „Was denn..?? Haben Sie schmerzen?“
Ich: „Nein, aber ich habe mal Kampfsport gemacht und das kommt mir gerade sehr albern vor…“
Assi: „Aber Sie haben einfach keine Kraft und Ihnen tut nichts weh??“
Ich: „Ja…“
Nach diesem grandiosen Versuch wurde der PC neu angestartet, aber die Bilder waren immer noch nicht befundet. Also sah er sie sich so an…
Ich: „Sieht doch eigentlich ganz okay aus?“ (Der Assistenzarzt schwenkte seinen Kopf leicht hin und her…) Assi: „In der Gewichtung sehe ich nun nichts, aber in der anderen — Hier -zwischen C4/C5 und auch C5/C6 wird schon das Myelon komprimiert. Wenn ich jetzt auch keinen Bandscheibenvorfall sehe…“
Ich: „Ich dachte, dass ich einen Mini Bandscheibenvorfall zwischen c4/C5 habe, der aber nichts macht???“
Assistenzarzt: „Das ist alles leider nicht so einfach bei Ihnen. Ich denke, ich werde ihren Fall mal im Konsil vorstellen…Aber ich frag erst jetzt nochmal kurz nach…“
Ich: „???“
Assistenzarzt geht mit einem super schicken tragbaren Telefon auf den Flur…Primär kann ich ihn immer noch hören und der Flur ihn jetzt auch…(Er scheint mit dem Neuroradiologen zu telefonieren)
Assi: „Ja, Hallo W. ich habe hier eine Patientin (Durchsage von Daten), die das letzte Mal hier war mit einer Fußheberparese und jetzt eine Beinheberparese hat..Links KG 4+/5 und rechts KG 4-/5…Nein, Sie ist nicht stark übergewichtig…Sie ist ganz dünn…Nein, sie ist nicht alt…Jahrgang XXXX…Wann das ganze angefangen hat??? Ich muss mal die Patientin fragen???“
Kommt wieder ins Zimmer: „Wann haben Sie denn zum ersten Mal das mit der Schwäche in den Beinen beim Treppensteigen bemerkt?? Vor der OP oder nach der OP? Besteht die Sache schon länger???“
Ich: „Na ja, ich würde sagen…Eher nach der OP…Wobei ich schon vor der OP auch massive Laufprobleme hatte, aber die waren dann weg und kamen wieder…“

Natürlich konnte sich keiner darauf einen Reim machen und mir wurde gesagt, dass weitere Vorgehen wird nun mit dem Oberarzt geklärt…Seitdem warte ich mal wieder…

 
Leave a comment

Geschrieben von am 10. Januar 2012 in Mein Leben als Patient

 

In der Neurochirurgie- und again im Mrt und again und again und again…Teil II

Das zweite Mal an diesem Tage durfte ich also im Wartebereich des MRT’s (Magnetresonanztomographen) Platz nehmen. Ich verspürte große Lust jetzt hier wieder ewig zu warten. Insbesondere weil ich keinerlei ungelesene Zeitschriften mehr hatte…Also versuchte ich mich per Sudoku selbst zu schlagen…Mein Rekord liegt jetzt bei knapp unter zwei Minuten…(Also man sieht: ich bin da alles andere als ein Meister. Irgendwie löse ich dieses Puzzle auch sehr visuell. Ich sehe quasi welche Zahl fehlt und habe nicht so die mathematische Strategie…Außerdem vergeht mir nach 50-60 min rapide die Lust und ich werde immer schlechter…)
Nachdem ich mich mal wieder 2 Stunden mit meinem Handy beschäftigt hatte, war auch mittlerweile der gesamte Verwaltungsapparat nach hause gegangen und es saßen nur noch einige wenige Nasen in vertrauter Verlassenheit auf diesen harten Plastikstühlen…
Die MTRA (Medizinisch technologische Radiologieassisten/tin) sah betont sauer drein…
MTRA: „Wenn diese Ärzte auch nie sagen, was sie wirklich wollen. Es tut mir leid, dass wir es nochmal machen müssen. Diesmal dauert es aber auch nicht solange. Ich fahre nur zwei Sequenzen“
(Also legte ich mich wieder in gewohnter Manier in diese Röhre und fragte mich, ob die Geräusche bei einem HWS MRT irgendwie anders klingen als bei einem MRT der LWS. Ich fand es gab ein paar schrillere Töne, aber vielleicht waren auch nur meine Kopfhörer verrutscht)
Nach ungefähr 35 Minuten war der Spaß dann vorbei und ich fragte noch, ob ich – angesichts der Zeit- wirklich wieder zur Neurochirurgie zurück soll…Ein lapidares „Ja“ nahm ich zur Kenntnis mich wieder auf den Weg zurück zu machen. Diesmal erprobte ich auch gleich meine nicht vorhandenen Orientierungskenntnisse, indem ich versuchte über das Untergeschoss zum Ziel zu kommen und dann über fremde Treppenhäuser…Jedenfalls verirrte ich mich total und landete zunächst in der Urologie…Als ich dann zum fünften Mal den falschen Weg einschlagen wollte, kam mir der Assistenzarzt von der Sprechstunde des morgens entgegen…
Assi: „Ach, hier sind Sie…Wir suchen Sie schon..“
Ich: „Ehhm, ach da ist die Neurochirurgie..Irgendwie hatte ich mich leicht verlaufen…“(Was ein Phänomen ist, wenn man bedenkt, dass ich nur ganz bis zum Ende des Gangs hätte gehen müssen)
Ich folgte also dem netten Assistenzarzt, der für meine Verhältnisse etwas üertrieben schnell ging, Richtung Untersuchungszimmer…

 
Leave a comment

Geschrieben von am 9. Januar 2012 in Mein Leben als Patient

 

In der Neurochirurgie- und again im Mrt und again und again und again……….Teil I

Angefangen hat es heute wieder in gewohntem Chaos…Ich hatte diesen Termin schon vor 3,5 Monaten bekommen. Also lange bevor ich wusste, dass ich auch nochmal in der Neurologie lande (Anderer Standort des tollen zusammengeschmissenen Klinikums – aber gleicher Konzern)…
Gemacht werden sollte diesmal ein MRT der Halswirbelsäule (HWS) (Ich sage ja: ICH LIEBE DIESE RÖHRE..Ich kann da gar nicht OFT GENUG da drinne sein. Es ist einfach zu meinem wahren ZU HAUSE geworden und die Sehnsucht war größer als der Verstand. Ich begab mich wieder in das Gerät mit dem lieblichen Klang)
Den Termin des MRT’s der Lendenwirbelsäule (LWS) im Dezember hatte ich schon vor einem Monat ABGESAGT, da ich ja bereits im Besitz zweier MRT’s der LWS war…Also teilte ich der Verwaltung mit, dass ich den Termin der HWS behalten wolle und die Bilder der LWS schon gemacht seien und nichts Produktives ergeben hätten.
(Die Neurochirurgen wollten -im Gegensatz zu den Neurologen- LWS UND HWS sehen. Auch wenn meine Reflexe nicht gerade mächtig auf Probleme der HWS deuten…)
Jedenfalls kam ich dann (nach längerer Suche) in der Neuroradiologie an und wurde zu meiner absoluten Verwunderung auch sofort an eine der MRT-Kabinen verwiesen…
Nach Entledigung sämtlicher metallischer Gegenstände wurde mir mal wieder der weg gen Röhre gewiesen…
Etwas verwundert blickte ich allerdings drein als die MTRA (medizinsch-technisch-radiologische Assistentin)einen Zugang (für die Gabe von Kontrastmittel)legen wollte…
Ich: „Wozu denn das??? An der Halswirbelsäule bin ich doch gar nich voroperiert…Kontastmittel wird doch gar nicht benötigt“
MTRA: „Die Neurochirurgen wollten erstmal die Lendenwirbelsäule.“
Ich: „Die wurde doch schon vor drei Wochen gemacht. Deswegen habe ich den Termin ja abgesagt…“
MTRA „Der Arzt hat das aber so angeordnet.“
Ich: „Ist dem Arzt denn bewusst, dass da schon Aufnahmen existieren?“
MTRA: „Vielleicht wollte man EIGENE Aufnahmen haben. Besprechen Sie das doch dann später mit dem Arzt. Dafür bin ich wirklich nicht zuständig.“ (Ermächtigt sich meines Armes und ich muss zugeben einfach etwas sprachlos gewesen zu sein)
MTRA: „Ach, ich sehe schon, das wird einfach“ Und versenkt den Zugang in meinen rechten Arm…
Ich: „Aber es gibt doch schon…“
MTRA: „Sagen Sie das dem Arzt“
???? Gut, dann lag ich 50 Minuten im MRT und fragte mich WIESO ich nicht noch mehr protestiert hatte und was meine Krankenkasse wohl dazu sagen würde, dass man innerhalb von 6 Wochen 3x MRT’s der LWS angefertigt hatte…Ich kam mir vor wie im falschen Film…Prinzipiell wusste ich ja schon, dass die Aufnahmen kaum etwas ergeben haben können und überlegte, ob ich wieder gehen sollte…(Frust!) Aber ich wanderte dann trotzdem mal QUER durch das Klinikum zur Neurochirurgie…
Dort angekommen durfte ich dann sehr gespannt (IRONIE) auf die Auswertung des MRTs warten…Das dauerte dann auch wirklich STUNDEN…(Ich habe immer das Glück LETZTER Patient zu sein…) Obwohl ich einer der jüngsten Patienten dort war, -(es ist schließlich die Neurochirurgie)- legte ich mich mal wieder quer über drei Stühle und las einen drei Monate alten Stern; dann die Werbezeitschriften des Klinikums, dann irgendwelche Blätter über Prinzen und Prinzessinnen -die ich nicht kennen will und dann war mein Lesematerial erschöpft und ich fing an Sudoku per Handy zu spielen…Nach einem gefühlten Erdenleben oder real 3,5 Stunden wurde ich ins Untersuchungszimmer gebeten…
Der Assistenzarzt war von der ersten Minute an super freundlich…(Ich war verwirrt…Ich bekomme eigentlich schon Angstschweiß, wenn ich nur den Namen NEURO im Namensschild lesen kann…Wobei der Assistenzarzt vor 3,5 Monaten auch echt okay war…)
Nach der üblichen Begrüßung dachte ich, dass ich evtl. trotzdem mal kritisieren sollte, dass hier ne komplett andere Untersuchung gemacht wurde…
Ich: „Ehhhm, eigentlich sollte heute die HWS gemacht werden und nicht die LWS —dachte ich…Es gibt Aufnahmen der LWS von vor drei Wochen und die haben nix Spannendes ergeben…Das habe ich auch so in der Verwaltung angegeben und der MTRA auch nochmal gesagt..“
Assi: „Achso, ja…ehhm…Das hatte ich so nicht gewusst. Das ist dann ein Fehler der Verwaltung. Stimmt, hier steht HWS…Wobei Aufnahmen der HWS bei Beschwerden in der LWS sind schon etwas seltsam und da habe ich mir heute morgen gedacht, das kann eigentlich nicht sein und denen gesagt Sie sollen die LWS machen …Hmmh, ich rufe da mal an und sagen Sie sollen die HWS auch noch heute machen“
Ich: „Okay???“ (So einfach bekommt man einen neuen MRT-Termin???)
Assi: „Also ihre LWS sieht momentan eigentlich gar nicht schlecht aus.“
Ich: „Ja, ich weiß…“
Assi: „Aber sie sind trotzdem nicht schmerzfrei…“ (War eher eine Feststellung…)
Ich: „Nee, ist irgendwie ziemlich unverändert. Keine OP hat massiv was gebracht“
Assi: „Gar nichts…???“
Ich: „Na ja, nicht gar nichts…Aber ich war nie danach schmerzfrei. Eher im Gegenteil…Außerdem nervt es mich das ich nicht richtig laufen kann…Bzw. kann ich schon laufen, aber ich komme die Treppe nicht so richtig hoch…“
Assi: „Hmmh…Dann sehen wir uns das mal an“
Ich durfte zu meiner Überraschung sofort auf dem Untersuchungstisch Platz nehmen…(Okay, in Uniklinika hat man Assistenzärzte, die Patienten auch TATSÄCHLICH untersuchen…Aber alle anderen Neurochirurgen machen das in der Regel nicht) Er ließ mich also im liegen mal gegen seine Hände drücken…, was eigentlich erstaunlich gut ging. Dann sollte ich dasselbe mit meinem Knie/Oberschenkel machen und das war dann eher impossible…)
Assi: „Irgendwie sehe ich da weder eine Fußheberparese noch Fußsenkerschwäche…Aber sie haben eine Beinheber+parese(!)“
Ich: „EHHH???? Ja…???“ (Ich hätte vielleicht auch mal fragen sollen WAS das ist??? Aber denke er meinte damit eine Quadrizepsparese.)
Dann ließ er mich noch Hacken- und Zehenstand vorführen und war verwundert, warum das gehen nun so schlecht funktionierte, obwohl die Muskelkraft ja da sein sollte…
Assi: „Was ist denn das Problem beim laufen???“
Ich: „Ich denke…Ich…??? Es ist vermutlich eher das Taubheitsgefühl in den Zehen…Ich kippe zur Seite, weil ich nicht weiß wo der Großzeh ist…“ (Tatsächlich ist dieser Umstand mir zum ersten Mal selbst aufgegangen.Deshalb kommen Untersucher auch immer zu anderen Ergebnissen. Wird die Muskelkraft geprüft, dann habe ich keine Parese (Teillähmung). Sieht man sich nur an wie ich laufe, bekomme ich eine Fußheber-/senkerschwäche zugeschrieben, obwohl es ein senosorisches kein motorisches Problem ist )
Assi: „Und die sonstigen Zehen fühlen Sie?“
Ich: „Nee, die drei äußeren auch nicht.“
Assi: „Dann fühlen Sie ja nur einen Zeh…???“
Ich: „Ehhm, eher 2,5…Also ganz taub ist nur der Großzeh und der Kleinzeh und die daneben sind halb taub…“
Assi: „Seit wann besteht die Taubheit???“
Ich: „Kleinzehen = OP 1 und Großzehen = OP 2″

Dann wurde ich zum zweiten Mal des Tages zum MRT geschickt…

 
2 Comments

Geschrieben von am 7. Januar 2012 in Mein Leben als Patient

 

Von toten Zähnen…Teil I

Die letzten fünf Tage dachte ich mal wieder darüber nach, ob ich 1) extrem halluziniere oder 2) sich schon wieder einer meiner Zähne ins Jenseits verabschiedet hat…(Okay, es ist erst der zweite tote Zahn, aber Zahn eins hat über den Zeitraum eines Jahres sich so oft wieder entzündet und sich sämtlichen Rettungsversuchen entzogen, dass es mir wie 10 tote Zähne vorkam….)

Jedenfalls hatte ich vor zwei Wochen dann den endgültigen Schritt gewagt und mir Zahn 1 ziehen lassen…Ich wusste gar nicht wie blutig und unangenehm so eine Prozedur ist…Ich war prinzipiell den ganzen Tag damit beschäftigt auf Kompressen zu beißen, denn es hörte und hörte nicht auf zu bluten. Zwar bin ich anatomisch gesehen kein totaler Vollidiot, aber so richtig bewusst war mir auch nicht, wie tief so ein kleiner Mini-Frontzahn in deinen Kiefer hinunter reicht und wie schön groß dieses Loch nach Zahnextraktion dann wirklich ist …(Die ersten 7-8 Tage heißt das BREIKOST…) Sehr lecker…(Vermutlich funktioniert aber meine Wundheilung auch nur verzögert, da meine Leukos sich ja weigern jenseits der 3600-3700 zu bewegen…Das ist natürlich auch ein Fest für jede Neuinfektion)

Nachdem ich das Martyrium der ersten 10 Tage -glücklich und ohne große Komplikationen- überstanden hatte, bemerkte ich ein erneutes ziehen, klopfen , pochen und dachte erst mal: Du hast Phantomschmerz oder doch eine Trigeminusneuralgie ???
Einen Tag später konnte ich das allerdings dann doch sehr eindeutig einem Zahn zuordnen, nämlich dem genauen Nachbar des fehlenden Frontzahns…Bei jedem Heiß- /Kaltgetränk hatte ich höllische Schmerzen…Selbst Joghurt war schon zu kalt und ich verfiel in tiefe Schmerzagonie, wenn irgendetwas meine Lippen berührte…Ich aß also noch weniger und war sauer auf die Welt, da ich echt hungrig war und ohne meine 10 erlaubten Nahrungsmittel bin ich echt auch kein angenehmer Gesprächspartner…Sei mal dauerhaft hungrig und habe tierische Schmerzen (Meine Mutter unterstellte mir absichtlich zu hungern..Ich verübel ihr die Idee nicht, denn das habe ich ja auch lange Zeit gemacht, aber es ging mir trotzdem auf den Nerv, dass sie mir nicht abnahm höllische Zahnschmerzen zu haben und ständig anzweifelte, dass ich gesundheitlich etwas habe…Auch meine Mutter liebt die Psyche als alleiniges Erklärungsmodell allen Leidens)
Mein Zahn erschien mir jedoch sehr greifbar entzündet, denn er hatte nun beschlossen mich mit dauerhaften pochen zu beglücken…Das übertraf nachts sogar noch meine alten Schmerzleiden und ließ mich kerzengerade im Bett stehen…Ich aß also zu meiner enorm ausufernden Pillenkombination noch die ein oder andere Ibuprofen hinzu…Das nütze aber auch nichts…Der Zahn entzog sich jedem analgetischen Schmerzmittelversuch…
Also tendierte ich letztlich doch zu Option 2 = Zahnarzt/also meinem Zahnarzt…Den hatte ich ja exakt 15 Tage nicht gesehen…Es wunderte mich auch, dass ich am Telefon nicht viel erklären musste, außer „anderer Frontzahn pocht die ganze Zeit und tut weh…“ Prompt bekam ich ein: „Kommen Sie heute um 11.30h vorbei…Dann befreien wir sie von ihrem Leiden“ Fand ich fast einen poetischen Satz in meinen schmerzgeplagten Ohren (bzw. Zähnen, aber die hören ja nicht)…

Mein Zahnarzt liebt ja tote Zähne, Endodontien (Wurzelbehandlungen) sind einer seiner Lieblingsbeschäftigungen…Aber er kann auch angesichts eines neu erworbenen Vergrößerungs-Mikroskops in Verzückungen geraten…Bei meiner letzten Kariesbehandlung fand er jedenfalls toll, wie groß doch so alles aussieht und wie exakt man arbeiten kann…(Auch dieser Zahn steht auf der Kippe, aber wir (Zahnarzt und ich) geben ihm noch Erholungschancen…Schließlich nervt er mich nur beim kauen und der Karies reichte nicht ganz bis zur Wurzel und er ist auch immer noch am Leben)

Heute musste mir der Zahnarzt aber erstmal demonstrieren, dass mein zweiter Frontzahn – wirklich mittlerweile ein toter Zahn ist…
1) Klopfe dem Patienten mit einem herumliegenden Instrument deiner Wahl sacht gegen den ‘vermuteten toten Zahn’…Geht der Patient in die Luft= deutliches Anzeichen, dass der Zahn entweder tot oder am absterben ist…Wiederhole selbiges Manöver an einem sicher gesunden Zahn und zeige, dass dies eigentlich nicht weh tun sollte
2) Drücke etwas eiskaltes gegen den toten Zahn…Ist er schon ganz abgestorben, ist Patient dabei äußerst relaxt. Wiederhole dies an einem lebenden Zahn= Patient geht wieder in die Luft…

(Mein Zahnarzt ist übrigens im Umgang ein ausgesprochen freundlicher/respektvoller Mensch, vielleicht kann er das auch gerade deswegen sein, weil er eben eine Möglichkeit hat seine andere Seite ein bißchen auszuleben. Denn Patienten muss man immer quälen…-Egal wie höflich man dabei ist)

 
Leave a comment

Geschrieben von am 3. Januar 2012 in Mein Leben als Patient

 

Von Befundberichten….

Es ist sehr toll in einer Klinik gewesen zu sein und nie einen Befundbericht bekommen zu haben. Es ist natürlich auch die Frage, inwiefern man etwas befunden kann —ohne entsprechende Untersuchungen durchgeführt zu haben. (Außer natürlich das 5te (POST-stationäre) MRT der Lendenwirbelsäule, dass laut meines Hausarztes eh überflüssig war…)

Jedenfalls hat mal wieder mein Hausarzt KEINEN Befundbericht, der niedergelassene Neurologe hat auch KEINEN Bericht und mir hat man auch nie gesagt, wozu ich nun 90 Minuten in einer engen Röhre liegen und einen Zugang + die Kontrastmittelgabe und die tolle Geräuschkulisse über mich ergehen lassen musste…

Aber alles beschweren hilft nichts…Als eigenverantwortlicher Patient muss ich den Befund heran schaffen…

Und diese grenzgeniale Hotline der neurologischen Ambulanz/Verwaltung hat es schon in sich, denn sie ist zu den Sprechzeiten IMMER besetzt…

Ich habe heute morgen also mehr oder minder mich 4 Stunden damit beschäftigt endlich etwas anderes als ein Düddeldüddelit besetzt Zeichen zu bekommen…
Die Frau am anderen Ende war allerdings auch nicht sehr hilfreich..
F: „Ja, tut mir Leid Frau XY..Hier steht nur etwas von einem durchgeführten Mrt der LWS am X.X.XXXX. Da ist gar kein Befund drinne…“(Ist ja mittlerweile auch erst 1,5 Monate her!!!)
I: „Ah, ja und was ergab nun das MRT?…Steht das evtl. auch da?“
F: „Warten Sie..Ich weiß gar nicht wie man auf diese andere Datenbank zugreift. Da muss ich erstmal meine Kollegin fragen.“

Geht weg…Langes warten..Stimmen im Hintergrund…Nach 10 Minuten und am Telefon gefühlten 100 Minuten:

F: „Ja, ich konnte zwar auf die Datenbank zugreifen, aber das MRT ist leider nicht befundet. Ich verbinde Sie mal mit der Station.Die müssten Ihnen etwas dazu sagen können.“
(Dann lande ich natürlich wieder auf einer ANDEREN Station…Gleiches Spiel von vorne. Diesmal lasse ich mir von der Pforte die Durchwahl geben und TATSÄCHLICH ich habe die Station am Telefon…
S: „Ja, hier spricht Schwester So und So“
I: „Hallo, hier spricht XY. Ich wurde von der Ambulanz hier her verwiesen. Ich bräuchte noch den Befundbericht von meinem (sehr sinnbehafteten ) Kliniksaufenthalt. Insbesondere würde mich mal interessieren , was bei dem MRT der LWS heraus kam? Wurde eigentlich wirklich NUR die LWS untersucht, denn mir kam die Zeit im MRT ziemlich lang vor…“
S: „Laut Unterlagen war das nur die LWS. Aber Näheres kann ich Ihnen so nicht sagen, dass muss ich zunächst mit den Ärzten besprechen…Und die sind alle gerade nicht greifbar“
I: „?????? „Ja, dann schicken Sie doch den Bericht an meinen Hausarzt…“(Sicherheitshalber gebe ich der lieben Schwester so und so auch gleich nochmal Name und Adresse durch..)

Ich bezweifle aber, dass das mein letzter Anruf auf dieser Station gewesen sein wird…Zur Not fahre ich im dritten Anlauf da vorbei und mache ein „Sit In“ als 1 Frau Demonstration…

Vermutlich würde die Stationsärztin das als akuten psychotischen Anfall ‘mies’-deuten…

 
Leave a comment

Geschrieben von am 3. Januar 2012 in Mein Leben als Patient

 

Gute Vorsätze für das Jahr 2012…

GUTE VORSÄTZE: Brauche ich die überhaupt?

Ich frage mich ja eher:

Warum dreht sich die Zeit eigentlich so schnell?
Warum ist denn schon wieder ein Jahr vergangen?
Und was habe ich die letzten 3 Jahre eigentlich gemacht -außer- krank zu sein?

Aber wir waren ja bei Vorsätzen…

  • Bringe dein Studium zu einem gelungenen Ende – EGAL wie mies du dich fühlst…(EGAL ob du dabei drauf gehst, wollte ich erst sagen, aber tot —-ist es mir wohl auch nicht mehr möglich mein Studium zu beenden
  • Ernähre dich gesünder und übergebe dich weniger. (Das sind wirklich gelungene Vorsätze, aber gegen 1 hat meine innere schizophrene Zwangsstörung etwas…Denn so toll finde ich Veggieburger auch nicht unbedingt und bei 2 ist es eine komplexe Verquickung aus Medikamentenumstellungsversuchen und Unverträglichkeiten, Übergeben auf Kopfschmerz und Essstörung. Ich kann das manchmal selbst nicht auseinanderhalten. Habe ich mich letzte Woche in der Bahn (!) übergeben, weil ich a) unwahrscheinlich Kopfschmerzen habe und den ganzen Tag gearbeitet hatte ODER b) Ausnahmsweise am Bahnhof „Nudeln“ gegessen hatte anstelle meiner sonst mir erlaubten vegetarischen Döner und Veggieburger ODER c) weil ich den ganzen Tag so wenig gegessen hatte, eben aus Furcht mich übergeben zu müssen, wenn ich etwas esse..(Unter-/Mangelernährung))
  • Werde gesünder! (Gerade sehr ironisch, da ich momentan ohne Frontzahn durch die Gegend laufe…Der wurde mir nach der gefühlten 100sten Kieferosteomyelitis gezogen…Kopfschmerzen habe ich natürlich immer noch …Zahnschmerzen leider auch noch. Meine Wundheilung ist auch nicht die beste und ich befürchte bei einem Backenzahn ist jetzt auch die Wurzel entzündet, denn der pocht auch nach der Füllung noch fröhlich vor sich hin—Auch hier brauchte ich 3,5 Monate (!) bis ich mich durchgesetzt hatte, dass mal ein Bild von dem Zahn gemacht wird. Selbst mein Karies scheint mich ärgern zu wollen und sich vor den Ärzten zu verstecken. Jetzt war es vermutlich für ne normale Füllung wieder zu spät….Grummel!!!)
  • Sei einerseits weniger ironisch und gleichzeitig immer noch freundlich im Umgang mit Medizinern, aber laß Dir trotzdem weniger gefallen. (Das gelingt mir ja nicht mal innerhalb dieses Posts…Vermutlich sollte ich meine Beschwerden einfach mal ernster nehmen, denn mein rechtsseitiges Ziehen im Mund habe ich dann einfach weiter ignoriert, als mir der Zahnarzt entgegnete, dass käme vermutlich vom Zähneknirschen (Bruxismus)…(Ich bin mir immer noch nicht sicher, dass ich wirklich knirsche, denn meine Ex-Freunde haben sich nie darüber beschwert Mein Zahnhartsubstanzverlust (Abrasio dentium) kommt vermutlich eher von zu viel Cola und Bulimie. (Obwohl ich die Cola mittlerweile komplett eingestellt habe und die Bulimie auch schon SEHR VIEL schlimmer war. Es nervt mich, dass ich gerade jetzt so (gefühlt) ‘bestraft’ werde, für etwas das ich gar nicht mehr tue…(Okay, ich bin ja nicht gläubig…Ich vergaß)))
  • Finde heraus was du hast. (Du willst ja schließlich länger leben und Gefühlsstörungen/Taubheiten und ne mässige Gangstörung sind nicht so dolle Zeichen – medizinisch gesehen + Es gäbe ja auch noch 5 Millionen Dinge, die nicht abgeklärt sind. Und selbst als Nicht-Mediziner bin ich nicht ideenlos…, was wohl zeigt, dass bisher nicht gerade gewissenhaft gearbeitet wurde(Auch wenn kein Krankheitsbild 100% passt))
  • Versuche auch andere Dinge zu machen außer zu arbeiten und zu schlafen. (Sehr schwierig, da alles WAS mir Spaß macht, mir irgendwie nicht richtig zugänglich erscheint…Am liebsten wäre mir SPORT…Aber das geht nun fast gar nicht)
  • Treffe wieder mehr Menschen (außerhalb von Arbeit und Familie) (Fragt sich allerdings: wo und wen???)
  • Gib deine Therapie auf oder rede mit deiner Therapeuten…(Das DAZWISCHEN finde ich nämlich nur unproduktiv und so bekomme ich irgendwann dann evtl. aus Ratlosigkeit der armen Frau noch 7 weitere Störungen mehr aufgeschrieben, von denen ich evtl. 5 auch nicht habe. Es ist hier eben die Frage, ob es einfach menschlich einfach zwischen uns nicht geht oder ob ich mich doch überwinden kann…)
  • Räume dein Zimmer häufiger auf…(Das sieht aus..Okay, ich beschreibe es lieber nicht
  • Finde eine bessere Medikamenteneinstellung (Jeder Mensch verdient schließlich einigermaßen schmerzfrei zu sein und ich bin auch mit der derzeitigen Medikation GANZ WEIT weg davon…
  • Gib nicht auf…Leben kann lebenswert sein
  •  
    1 Comment

    Geschrieben von am 31. Dezember 2011 in Mein Leben als Patient, Sonstiges

     

    Ein friedvolles Weihnachtsfest mit gesundheitlichen Problemen

    Dieses Weihnachten war – wenn ich es mit einem Wort beschreiben soll- friedlich…
    Natürlich kann man einen Waffenstillstand nur mit einigen Kompromissen erreichen. Und da sich Familienmitglieder und seit Jahren bestehende Streitigkeiten nicht einfach über Nacht ändern, lag die Verhaltensänderung und der Kompromiss allein bei mir…
    Allerdings sind es keine Sachen, die ich in irgendeiner Form bereue…

    Mein geändertes Verhalten war allerdings auch nur möglich, weil ich medikamentös etwas besser eingestellt bin…Mehr oder minder ist die Kombination mein eigener Wunsch…Mein Hausarzt hatte aber selbst einen zweiten Versuch mit Gabapentin vorgeschlagen, da er meinte, dass die Zeit während der Einnahme, die einzige war, wo es mir etwas besser ging…Ich selbst schlug Lyrica (Wirkstoff Pregabalin) vor. Die Alternative zu Gabapentin bei neuropathischen Schmerzen. Mein Hausarzt riet mir aber davon ab, da er gelesen hatte, dass es ein erhebliches Suchtpotenzial hat und er selbst schon einen Patienten hat, der davon nicht runter kommt…

    Ich habe das dann auch selbst mal gegoogelt und festgestellt, dass mein Hausarzt damit Recht hat:
    Leider ist der ‘gute Artikel’ im unabhängigen Arzneimittelbrief kostenpflichtig: „Pregabalin – rasant steigende Verordnungszahlen für ein Arzneimittel mit Risiken und ohne Vorteil.“

    Man findet es aber auch in den Mitteilungen der Deutschen Ärztekammer (Januar 2011):

    Lyrica® ist seit 2004 in Deutschland verfügbar und wird vor
    allem in der Indikation neuropathischer Schmerz zunehmend
    eingesetzt, obwohl eine bessere Wirksamkeit im Vergleich zu
    beispielsweise Gabapentin oder Amitriptylin nicht belegt ist.
    Im Jahr 2009 wurden 45,7 Millionen DDD verordnet; dies entspricht
    einer Zunahme von etwa 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
    Lyrica® steht in Deutschland auf Platz 12 der umsatzstärksten
    patentgeschützten Arzneimittel mit einem Umsatz von
    etwa 220 Millionen Euro im Jahr 2009.

    Es ist schon seltsam, dass ein Medikament, welches nachweislich nicht besser wirkt als billigere Alternativen (Gabapentin, Amitryptilin) so oft eingesetzt und gehypt wird…
    Ich frage mich, ob es da nicht doch den ein oder anderen bestochenen Arzt gibt, der eben das Patent geschützte Lyrica aus wirtschaftlichen Gründen den Alternativen vorzieht. (Es erklärt aber trotzdem noch nicht, warum das Medikament so oft eingesetzt wird)
    Außerdem finde ich es äußerst merkwürdig, dass Pregabalin in Deutschland bei generalisierenden Angststörungen eingesetzt werden darf, aber in den USA dies aufgrund der schlechten Studienlage abgelehnt wurde…

    Nun, gut…Eigentlich braucht es mich ja nicht zu kümmern, denn ich selbst bin ja wieder auf Gabapentin (Und hoffe inständig, dass ich nicht wieder einen Milcheinschuss bekomme. Oder meine Leukozyten noch weiter absinken. )
    Da mir mein Hausarzt gleich 600er Tabletten mitgegeben hat, war es doch schwer das Medikament einzuschleichen und ich bin innerhalb von 4 Tagen auf die 1800mg gegangen. Nachts merke ich schon deutliche Unterschiede. Ich wache nicht alle 1-2 Stunden auf und denke, dass ich verbrenne. Auch tagsüber sind meine Kopfschmerzen etwas erträglicher. Sie bewegen sich zu mindestens wieder so im Rahmen, dass ich 1-3 Stunden sitzen kann, ohne dass meine Übelkeit und Nackensteifigkeit so schlimm wird, dass ich mich wieder hinlegen muss…

    Als muskelrelaxierendes Mittel bekomme ich jetzt Tizanidin (Sirdalud)..(Meine Krankenkasse scheint schon wieder den Rabattvertrag geändert zu haben…Jetzt genieße ich die Tabletten von der Firma TEVA) Das Medikament nehme ich nur nachts, obwohl ich festgestellt habe, dass es auch tagsüber eine gewisse positive Wirkung entfaltet. Leider macht es mich zu müde…Ich könnte dann den ganzen Tag locker verschlafen…Ich frage mich allerdings immer noch warum ich so viele Muskelspasmen habe und ob das eigentlich normal ist…Nachts habe ich -trotz der ganzen Medis – unkontrollierte Muskelzuckungen…Mein Kopf dreht sich nach rechts, dann sind meine Schultern betroffen, dann der Rumpf und dann die Beine..Im schlimmsten Falle zuckt es auch mal durch alle vier Extremitäten…Das ist allersings schmerzfrei und nicht so schlimm wie das Scheiterhaufen-Feeling)

    Valoron (Tillidin) nehme ich nach wie vor…Momentan 450mg. Also ich bin immerhin 150mg runter. Toll, ist die Dosis aber nicht. Ich würde gerne eine Opiod-Rotation machen bzw. wieder auf BTM gehen, denn ich sehe da schon auch Abhängigkeitstendenzen. Ohne Tillidin sind aber meine regionalen Rückenschmerzen in der unteren Wirbelsäule und (seltsamerweise auch in der HWS oberen BWS Region) unaushaltbar…Allerdings hilft es nur sehr eingeschränkt gegen das ‘brennen’ (Also die neuropathischen Schmerzen..)

    Jedenfalls konnte ich durch diese Medikation die ersten beiden Festtage gut aushalten und am 26.12 habe ich überwiegend geschlafen und einen Ruhetag eingelegt…

    Meine guten Vorsätze für das Weihnachtsfest habe ich aber umgesetzt:

      Beteilige dich mehr an den normalen Aktivitäten der Familie: Essen, singen, reden. (Hier habe ich so meine Defizite, da ich oft gerne alles verweigern würde und immer mit mir kämpfen muss, mich normal zu verhalten…Reden halte ich 30 min durch…Singen finde ich eigentlich lustig. Aber trotzdem bin ich oft lieber still und höre nur zu…Essen: Da kommen alle meine ‘alten’ Konflikte mit der Familie hoch und irgendwie ist es momentan wieder generell schwer für mich vor anderen Personen zu essen. Wobei das für mich lange Zeit kein Problem mehr war…
      Gehe mit in die Kirche und denk’ dir deinen Teil bei der Predigt. (Ich war sogar 2x in der Kirche. Im normalen Gottesdienst und in der Christmette. Nachts um 23 Uhr war die Kirche mit gefühlten tausend Lichtern beleuchtet…Sah sehr schön aus…Es war mehr ein Singabend und bei dem Inhalt der Lieder habe ich mir eben meinen Teil gedacht…
      Ignoriere die schlechte Laune deiner Mutter und versuche sie über normale Konversation zu besänftigen. Heize den Konflikt zwischen deiner Mutter und Oma nicht noch mehr an. (Für meine Oma und meine Mutter bin ich irgendwie ‘ihr Kind’ und die beiden können immer noch darüber streiten bei wem ich öfter bin….Wen ich lieber habe… etc. Das ist für mich eine nervige Zwickmühle. (Diesen Konflikt konnte ich darüber lösen, dass ich meiner Mutter versprach am 31.12. zu kommen und bei meiner Oma habe ich am 24.12. übernachtet
      Lege zwischendurch trotzdem Pausen ein..In denen du den Raum verlässt und dich ausruhst.

    Das alles habe ich gemacht und es funktionierte auch einigermaßen gut…Bemerkenswert fand ich, dass meine Großeltern am meisten gemacht und gearbeitet haben. Die waren sozusagen nur am rennen, während ich zwischendurch immer wieder auf einer Bank/dem Sofa lag und geschlafen habe…Die sind so alt und haben so viel durchgemacht in ihrem Leben, dass es schon komisch anmutet, dass ich kränker bin als die beiden…

     
    Leave a comment

    Geschrieben von am 27. Dezember 2011 in Mein Leben als Patient, Sonstiges

     

    Tags: , , , , , , , , , , , ,

    Psychotherapie Teil IV…Reden oder Nicht Reden, das ist hier die Frage…

    Meine Psychotherapeutin ist – zu meinem großen Glück – ungefähr das genaue Gegenteil der beschriebenen Stationsärztin des Uniklinikums. Sie ist absolut nicht konfrontativ und behandelt mich eher wie ein „rohes Ei“…Sie akzeptiert meine Grenzen und diese bewegen sich manchmal auf so hohem Niveau, dass ich es schon eine Kunst finde, wie sie damit versucht umzugehen…(Man könnte natürlich meinen, das sei auch die Aufgabe von Psychologen, aber ich kenne viele -auch Ex Studienkolleg/Innen und Freundinnen- die Psychologie studiert haben, die diesem Ideal nie gerecht werden könnten)

    Von daher bin ich -dafür das meine Auswahl an sich begrenzt war- nicht schlecht bedient. Eigentlich habe ich mittlerweile auch realisiert, dass ich mit der Frau über meine Probleme reden könnte. Schließlich verwendet sie Psychologie nicht als manipulative Dauerwaffe gegen mich und ich habe in dem Sinne nichts zu befürchten. (Meine paradoxe Vorschädigung ist aus einem Elternhaus gekommen zu sein, wo man mit Freudschen’ Phrasen dauerhaft angegangen wurde…Nicht ganz so schlimm wie in dem Buch von Augusten Burroughs: Krass! (Running with scissors: Das englische Original ist wesentlich besser als die deutsche Übersetzung des Buchs), aber gewisse Ähnlichkeiten kann ich da schon sehen. Gerade was die Mutter betrifft.)

    Aber genau über diesen Aspekt z.B. habe ich eigentlich auch noch nie in der Therapie geredet. Ich würde sogar fast sagen, dass ich eigentlich irgendwie gar nicht über relevante Dinge rede…Mehr so Alltagskram. (Aufgrund meiner Erkrankung etc. sind da auch durchaus Dinge dabei, die ziemlich problematisch sind – wie Geldsorgen, Studienkram, chronische Erkrankung: Schmerzen, Essstörung etc., aber es ist eben trotzdem sehr oberflächlich.)
    Andererseits habe ich aber auch einen totalen Nicht-Rede-Block, wenn mich irgendwas belastet…
    Das geht sogar soweit , dass ich die Hälfte der Sitzungen eher da saß und fast nichts gesagt habe und das stieß dann schon auf einige Irritation der Therapeutin, weil ich eigentlich jemand bin, der anfangs gesprächig wirkte…
    Und meine oftmals seltsamen Redeschwierigkeiten erscheinen dann ziemlich grotesk……Anfangs -glaube ich- hielt sie es für reine Provokation meinerseits…
    Psychologin: “ Testen Sie gerade wie ich reagiere, wenn Sie nicht mit mir reden…???
    I:“Ehhmhhhhhh…Na ja, ich glaube nicht..“
    P:“Und warum reden Sie dann nicht???“
    I: „Keine Ahnung…Was soll ich denn jetzt sagen???“

    Aber wie redet man über nicht reden können??? Vor allem wenn man in dem Moment nicht reden kann…???

     
    3 Comments

    Geschrieben von am 18. Dezember 2011 in Mein Leben als Patient

     

    Im MRT again and again and again…

    Mein Hausarzt hatte nur den Kopf darüber geschüttelt, dass die nun das 4te MRT der LWS (Lendenwirbelsäule) machen wollen…H: „Wenn die sich eine andere Ebene ansehen würden oder eine CT-Myelographie…Das würde ich trotz der Strahlenbelastung in ihrem Fall noch einsehen…Aber schon wieder ein MRT der LWS??? Na ja, es kann Ihnen nichts schaden…Bei einem CT hätte ich gesagt: Lassen Sie es bleiben, aber bei einem MRT??? Was das Neues ergeben soll, verstehe ich allerdings nicht…Man könnte natürlich hoffen, dass sich ein Radiologe mal für ihren Fall interessiert und danach noch etwas sinnvolles in die Wege leitet. Lassen Sie es doch evtl. mal machen“

    Da MRT’s schon fast zu einer Zweitwohnung für mich geworden sind, hab ich den Termin in der ‘Röhre’ dann auch wahrgenommen. Dies ist nun die 5te(!) Radiologie, die ich kennenlernen durfte. (Ich bin nicht nur Medikamententester. Anscheinend teste ich auch die Komfortabilität enger Röhren)

    Der Besuch dieses tollen Luxusgeräts hat mich mal wieder einen ganzen Tag meiner Lebenszeit gekostet, denn einbestellt war ich zunächst am frühen Nachmittag…
    Die Frau an der Rezeption teilte mir auch mit, dass man bei den MRT’s im Zeitplan liege und es vermutlich nicht mehr solange dauert…Ich solle immer das Namensboard im Auge behalten und wenn mein Name auf diesem rot blinkt( mit einer Nummer darunter), soll ich rüber zum MRT gehen. Die Nummer würde der Kabinennummer entsprechen und ich sollte dann in diese Kabine rein gehen… Komischerweise schien in meiner gesamten Wartezeit dieses Board gar nicht genutzt zu werden, denn die Patienten wurden eigentlich immer von Pflegern/Krankenschwestern/MTA’s aufgerufen und mitgenommen. Am Board blinkten nur 2 Patientennamen, die offenbar nicht erschienen waren…(Ich frage mich, ob das System zu kompliziert ist oder die Ärzte es offen boykottieren??? Ist schon sehr amerikanisch…)
    Zunächst wartete ich also 15 min und starrte gelegentlich mal auf das Board, welches sich kein Stück änderte. Dann kam ein Pfleger und meinte, dass ich nochmal 45 min etwas anderes machen könne, denn die Untersuchung würde sich voraussichtlich solange verzögern.
    Was macht man 45 min in einer Klinik??? Ich beschloß also raus zu gehen und kam in eine tolle Regen-Naß-Welle…, sodass ich mich wie ein gewaschener Pudel fühlte und auch so aussah…Aber ich hatte ja noch viel Zeit – wie sich heraus stellen sollte…Die nächsten 2 Stunden tat sich nämlich auch nix und ich saß oder lag über drei Stühle ausgebreitet in dem Wartebereich…
    Zwischendurch konnte ich auch mal eine Horde Medizinstudenten lauschen, deren Dozent gerade versuchte seinen Schäfchen sonographieren schmackhaft zu machen..Aber die Studis fanden das irgendwie langweilig…Sie wollten in die Neuroradiologie. Das konnte der daneben stehende Radiologe auch nur zu gut verstehen, denn was ist schon interessanter als das Gehirn…Und er plauderte aus dem Repertoire seines Fachgebiets. „Ja, in der Medizin ist das häufig eine Frage der Lokalisation. Ich hatte schon Menschen mit MRT Befunden, wo man annehmen konnte, dass da nicht mehr viel da ist und man hat ihnen gar nichts angemerkt und manchmal sind es die 3mm Befunde, die jemanden umhauen…“

    Tatsächlich war ich die ‘allerletzte’ Person, die an diesem Tag in der Radiologie dran kam…Mittlerweile war es schon abends…Die Krankenschwester, die mich abholte, war ganz in ihrer Routine und hörte sich an wie ein MP3 Abspielgerät. Vermutlich musste die Arme das den ganzen Tag schon machen…
    K: „Sie sind ja schon 3x operiert, dann wissen Sie auch, dass wir Ihnen einen Zugang legen MÜSSEN. Das ist unangenehm, aber in ihrem Fall ist es nun eben Pflicht…“
    I: „Ja, ist kein Problem…Zugänge sind bei mir einfach zu legen…“
    Krankenschwester sah mich ungläubig an…
    I: „ja, ich bin dünn, aber meine Venen sind super…“ (Ideal wie mein Ex-Freund zu sagen pflegte)
    K. „Welchen Arm darf ich nehmen? Soll ich das im sitzen machen oder liegen sie lieber dabei?
    I: „Egal.“
    K: „Dann setzen Sie sich. Und machen Sie mal eine Faust…Vielleicht sollten Sie weg sehen dabei“ (Ich weiß nicht warum Leute immer bei mir annehmen, dass ich Umkipp-Tendenzen hätte, aber ich könnte im Gegenteil sogar prima selbst zu stechen.“
    I: „Warum hängt da Kochsalzlösung an dem Zugang?“
    K: „Um die Vene offen zu halten.“
    Das Einzige worauf ich noch bestand war ein zweites Pflaster zur Befestigung, denn bei meinem letzten Besuch im MRT hatte sich der Zugang beim reinfahren verheddert und war gerissen…Tat zwar nicht wirklich weh, aber verursachte ein kleines Blutbad…Diesen Spaß wollte ich mir doch ersparen…
    Normalerweise machen mir MRT’s nicht wirklich viel aus…Ich habe keine Platzangst, aber durch die Schmerzen (auch bedingt durch die lange Wartezeit) konnte ich echt kaum liegen in dem Teil und hatte so meine Mühe total ruhig zu halten. Aus unerklärlichen Gründen war ich auch überdurchschnittlich lange da drin…Das Ganze dauerte gute 1,5 Stunden…Ich war 2x kurz davor die Klingel zu betätigen und raus zu wollen, aber motivierte mich zum durchhalten.
    Mir ist aber immer noch schleierhaft warum man 90 Minuten braucht, um sich drei kaputte Bandscheiben anzusehen…So viel kann man an der LWS nun auch nicht sehen und so feine Schnittbilder anzufertigen, dass man ein 2mm großen Riß in der Dura (Nervenhaut) zu finden, halte ich auch für eher unmöglich…

    Mir wurde jedenfalls nach der Untersuchung nichts mitgeteilt, was ein deutliches Indiz dafür ist, dass auch nix gefunden wurde. Die Krankenschwester überlegte jedenfalls erst kurz.
    K: „Nun ja, sie sind ja nicht mehr stationär…Bericht ergeht dann an den Hausarzt…, denke ich.“ …Morgen würde man es im Konsil mit dem Neurologen besprechen…

    Das ist jetzt knapp eine Woche her…Also werde ich morgen oder übermorgen mal bei meinem Hausarzt anfragen, was die Herren und Damen der Neurologie (NICHT) gesehen haben…
    Was schreiben die dann in den Befundbericht ????

    „Der Verdacht auf ein Liquorunterdrucksyndrom konnte sich bei einem MRT der LWS nicht bestätigen. Aufgrund dessen ist von einer (teilweise) psychosomatischen Genese des chronischen Schmerzsyndroms auszugehen.“ (????) wäre jetzt mein Formulierungsvorschlag…

    Allerdings kann man eigentlich mit einem MRT der LWS kein Liquorunterdrucksyndrom ausschließen…

     
    Leave a comment

    Geschrieben von am 12. Dezember 2011 in Mein Leben als Patient

     
     
    Follow

    Get every new post delivered to your Inbox.